Monteur Frank Schulze bei den Arbeiten an einer USK-Montagelinie für Solarmodule.
Foto: Andreas Seidel/Archiv
Maschinenbauer mit Rekordjahr
USK aus Limbach-Oberfrohna erwirtschaftet in diesem Jahr 80 Millionen Euro
Limbach-Oberfrohna. Bereits im Januar wusste USK-Geschäftsführer Frank Walther, dass es ein gutes Jahr wird. Ein mit einem Auftragsvolumen von 50 Millionen Euro prall gefülltes Auftragsbuch und eine gute konjunkturelle Lage stimmten ihn schon damals zuversichtlich. Zum Jahresende konnte sein Unternehmen, das in Produktionsstätten in den Ortsteilen Limbach und Kändler Spezialmaschinen für Autozulieferer und Solarmodulhersteller produziert, noch eins drauflegen und einen Umsatz von 80 Millionen Euro verbuchen - Rekord in der 21-jährigen Geschichte.
Es waren vor allem Großkunden, die für das Wachstum verantwortlich sind. Dazu gehört unter anderem der Solarmodulhersteller Solarworld in Freiberg, für den USK als Generalauftragnehmer die Automatisierung einer gesamten Fertigungslinie in einem neuen Erweiterungsbau übernommen hat. "Es war der größte Auftrag in unserer Firmengeschichte", sagt Walther.
Neues Produktionsverfahren
Aber auch in der Automobilproduktion konnte USK punkten. Gemeinsam mit dem Chemnitzer VW-Motorenwerk und dem Entwicklungszentrum Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr konnten die Limbach-Oberfrohnaer ein neues Montageverfahren für ein spezielles Modul in der Zylinderkopfhaube entwickeln.
Diese Innovation führt laut der Fachzeitschrift "Produktion" nachhaltig zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs in Fahrzeugen. Und für USK bringt das entwickelte Verfahren wichtige Aufträge aus Deutschland, Osteuropa und auch China.
Besonders froh ist Geschäftsführer Walther, weil sein Unternehmen das Rekordergebnis in 2011 zwei Jahre nach der Krise erreichen konnte. Die erfasste USK im Jahr 2009 - ein Jahr nachdem der Spezialmaschinenbauer 2008 seinen bisherigen Umsatzrekord von 68 Millionen Euro erwirtschaften konnte. Der Einbruch zu 2009 lag bei fast 50 Prozent. Der Umsatz ging von 68,4 Millionen Euro auf nur noch rund 33 Millionen zurück. Und die Belegschaft war Ende 2009 von 280 auf 230 Mitarbeiter geschrumpft.
Mittlerweile hat man beim Personal nach den "schmerzhaften Kündigungen in der Krise" mit 280 Mitarbeitern das Niveau von 2008 wieder erreicht. "Bereits 2010 konnten wir 25 neue Mitarbeiter einstellen, darunter auch einige von den im Krisenjahr Gekündigten", so Walther. Personal wird bei USK ständig gesucht. Besonders Projektleiter, Konstruktionsingenieure und Softwareingenieure seien derzeit rar. Im Mangel an qualifiziertem Personal sieht der Geschäftsführer auch einen Grund für die Grenzen des Wachstums seines Unternehmens.
Auch für sich selbst sucht Frank Walther einen Nachfolger. "Ich habe mehrere Kandidaten im Fokus", sagt der Geschäftsführer, der die Wahl Anfang des kommendes Jahres bekannt geben will. 2013, in seinem letzten Jahr an der Spitze bei USK, soll ihn der Neue dann begleiten.
3,8 Millionen Euro investiert
Das kommende Geschäftsjahr werde nicht ganz so gut ausfallen wie dieses, prognostiziert Walther. Aber von einer Krise wie 2009 sei USK weit entfernt: Es gebe einen Auftragsvorlauf im Wert von 60 Millionen Euro, sagt er. "Die Nachfragesituation hat sich leicht abgeschwächt. Das bedeutet für uns: Sie ist jetzt wieder auf "Normalniveau".
In den vergangenen drei Jahren hat USK 3,8 Millionen Euro in eigene Anlangen und einen Erweiterungsbau am Standort Kändler investiert. Im kommenden Jahr soll die Höhe der Investitionen geringer ausfallen. Frank Walther schätzt, dass er zwischen einer halben und einer Million Euro für Ersatzinvestitionen im Maschinenbereich ausgeben wird.


