Hartmut Meyer will mit seinem Vogelstimmen-Lockgerät das Zwitschern von Rauchschwalben und Zilpzalps anregen.
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Naturschützer warnt vor Vogelsterben
Gut 50 Teilnehmer sind zu einer Wanderung gestartet, um Stimmen der heimischen Vögel zu erkunden
Wolkenburg. Hartmut Meyer ist Frühaufsteher. Das muss man auch sein, wenn man wie er die Liebe zu den heimischen Vögeln entdeckt hat und sie erforschen will. "Am besten ist die Zeit von 6 Uhr bis in den Vormittag", erklärt er. Dann seien Wald und Feld voll von den Lauten, die er so gerne hört und nach über 30 Jahren Vogelkunde auch zuordnen kann. "Das gerade war eine Mönchsgrasmücke und das eben ein Mittelspecht", sagt der Geschäftsführer des Vereins Sächsischer Ornithologen vor den etwa 50 Teilnehmern einer Vogelstimmenwanderung am Sonntagmorgen. Auf der vierstündigen Tour entlang der Zwickauer Mulde gab er ihnen einen Einblick in die dortige Tierwelt.
Graureiher werden offenbar trotz Verboten geschossen.
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Generell ist man mit dem Brutbestand der heimischen Vögel in der Region zufrieden, so Hartmut Meyer. Bis zu 105 verschiedene Arten habe man bislang registriert. Das schließe auch den Teichbestand am großen Teich in Limbach und den am Stausee in Rabenstein ein. Es gebe aber auch Vögel, die vom Aussterben bedroht sind.
"Derzeit haben wir zwei Problemfälle in der Region", sagt Hartmut Meyer. Zum einen habe es anonyme Hinweise gegeben, dass seit Kurzem auf die Graureiher in Wolkenburg geschossen werde. Diesen Vogel dürfe man zwar legal jagen, jedoch ausschließlich im Winter. "Im Frühjahr und Sommer, wenn er Brutzeit hat, ist es verboten, auf ihn zu schießen", so Meyer. Dennoch gebe es immer wieder Leute, denen das Gefieder mit den langen staksigen Beinen ein Dorn im Auge sei. Es gebe Gerüchte, dass der Vogel Fische aus den Teichen stehle und fresse. "Der Graureiher ernährt sich überwiegend von Mäusen und anderen kleinen Tieren", klärt der Ornithologe auf. "Es wäre sehr traurig für Wolkenburg, wenn der Reiher ausgerottet würde, weil es um egoistische Interessen einzelner geht. Der Vogel ist keine Gefahr für die Teiche. Die Bauern könnten sogar froh sein, dass der Reiher die Mäuse von den Feldern fängt", so Meyer.
Rauchschwalben finden keine Nistplätze mehr.
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Mit der Wandergruppe ging es von Wald über Feld bis hin zu Siedlungen wie Thierbach an der Mulde. Hier bereiteten den Vogelkundlern die Rauchschwalben Sorgen. "Sie werden aussterben genau wie die Sperlinge", sagt Hartmut Meyer. Seit dem Vogelgrippe-Skandal riegelten alle Bauern ihre Viehställe hermetisch ab, sodass keine Schwalbe mehr einen Platz zum Nisten finden könne. "Dabei brauchen die Bauern keine Angst vor den kleinen Vögeln zu haben, sie tun ihrem Vieh nichts", erklärt der Hobby-Ornithologe. Die Rauchschwalben würden keinesfalls für schädliche Keime in den Ställen sorgen. Doch wenn sie künftig keine Nistmöglichkeiten mehr finden, seien sie nicht zu retten, so Meyer.
Viele der Teilnehmer, mit denen Hartmut Meyer die Wanderung in Wolkenburg startete, gehen schon seit Jahren auf derartige Touren. Dennoch fällt es vielen immer noch schwer, die Vögel nur anhand ihres Klanges auseinander zuhalten. "Ich bin schon lange der Vogelkunde verfallen", sagte Karin Schuhknecht aus Langenchursdorf. Man werde zwar manchmal belächelt, weil man sich so früh aus dem Bett quält, um Vögel zu belauschen, sagt sie. "Doch seit ich mit dem Fernglas die Natur betrachte, sehe ich viel mehr", so Karin Schuhknecht. Marco Schleifer geht es ähnlich. Er und die jüngste Teilnehmerin der Wanderung - seine achtjährige Tochter Saphira - sind extra aus Dennheritz angereist, um bei der Vogelstimmenexkursion dabei zu sein. "Die Vielfältigkeit der Vogellaute fasziniert mich. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich nur wenige Arten, wie den Zilpzalp, richtig zuordnen kann", so Schleifer. In seiner Familie sei die Vogelkunde schon lange ein Thema. "Saphira ist unser jüngstes von drei Kindern, die allesamt schon Vogelstimmenwanderungen mitgemacht haben."


21:08 Uhr
safego: Tja, die gute alte wikipedia ... Na gut, wir sind hier zwar nicht in einem Wissenschaftsforum, aber ich könnte ja mal eben die wiki zu meinen Gunsten anpassen ...
Für die Gartenteich-Fische ist der Verzehr von kleinen Fischen und anderem Wasserkleingetier zwar bedauerlich, aber ich denke nicht, dass nur oder gerade die Gartenteichbesitzer es auf die Reiher abgesehen haben ... Der ein oder andere Angler soll gerüchteweise auch die Wahrheit zu seinen Gunsten verbiegen ...
11:10 Uhr
naturfeund: "Du kannts alt werden wie ne Kuh, lernen musst Du immerzu" Das sagte bereits meine Großmutter immer zu mir.
Hern Meyer möchte ich mel zum Fressverhalten des Reihers die Wikipedia ans Herz legen. Da kann er, sollte er es noch nicht wissen, mal lesen, was ein Reiher so frisst. Abgesehen davon, dass man sich an die Jagdregeln halten sollte, möchte ich hier noch mitteilen, dass ein Graureiher im Frühjahr 2009 mir aus meinem Gartenteich ca. 10 Fische abgefangen hat, bis ich es bemerkte. Konnte aber dann mit geeigneten Mitteln das Fressen meiner Fische in der Folgezeit verhindern. Hat Herr Meyer noch nie einen Reiher in der Natur bei Jagen am Teichufer beobachtet?
Übrigens, bei einem Spatziergang im Naturschhutzgebiet der ehemaliligen Nickelgrube Callenberg habe ich vorige Woche einen Tigerwaldsänger, der bei uns sehr selten ist, gesehen.