Babys Das waren die Neugeborenen mit einfachen und seltenen Namen im August am Hartmannsdorfer Diakoniekrankenhaus: Reihe oben von links: Amy-Lue Hedrich, Bruno Friedrich, Paula Zehl, Frieda Uhle. Reihe unten von lins: Josefine Bengelstorff, Jasmin Miske und Kyara Thiele.

Foto: Andreas Seidel/Archiv

Marie, Finn und Ben am beliebtesten

Eltern setzen in Chemnitz und Umgebung zunehmend auf kurze Vornamen für ihre Kinder

Limbach-Oberfrohna/Burgstädt. Kurze Namen führen in Chemnitz und dem Umland die Ranglisten der 2011 am häufigsten vergebenen Vornamen an. Bei den Mädchen ist Marie der klare Favorit. Finn und Ben gehören zu den Namen, die Eltern besonders gern für neugeborene Jungen gewählt haben.

In Limbach-Oberfrohna hat es Finn bis an die Spitze der Liste der beliebtesten Vornamen geschafft, gefolgt von Ben. In Chemnitz liegt Ben vorn, Paul belegt Platz zwei. Burgstädter Eltern haben nur den Name Luca noch häufiger verwendet als Finn und Ben. In Hartmannsdorf liegt Paul vor Finn auf Platz eins, es folgen Leon, Max und Tim.

Die Häufung der kurzen Vornamen liegt ganz im Trend. Auch bei den Mädchen führen trotz größerer Vielfalt Namen mit vier oder fünf Buchstaben die Ranglisten an. In Limbach sind es laut Pressesprecherin Frances Mildner Neele, Lilli, Finja und Emily. In Hartmannsdorf folgen auf Marie drei Namen mit L: Lina, Lilli und Laura. Sophie, über viele Jahre im Spitzenfeld vertreten, hat es nur noch in Chemnitz bis auf Platz zwei geschafft.

Die Vorlieben der Eltern sind für Gabriele Rodriguez von der Vornamenberatung Leipzig nicht ungewöhnlich. Kurze Vornamen seien in den neuen Bundesländern schon immer beliebt gewesen. Während in Süddeutschland Maximilian an der Spitze liege, dominiere hier die Kurzform Max. Auch mit der Häufung des Namens Finn liege die Region im Trend: "Der Name verbreitet sich immer mehr Richtung Süden, in Norddeutschland taucht er schon länger sehr häufig auf."



Oftmals zwei Namen

Jedoch gaben sich nicht alle Eltern 2011 mit einem Vornamen für ihr Kind zufrieden. In Limbach-Oberfrohna bekamen 75 von 206 Neugeborenen einen Doppelnamen. Auch in Claußnitz werden Doppelnamen immer beliebter. 14 von 30 Neugeborenen erhielten mehr als einen Vornamen, 2010 waren es 9.

Dass Neugeborene häufiger einen zweiten und sogar dritten Vornamen bekommen, hat auch Ingrid Lange festgestellt. Sie arbeitet als Sachbearbeiterin in der Gemeinde Hartmannsdorf. Der Ort kann 2011 auf 40 Babys verweisen. Weil auch Geburten aus dem Diakoniekrankenhaus im Standesamt der Gemeinde beurkundet werden, zählt ihre Statistik 284 Geburten. "187 dieser Kinder erhielten drei Vornamen, 86 zwei Vornamen", sagt sie.

Gerade unter den Doppel- und Dreifachnamen fanden sich recht ungewöhnliche. Ylvi-Freja und Vernischa Anjali zählen für Lange dazu. Ebenso der Jungenname Tyee Maxime. Faris Tarek Franz und Timon Philemon waren die außergewöhnlichsten Mehrfach-Namen, die Karla Schäfer, Sachgebietsleiterin im Burgstädter Meldeamt, eingetragen hat. Mehrere Vornamen seien in der Stadt generell noch unüblich, sagt sie. "Bisher wird zumeist nur ein Name verwendet", so Schäfer.

In Neukirchen gab es für 51 von 62 Neugeborenen ebenfalls nur einen Vornamen. Chemnitzer Eltern hielten laut Pressestelle auch meist einen Namen für ausreichend. Auch ein Name kann außergewöhnlich sein, findet Frances Mildner, Pressesprecherin in Limbach-Oberfrohna. Zu den seltenen Namen zählten bei den Mädchen Caprice, Liv, Svea und Samira sowie Travis, Matti, Lasse und Quentin bei den Jungen.

Geburtenanstieg in Gemeinden

Mehr Bedeutung als den Trends bei der Vergabe der Vornamen hat für Städte und Gemeinden die Geburtenentwicklung. "Die Zahl ist leicht gesunken", hieß es unter anderem aus Limbach-Oberfrohna und Chemnitz. Deutlich zulegen konnten hingegen Neukirchen, Lichtenau, Hartmannsdorf und Taura. Auch in Mühlau und Claußnitz kamen 2011 mehr Babys zur Welt als im Jahr zuvor. "Die Zahlen sind seit einigen Jahren recht konstant", erklärt Angelika Beckert vom Einwohnermeldeamt in Claußnitz. 28 waren es 2010, 30 im vergangenen Jahr. In Mühlau stieg die Zahl von 25 auf 28.

Neukirchen hat laut Iris Hofmann vom Einwohnermeldeamt einen Anstieg von 43 Geburten im Jahr 2010 auf 62 im vorigen Jahr registriert, in Hartmannsdorf ging es von 27 auf 40. In Taura hat sich die Zahl sogar fast verdoppelt: 13 Geburten waren es 2010, 25 im Vorjahr. In Lichtenau sind laut Martina Ahner vom Einwohnermeldeamt im Vorjahr 69 Kinder geboren worden, 2010 waren es nur 53. Damit gleichen die Gemeinden im Umland teilweise das Minus aus, das vor allem die Städte melden. In Limbach-Oberfrohna ist die Zahl der Geburten von 221 auf 206 gesunken. Chemnitz verzeichnete 2010 noch 2044 Geburten, 2011 waren es laut Pressestelle nach vorläufigem Stand nur 1958. In Burgstädt sank die Zahl von 88 auf 87. Zum Minus trug auch Niederfrohna mit einem Rückgang von 17 auf 12 Geburten bei.

 
erschienen am 18.01.2012 ( Von Rita Türpe )
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