Lutz Mitka, Vorsitzender des Vereins Alte Silberfundgrube "Hülfe des Herrn" in Biensdorf, am beschädigten Unterstand auf dem Rastplatz am Huthaus. Dieser soll erneuert werden.
Lutz Mitka, Vorsitzender des Vereins Alte Silberfundgrube "Hülfe des Herrn" in Biensdorf, am beschädigten Unterstand auf dem Rastplatz am Huthaus. Dieser soll erneuert werden.

Foto: Andreas Truxa

Lichtenau: Unterstand statt Kegelbahn-Mietkosten

Bergwerksverein Biensdorf bekommt mehr Fördergelder als geplant - Dafür musste Grün-Weiß Oberlichtenau mit weniger auskommen

Lichtenau. Die Mitglieder des Lichtenauer Gemeinderates haben bei ihrer jüngsten Sitzung über die Verteilung von insgesamt 7500 Euro Fördergeldern an die ortsansässigen Vereine diskutiert. Der von der Verwaltung eingebrachte Vorschlag stieß jedoch auf wenig Zustimmung bei den Räten. Für Streit sorgten vor allem die ursprünglich angedachten Zuwendungen an den Sportverein Grün-Weiß Oberlichtenau sowie den Bergwerksverein, der die Silberfundgrube "Hülfe des Herrn" in Biensdorf betreut.

Für Reparaturen am Dach der Kaue über dem Mundloch des Stollens in Biensdorf sowie an den Dächern über die Sitzgruppe auf dem Erzberg hatte der Bergwerksverein eine Förderung in Höhe von 1176 Euro beantragt. Die Gemeindeverwaltung hatte jedoch vorgeschlagen, nur 200 Euro zu bewilligen. "Das ist mir zu wenig. Der Verein leistet gute Arbeit und sollte von der Gemeinde stärker unterstützt werden", sagte Gemeinderat Stephan Lazarides (CDU). Nach langen Diskussionen einigten sich die Räte darauf, dem Verein 600 Euro zukommen zu lassen.

Dafür wurde allerdings vor allem die Zuwendung für den Sportverein Grün-Weiß Oberlichtenau kräftig zusammengestrichen. Während die Abteilung Kegeln 700 Euro als Zuschuss für die Miete der Kegelbahn beantragt hatte, hofften die Mitglieder der Abteilung Tischtennis auf 400 Euro Fahrtkostenzuschuss. Die Gemeindeverwaltung wollte den Sportlern 900 Euro zukommen lassen. Das lehnten die Ratsmitglieder aber vehement ab. Die Fahrtkosten für die Anreise zu Turnieren sollten die Sportler genau wie die Mitglieder anderer Sportvereine aus eigener Tasche zahlen, so die einhellige Meinung. Die Räte beschlossen schließlich, dem Sportverein insgesamt 450 Euro zu geben.

Jugendarbeit im Vordergrund

Besonderes Augenmerk legten Gemeindeverwaltung und Räte auf die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit. "Wir haben uns bemüht, den Vereinen, die Unterstützung in diesem Bereich beantragt haben, möglichst viel Geld zuzuwenden", sagte Lichtenaus Bürgermeister Michael Pollok (parteilos). So bekommt beispielsweise der Förderverein des Kindergartens Wichtelburg im Ortsteil Garnsdorf 300 Euro für einen Ausflug in den Chemnitzer Tierpark. Ausgezahlt werden sämtliche Fördergelder allerdings erst, wenn die Gemeinde Lichtenau den Haushaltsplan für dieses Jahr endgültig beschlossen und von der zuständigen Behörde genehmigt bekommen hat.

Angesichts der Diskussionen um die Höhe der jeweiligen Zuwendungen kritisierte Bürgermeister Pollok, dass von den betroffenen Vereinen niemand zur Gemeinderatssitzung anwesend war. "Wenn so ein Thema auf der Tagesordnung steht, dann erwarte ich eigentlich, dass der Saal voll ist und die Vertreter der Vereine sich in die Diskussion einbringen", sagte das Gemeindeoberhaupt.

Zur Ratssitzung gefehlt

Lutz Mitka, Vorsitzender des Bergwerkvereins Alte Silberfundgrube "Hülfe des Herrn", freute sich über die finanzielle Hilfe der Gemeinde. Zur jüngsten Ratssitzung sei er nicht gekommen, weil er nicht gewusst habe, wann sie stattfindet. "Ich wäre gern bereit gewesen, Fragen zu beantworten, hätte mich aber gefreut, wenn die Verwaltung mich über den Termin informiert hätte", sagte Mitka, der in Halsbrücke bei Freiberg wohnt. Dass die Tagesordnung auch im Internet auf der Homepage der Gemeinde veröffentlich wird, habe er ebenfalls nicht gewusst. Bürgermeister Pollok forderte daher, diese Veröffentlichung stärker bekannt zu machen.

 
erschienen am 13.06.2012 ( Von Franziska Pester )
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