Arbeiter Jörg Bretschneider, Leiter Technologie, zeigt unter der Lupe ein bei der Firma CPT Präzisionstechnik hergestelltes Bauteil für ein Abseilgerät, das zur Personenrettung eingesetzt wird.

Foto: Andreas Seidel

Maschinenbau-Zulieferer in Siegmar fertigt in "grüner" Produktionshalle

Neubau der Firma CPT Präzisionstechnik hat einen Preis für sein Energiekonzept erhalten

Chemnitz. Die Firma CPT Präzisionstechnik setzt nicht nur auf Genauigkeit, sondern auch auf Energieeffizienz. Das wird dem Unternehmen mit dem zweiten Preis im Wettbewerb "Grünes Haus 2012 - Industrie und Gewerbe" bescheinigt, den es für seine neue Produktionshalle an der Carl-von-Bach-Straße zuerkannt bekommen hat.

Grund für die Auszeichnung sei die Ausstattung der neuen Produktionshalle mit einem innovativen Schotterspeicher und einer hoch- effektiven Wärmerückgewinnung in der Lüftungsanlage, heißt es von den Veranstaltern des Wettbewerbs, dem Pobershauer Institut für angewandte Energieeffizienz. Die von den Maschinen in der Halle erzeugte Wärme werde für Fertigungsprozesse mit einem sehr hohen Wirkungsgrad zurück gewonnen und gleichzeitig die durch die Produktion verschmutzte Luft gereinigt und bei Bedarf gekühlt. Der Preis "Grünes Haus", dessen Schirmherr Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich ist, wurde vom Institut in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgelobt. Beworben hätten sich Teilnehmer aus acht Bundesländern, aus Österreich und der Schweiz.

Kleinteile mit hoher Genauigkeit

Bei CPT werden mit computergesteuerten CNC-Maschinen und -Bearbeitungszentren kleinere hochpräzise Fräs- und Drehteile aus verschiedenen Metallen hergestellt. Die Teile mit Durchmessern von drei bis 150 Millimetern, bei denen es auf Genauigkeit im Bereich weniger Tausendstel-Millimeter ankommt, sind für Kunden auch aus dem Automobil- und Maschinenbau, der Medizin-, Sensor- und Hochfrequenztechnik sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie bestimmt. Gegründet worden war die Firma 1992 von ehemaligen Mitarbeitern des Forschungsinstituts für Textiltechnologie. Beim Start zählte sie elf Beschäftigte, heute sind es 55.

Erster Standort der Firma war das Technologie-Zentrum TCC an der Annaberger Straße in Altchemnitz. Seit 1996 hatte der Betrieb seinen Sitz im TLG-Gewerbepark, ehemals Kiremun, an der Bornaer Straße. "Dort war es uns aber zu eng geworden, und auch andere Bedingungen waren nicht mehr zeitgemäß", erklärt Carmen Ahnert, seit 2002 Geschäftsführerin des Unternehmens. Damit meint sie unter anderem starke Temperaturschwankungen, die für die Herstellung von Präzisionsteilen ungünstig sind.

Am jetzigen Standort im Gewerbegebiet an der Jagdschänkenstraße sorgt der neuartige Schotterspeicher, der von Wissenschaftlern der Westsächsischen Hochschule Zwickau entwickelt wurde, energiesparend für stabiles Klima.

Schotter kühlt und heizt Luft

Ein im Freien in der Erde versenkter Speicher fasst 400 Kubikmeter Schotter. Im Sommer kühlt der Schotter über Nacht angesaugte Außenluft ab, bevor sie zum Kühlen weiter in die Halle geleitet wird, und im Winter erwärmt der Schotter die kühle Außenluft um einige Grad und hilft dem Unternehmen damit, Heizenergie zu sparen. Außerdem wird Abwärme aus der Produktion für die Fußbodenheizungen in den Büros genutzt. "Bei der Hitze vor einigen Tagen hätten wir in unserer alten Halle bestimmt Temperaturen von 35 bis 39 Grad gehabt, hier waren es angenehme 24 Grad", vergleicht Prokuristin Nicole Ahnert, die Tochter der Geschäftsführerin.

Ein weiterer Grund für die Auszeichnung sei das innovative Licht-Konzept der Produktionshalle gewesen. "Die Leuchten werden je nach Tageslicht-Einfall automatisch so ein- und ausgeschaltet oder gedimmt, dass an jedem Arbeitsplatz immer die gleiche Licht-Stärke ankommt", erläutert die Prokuristin.

Im Januar vergangenen Jahres hatte CPT das 10.000 Quadratmeter große Grundstück an der Carl-von Bach-Straße von der Stadt gekauft. Zwei Monate später begann der Bau der Halle mit 2900 Quadratmetern Produktionsfläche und 300 Quadratmetern Büro. Im Juli wurde Richtfest gefeiert und am Jahresende fand der Umzug statt. Mehr als vier Millionen Euro hat CPT in den Bau und die Erneuerung eines Fräszentrums investiert. Die Auftragslage sei derzeit ausgesprochen gut, sagt Nicole Ahnert. Um die Mitarbeiterzahl zu erhöhen, sucht die Firma derzeit nach CNC-Drehern.

 
erschienen am 30.05.2012 ( Von Michael BRandenburg )
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