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Limbach-Oberfrohna: Sorge vor Ansteckung mit Gelbsucht
Mehrere Menschen nach Urlaub in südlichen Ländern an Hepatitis A erkrankt - Impfung wird von vielen vernachlässigt
Limbach-Oberfrohna. Eine Mutter und ihre erwachsene Tochter aus Limbach-Oberfrohna sind an infektiöser Gelbsucht erkrankt. Darüber informierte am Freitag das Landratsamt Zwickau. Die Frauen sind in einem Krankenhaus der Region behandelt worden und konnten wieder nach Hause entlassen werden. Die beiden waren Ende vorigen Jahres im Urlaub in der Türkei gewesen und hatten sich wahrscheinlich dort angesteckt.
Auch in Chemnitz hatte das Gesundheitsamt kurz vor Weihnachten einen Hepatitis-A-Fall. "Ein Asylbewerber aus dem Irak war erkrankt", sagte Amtsarzt Liebhard Monzer. Nach der Impfung der Familie seien keine weitere Fälle bekannt geworden. Insgesamt erkrankten laut Bericht der Landesuntersuchungsanstalt Chemnitz für Gesundheits- und Veterinärwesen voriges Jahr drei Personen in Chemnitz und je zwei im Landkreis Zwickau und Mittelsachsen an der Krankheit. Da sich in den vergangenen Wochen die Fälle häufen, raten die Gesundheitsämter zum Auffrischen des Impfschutzes und zu mehr Hygiene.
Bereits im Dezember waren zwei Fälle von Hepatitis A im Landkreis Zwickau aufgetreten. Die Grundschule in Bernsdorf bei Hohenstein-Ernstthal musste Mitte Dezember geschlossen werden, da eine Lehrerin erkrankt war. Das Gesundheitsamt hatte festgestellt, dass die fünf Lehrer und zwei Horterzieher sowie die Mehrheit der 77 Schüler nicht gegen Hepatits A geimpft waren. Nachdem alle Kontaktpersonen geimpft und die Schule desinfiziert worden war, konnte der Unterricht vorige Woche wieder aufgenommen werden.
"Seit Bekanntwerden der neuesten zwei Fälle ist unser Amt jeden Tag unterwegs, um Kontaktpersonen aufzusuchen", sagte gestern die Zwickauer Amtsärztin Carina Pilling. Das betrifft weit mehr als
100 Menschen im Heimatort der Erkrankten in Limbach-Oberfrohna und im Arbeitsumfeld in Mittweida. Da es laut Pilling über den Jahreswechsel viele Feiern gegeben habe, sei die Anzahl der Betroffenen groß. "Wer gegen Hepatitis A geimpft ist, braucht nichts zu befürchten. Aber alle anderen müssen das nachholen, weil die Ansteckungsgefahr groß ist", ergänzte Pilling.
Hepatitis A tritt laut Pilling häufig nach einem Aufenthalt in südlichen Ländern auf. Symptome sind eine akute Entzündung der Leber, Übelkeit und Fieber. In der Regel verlaufe die Infektion leicht. Es habe aber auch schon Todesfälle gegeben. Die Inkubationszeit betrage im Durchschnitt vier Wochen. Es könne aber auch bis zu sieben Wochen dauern, bis die Krankheit ausbreche.
In Deutschland erkranken laut Robert-Koch-Institut jährlich etwa 1000 Menschen an Gelbsucht. In Sachsen waren es 2011 nach Auskunft der Landesuntersuchungsanstalt 27 Erkrankungen, im Vorjahr acht. "Es gibt aber auch eine sehr hohe Dunkelziffer, weil nicht alle Fälle gemeldet werden", erklärte Amtsärztin Pilling. Die Krankheit sei allerdings meldepflichtig.
Laut einem Bericht der Ärztekammer waren in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit dem Hepatitis-A-Virus infiziert. Dies verhalf ihnen zu einer lebenslangen Immunität. Heute erwerben nur noch ungefähr fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen eine natürliche Immunität. Deshalb, so unterstreicht Carina Pilling, werde immer wieder zur Impfung geraten. "Fast alle Krankenkassen bezahlen die Impfung. Vor jeder Reise in den Süden ist diese zu empfehlen", fügte Pilling hinzu. Gerade in den Tropen sei die Virusinfektion weit verbreitet. Aufgrund fehlender Hygiene und verunreinigtem Trinkwasser erkrankten viele Menschen. "Die heute verfügbaren Impfstoffe hinterlassen einen anhaltenden Schutz von mindestens zehn Jahren", erklärte Pilling. Je nach Präparat werde nach sechs bis zwölf Monaten eine zweite Injektion erforderlich. Die Impfstoffe würden erfahrungsgemäß gut vertragen.


