Die neue robotergesteuerte Plasma-Schneidanlage bei AMS wird von Mitarbeiter Oliver Müller überwacht.
Foto: Andreas Seidel
Roboter schneidet Böden in Rekordzeit
Edelstahlverarbeiter AMS Technology in Limbach-Oberfrohna investiert in neue Anlage - Fertigungskosten um bis zu 20 Prozent reduziert
Limbach-Oberfrohna. Limbach-Oberfrohna. Seit dem Umzug in das Gewerbegebiet Süd in Pleißa hat der Edelstahlverarbeiter AMS Technology GmbH aus Limbach-Oberfrohna nicht nur in eine neue Produktionshalle, sondern auch in moderne Maschinen investiert. Das neueste Stück: eine robotergesteuerte Plasma-Schneidanlage. "In der Region verfügen wir damit über ein deutliches Alleinstellungsmerkmal", erklärt Geschäftsführer Uwe Landmann. Heißt: Firmen aus ganz Deutschland nehmen den Roboter inzwischen in Anspruch. Aber das Unternehmen an der Johann-Esche-Straße kaufte die Maschine vor allem, um Kosten in der eigenen Fertigung zu sparen. "Wir arbeiten dank der Anlage günstiger, schneller und präziser", sagt Landmann.
Das 2002 gegründete Unternehmen mit derzeit 70 Mitarbeitern fertigt Behälter und Apparate aus Edelstahl für die chemische und pharmazeutische Industrie, für Kosmetikhersteller, Medizintechnik und die Nahrungsmittelindustrie. Der größte Behälter aus dem Hause AMS fasst 100.000 Liter, wiegt 20 Tonnen und hat einen Durchmesser von vier Metern. Mehr als die Hälfte der Produkte geht laut Geschäftsführer in den Export, etwa nach Russland, Brasilien und Ostasien.
Mit der neuen Anlage geht AMS nach eigenen Angaben von bis zu 20 Prozent weniger Fertigungskosten aus. Was bisher in Handarbeit fast zwei Tage dauerte, erledigt der Roboter in weniger als vier Stunden. Die Maschine bringt dabei an gewölbten Behälterböden dreidimensional Zuschnitte ein. Beispiel: Um zwölf Löcher in einen Standardboden mit einem Durchmesser von 1,40 Meter zu schneiden, braucht der Roboter etwa 80 Minuten Mess- und 13 Minuten Schneidezeit. In die Löcher kommen später zum Beispiel Rohre. "Per Hand kann allein das Anreißen schon mal einen Tag dauern", erklärt der Geschäftsführer. Auch Nacharbeiten mache der Roboter überflüssig.
Neben der Schneidanlage investierte das Unternehmen, das Anfang 2006 von der Waldenburger Straße ins Gewerbegebiet zog, in eine Beizerei, in der die Bauteile nach dem Schweißen gereinigt werden. Außerdem sorgt eine neue Filteranlage für gute Luft in der Schleiferei. Sie saugt feinen Staub und Dreck ab. Wie viel Geld in die neuen Anlagen investiert wurde, wollte der Geschäftsführer nicht verraten. Erst im August 2008 verdoppelte AMS mit dem Bau einer rund 2,6 Millionen Euro teuren Halle die Produktionsfläche auf 6200 Quadratmeter.
Vor der Krise - im Jahr 2007 - machte AMS laut Handelsregister einen Gewinn von rund einer halben Million Euro. Neue Zahlen wollte Landmann nicht nennen. Trotz Wirtschaftskrise gab es keine Kurzarbeit. "Die aktuelle Marktlage ist dennoch angespannt und eine verlässliche Prognose für 2010 nicht möglich." Durch die Investitionen sei AMS aber gut aufgestellt.


