Der Uhrengiebel des Schulgebäudes an der Trützschlerstraße: Beginnt für den Schulstandort Rabenstein eine neue Zeitrechnung?
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Rottluffer Eltern kämpfen für Grundschul-Standort Rabenstein
Eltern aus Rabenstein und Rottluff wollen gemeinsam erreichen, dass das Schulgebäude in Rabenstein saniert wird
Chemnitz. Derzeit sieht es eigentlich ganz gut aus für die Rabensteiner Schule. Die Stadtverwaltung hatte angekündigt, nun doch die Sanierung des leer stehenden Gebäudes an der Trützschlerstraße in Angriff nehmen zu wollen. Möglich könnte das werden wegen des Schulbau-Förderprogramms, das der Freistaat für die Jahre 2013 und 2014 exklusiv für die drei kreisfreien Städte Chemnitz, Leipzig und Dresden aufgelegt hat. 40 Millionen Euro sollen fließen, entsprechend der Einwohnerzahl wären das für Chemnitz rund acht Millionen Euro. Die Förderquote des Landes beträgt 40 Prozent, das heißt, 60 Prozent der Baukosten müsste die Kommune aufbringen.
Von den Zuschüssen könnte auch die Rabensteiner Schule profitieren. Einen Grundsatzbeschluss des Stadtrates zur Wiedereröffnung gibt es bereits. "Wir stehen zu dem Ratsbeschluss", hatte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig Anfang August erklärt. Und dank des Förderprogramms sei dies nun auch möglich, ergänzte sie. Kosten würde die Sanierung des Gebäudes rund 4,5 Millionen Euro.
Da kommt ein Brief gerade recht, den Elternvertreter aus Rottluff und Rabenstein gemeinsam an das Stadtoberhaupt geschrieben haben. Damit wollen die Eltern beider Stadtteile ihr "klares und einstimmiges Bekenntnis zum Grundschulstandort Rabenstein zum Ausdruck bringen", wie es wörtlich in dem Schreiben heißt. Unterzeichnet haben den Brief zwei Vertreter des Elternrates der Grundschule Rottluff und zwei Vertreter der Elterninitiative Rabenstein.
Die Betroffenen machen in dem Schreiben deutlich, dass der Zustand des Grundschulgebäudes in Rottluff nicht mehr zeitgemäß ist. "Wir sehen hier dringendsten Handlungsbedarf", teilen die Eltern mit. Zugleich sei man sich einig, "dass nur mit der Sanierung der Schule Rabenstein dauerhaft die notwendigen Lernbedingungen für unsere Kinder geschaffen werden können". Für Rabenstein spreche der Umstand, dass das Gebäude saniert werden könne, ohne Rücksicht auf den Unterrichtsablauf nehmen zu müssen. Die Kinder müssten somit auch nicht verlegt oder Klassenverbände aufgeteilt werden.
Die Elternvertreter an einen Tisch gebracht hatte FDP-Stadtrat Dieter Füsslein. "In der öffentlichen Debatte wurde immer wahrgenommen, dass es Differenzen zwischen den Eltern aus Rottluff und Rabenstein gibt", sagte er. Dem sei aber nicht so, fügt er hinzu.
Allerdings gibt es in Rottluff den Grundschulstandort Rabenstein betreffend nicht nur Wohlwollen. Die Stadträte sollten ihren Grundsatzbeschluss zugunsten von Rabenstein noch einmal überdenken, empfiehlt Friedrich Stephan von der Bürgerinitiative Rottluff. Mit der Summe, erklärte er, die für die Sanierung des Gebäudes an der Trützschlerstraße nötig wäre, könnte man anderenorts gleich zwei Schulen sanieren.
Das Schulgebäude in Rabenstein wurde 1907 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet. Nach 1945 beherbergte das Haus zunächst die Volksschule Rabenstein, ab 1965 die polytechnische Oberschule. Zwischen 1979 und 1981 wurde das Gebäude rekonstruiert. Danach erhielt die Schule den Namen Hans Link, 1990 erfolgte die Rückbenennung in Rabensteiner Schule.
Mit dem neuen Schulgesetz im Freistaat zerfiel die Einrichtung 1992 in eine Mittel- und Grundschule. Von den Grundschülern lernten aber nur die Kinder der vierten Klassen in dem Gebäude, diejenigen der ersten bis dritten Klassen wurden im Kindergarten an der Weydemeyerstraße unterrichtet. 1998 schließlich wurde die Grundschule geschlossen, vier Jahre später folgte auch die Schließung der Mittelschule. Seitdem gibt es in Rabenstein keine Schule mehr. Die nächstgelegene Grundschule befindet sich in einem Plattenbau in Rottluff, die nächstgelegenen Mittelschulen stehen in Reichenbrand und Schönau.

