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Plan für Ortsumgehung von Burgstädt vom Tisch
Befürworter der Trasse sind enttäuscht - Gegner atmen auf
Burgstädt. Sämtliche Planungen für eine neue Ortsumgehung von Burgstädt sind eingestellt worden. Das sagte am Donnerstag Joachim Eckert, Sprecher der Landesdirektion Chemnitz. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass die Trasse nicht mehr so dringlich sei. "Das damalige Straßenbauamt Chemnitz hatte uns im November davon informiert, dass die Planungen nicht fortgesetzt werden, weil der Bau eine andere Dringlichkeitsstufe erhalten hat", so Eckert. Daraufhin habe seine Behörde das weitere Verfahren eingestellt.
Auf Nachfrage bestätigte das sächsische Wirtschafts- und Verkehrsministerium, dass zurzeit ein neuer Landesverkehrsplan erarbeitet wird. "Die Pläne von mehr als 1400 Vorhaben in der Straßeninfrastruktur, davon rund 140 Neubauten von Staatsstraßen, werden überprüft", erklärte Referent Ronald Krause. Kosten und Nutzen der Trassen würden abgewogen. Erst wenn dieses Papier vorliege, könnte über den Bau der Burgstädter Ortsumfahrung entschieden werden. Allerdings sei bereits jetzt abzusehen, dass sich aufgrund der vorliegenden Klagen gegen das Projekt der Baubeginn hinziehen könnte. Mehr wollte er dazu nicht sagen.
Doch Befürworter der Trasse befürchten nun, dass der Neubau ganz vom Tisch ist. "Das Land gibt nur Fördermittel, wenn 2013 mit dem Bau der Trasse begonnen wird. Durch die Klagen und den jetzigen Stopp der Planungen ist das nicht mehr realistisch", sagte ein Anwohner der Chemnitzer Straße.
Seit März 2007 besteht für die Ortsumgehung von Burgstädt Baurecht. Das heißt: Es hätte längst gebaut werden können. Da aber achtmal gegen das Projekt geklagt wurde und drei Kläger Nachbesserungen erzwangen, verzögerte sich der Baustart. Die Nachbesserungen hatte das damalige Straßenbauamt Chemnitz vorgenommen. Aber die Planung wurde nie abgeschlossen. Deshalb konnten auch die ausgesetzten und ruhenden Gerichtsverfahren nicht fortgesetzt werden, erklärte eine Sprecherin des Verwaltungsgerichtes.
"Wir wollen endlich Klarheit", sagte Wolfgang Bonke, Sprecher der Bürgerinitiative. Diese hatte rund 350 Unterschriften für den Bau der Trasse gesammelt. Nach Verkehrszählungen im Oktober 2009 durchfahren 1000 Fahrzeuge pro Stunde die Chemnitzer Straße. Auch mit dem Ausbau der A 72 habe sich die Verkehrsbelastung nicht verringert, fügte Bonke hinzu. Er hatte noch nichts vom verhängten Stopp der Planungsleistungen gehört.
Die Ortsumgehung könnte eine überregionale Verbindung zwischen Mittweida, Burgstädt, Hartmannsdorf und Limbach-Oberfrohna darstellen und künftig als Autobahnzubringer fungieren. "Burgstädt würde insgesamt sehr von der Ortsumfahrung profitieren, auch wenn mir bewusst ist, dass es einige negativ Betroffene einer neuen Straße geben würde wie Landwirte und Grundstücksbesitzer", sagte Burgstädts Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler). Der Wunsch einer Umgehung bestehe schon seit fast 100 Jahren. Alle jetzt vorhandenen Ortsdurchfahrten wie Mittweidaer Straße, Ahnataler Platz, Chemnitzer Straße und Herrenhaider Straße seien für den Transitverkehr nicht vorgesehen. Wenn die Ortsumfahrung nicht käme, müssten diese Straßen erneuert werden, da sie der dauerhaften Belastung nicht standhielten. Hinzu kämen die unsäglichen Lärm-, Staub- und Staubelastungen.
Hingegen hat der Tauraer Bürgermeister Klaus Vivus (parteilos) den Stopp der Planungen begrüßt: "Die angesprochene Lärm- und Staubbelastung wäre nur nach Taura verlagert worden." Die Gemeinde Taura hatte unter anderem gegen die Ortsumgehung geklagt. Die geplante Straße würde direkt am neuen Wohngebiet von Taura und am Altenpflegeheim entlang führen.


