Gunzenhauser Möglicherweise entscheidet der Stadtrat im Juli über einen neuen Betreibervertrag für das Museum.

Foto: Andreas Seidel/Archiv

Neuer Vertrag über den Betrieb des Museums Gunzenhauser in Chemnitz liegt vor

Stadt einigt sich mit Stiftung

Chemnitz. Die Stadtverwaltung hat sich offenbar mit der Stiftung Gunzenhauser auf einen neuen Betreibervertrag für das Museum am Falkeplatz geeinigt. Wie Rechtsbürgermeister Miko Runkel der "Freien Presse" sagte, liege der Entwurf des neuen Papiers vor und könne wohl im Juli dem Stadtrat unterbreitet werden. Der bisherige Vertrag musste neu ausgearbeitet werden, nachdem der Sächsische Rechnungshof daran massive Kritik geübt hatte. Anlass war unter anderem die lange Laufzeit bis zum Jahr 2148. Welche Laufzeit der neue Vertrag aufweist, sagte Runkel nicht. Sie werde aber deutlich kürzer sein. Zudem soll das neue Papier eine Klausel enthalten, die es der Stadt Chemnitz ermöglicht, aus dem Kontrakt auszusteigen.

Der Rechnungshof erklärte den Vertrag, den Stadt und Stiftung vor nunmehr neun Jahren geschlossen hatten, im Herbst 2010 für null und nichtig. Die Stadt hatte sich darin verpflichtet, die Betriebsführung des Museums unentgeltlich zu übernehmen und sämtliche aus Umbau und Betrieb entstehenden Kosten zu übernehmen, die nicht durch Einnahmen der Stiftung gedeckt werden können. "Die Verträge sind nach der Sächsischen Gemeindeordnung schwebend unwirksam", hieß es 2010 im Jahresbericht des Rechnungshofes.

Die Idee für die Einrichtung eines Museums in der ehemaligen Hauptverwaltung der Sparkasse am Falkeplatz war entstanden, als der Münchner Galerist Alfred Gunzenhauser um die Jahrtausendwende den Entschluss fasste, seine private Kunstsammlung zu stiften. Das Konvolut umfasst 2500 Werke vorwiegend deutscher Künstler des 20. Jahrhunderts; Grafiken, Aquarelle und Ölgemälde von Otto Dix, Alexej von Jawlensky und Ernst Ludwig Kirchner. Der Gesamtwert wird auf 100 Millionen Euro geschätzt.

Die Stiftung wurde von Stadt und Gunzenhauser im Jahr 2003 gegründet; in sie brachte der Galerist seine Sammlung ein. Der Stadtrat billigte mehrere Verträge zwischen Kommune und Stiftung. Darin enthalten war auch die Konstruktion, wie der Umbau und später die Betreibung des Museums vollzogen werden sollten: Die Stadt trat demnach nicht selbst als Bauherr auf, sondern überließ diese Aufgabe ebenso wie die Betreibung der Stiftung.

 
erschienen am 14.05.2012 ( Von Swen Uhlig )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
11
(Anmeldung erforderlich)
  • 16.05.2012
    12:20 Uhr

    schnellleserin: es geht doch nicht Sport gegen Kultur gegen Soziales...

    es geht um eine vernünftige Zukunft und ein vernünftiges Miteinander, es geht um solide Finanzierungskonzepte und langfristig tragbare Ideen.

    Jugend fördern sowohl kulturell als auch im sportlichen Sinn. Wieviel Prestigeprojekte kann und will sich die Stadt leisten.

    Es gibt Dinge, die sind notwendig und dazu gehören Schulen und Kitas - das sichert unsere Zukunft. Egal ob ich ein Kind hab oder ob es schon aus dem Haus ist.
    Und es gibt Dinge, die sind nicht notwendig aber wünschenswert und dazu gehört das Stadion, Museen, Theater....

    Dann muss man schauen, was kann man wie finanzieren.
    Wieviel davon ist machbar.
    Vielleicht ein Museeum weniger?

    Das Problem mit dem Stadion ist für mich: kleinere Sportvereine müssen für ihre Hallen und Plätze zahlen. Wieso sollte man gerade den Profisport da ausnehmen. Aber das ist eine andere Diskussion.

    Wichtig wäre ein plan, was in Zukunft gehen kann und was nicht. Es ist nämlich nicht wünschenswert immer nur hin und her zu schieben und alles nur halb und nichts ganz zu machen.

    1 2
     
  • 16.05.2012
    02:49 Uhr

    positivdenken: Also ich bin dafür das in Chemnitz nur noch in Kunst und Kultur,Schulen und Kitas investiert wird. Oh das wird fein??? Alles andere brauchen wir hier doch garnich? Geld für andere NOTWENDIGE UND SCHÖNE sachen ausgeben?Aber bitte nicht hier in Chemnitz? Na dann gute Nacht!!!

    1 1
     
  • 15.05.2012
    18:29 Uhr

    fp2012: Hmmm, wenn das Stadion erstmal steht und wir einen sagenhaften Imagegewinn haben, wird sicherlich halb Deutschland jeden zweiten Samstag nach Chemnitz strömen. Und wenn das Stadion dann vor lauter Imagegewinngästen überquillt, kann der Rest ins Gunzenhauser gehen. Irgendwie clever die Idee mit dem Stadion!

    2 0
     
  • 15.05.2012
    17:43 Uhr

    gelöschter Nutzer: Bravo Ballfreund: Deine Komentare treffen den Nagel auf dem Kopf.
    Auf der einen Seite das Millionengrab von Investitionen und Kosten bei
    der "Museenlandschaft", auf der anderen Seite mit dem Stadionbau eine endlich richtige Investition für die Zukunft. Diese wird Tausende von Besuchern eine Identifikation mit dem CFC und der Stadt möglich machen.
    Die ewigen Nörgler und Besserwisser sollten nach Essen schauen, wo
    die Stadt sich mit übergroßer Mehrheit für ein 42- Millionen-Stadion
    für ihren Viertligisten entschieden hat. Die Stadt Essen ist 5mal so hoch
    verschuldet wie Chemnitz aber die Bürger haben sich für die Zukunft
    entschieden.
    Unser CFC, der gerade erst den Aufstieg in die 3. Liga schaffte und an
    der Schwelle zur 2.Liga stand, ist ein größerer Repräsentant für die
    Stadt Chemnitz als "Gunzenhauser" und Co.
    Diese Kostenfresser sollten nach Dresden kommen, wo sie auch hin-
    gehören. Die Chemnitz wird eher in die andere Richtung fließen, ehe
    sich dort die Besucherzahlen erhöhen.
    Der CFC und der Weihnachtsmarkt sind nun einmal bekannter als
    Gunzenhauser.

    1 2
     
  • 15.05.2012
    16:40 Uhr

    ramon: Besucher in Chemnitzer Schulen per anno: 6.000.000. Da können Gunzenhauser und Stadion einpacken.

    3 1
     
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