Der Haupteingang des Ende der 1920er-Jahre errichteten heutigen Agricolagymnasiums am Park der Opfer des Faschismus. Mehr als zwei Jahrzehnte lang waren hier immer wieder Bauleute am Werk.
Foto: Andreas Seidel
Sanierung des Chemnitzer Agricolagymnasiums nach mehr als 20 Jahren abgeschlossen
Eine der längsten Dauerbaustellen der Stadt ist Geschichte
Chemnitz. Für das Georgius-Agricola-Gymnasium war der Freitag vor den Winterferien ein ganz besonderer. Während in den Klassenzimmern die Halbjahresinformationen an die Schüler verteilt wurden, fand im Schulhaus zum vorläufig letzten Mal eine große Bauberatung statt. Die umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Komplexes am Park der Opfer des Faschismus ist nunmehr beendet und damit auch das letzte der Chemnitzer Gymnasien laut Rathaus in einem Zustand, der "alle technischen und funktionellen Erfordernisse berücksichtigt".
Seit 2009 haben Freistaat und Stadt die Schule für rund vier Millionen Euro modernisiert. Bis Frühjahr 2010 waren in einem ersten Bauabschnitt die Sporthalle erneuert und ein behindertengerechter Aufzug angebaut worden. In einem zweiten Schritt folgte anschließend die Erneuerung des Hauptgebäudes vom Keller bis zum zweiten Obergeschoss und die der Außenanlagen.
Doch der Sanierungsmarathon in der einstigen Erweiterten Oberschule "Karl Marx" reicht bis ins Jahr 1991 zurück - wohl keiner der heute mehr als 500 Schüler wird damals schon auf der Welt gewesen sein. Nachdem zuerst Heizungen, Fenster und Sanitäranlagen erneuert worden waren, kamen Mitte der 1990er-Jahre neue Fachkabinette hinzu. Später flossen laut Rathaus Gelder in den Brandschutz, die Sanierung des Daches und der Fassade sowie in die Renovierung der Aula.
Dazwischen immer wieder jahrelange Pausen. Mehrfach musste die Fortsetzung der Arbeiten verschoben werden - aus finanziellen Gründen und weil in anderen Schulen der Stadt dringendere Sanierungen erledigt werden mussten. Für Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen ein belastendes Kapitel Schulgeschichte, das nunmehr zu Ende geht. Dass ein Großteil der Arbeiten in den vergangenen Jahren bei laufendem Schulbetrieb erledigt werden musste, hatte immer wieder zu Beeinträchtigungen des Unterrichts geführt. Zeitweise wurden komplette Jahrgänge in einen anderen Stadtteil ausquartiert, was bei den Eltern nicht immer auf Verständnis stieß. "Wir hoffen, dass nach Abschluss der Arbeiten nun alles funktioniert", sagte Elternsprecher Andreas Wank am Freitag. Andere sprachen - auch mit Blick auf die Attraktivität für künftige Schüler - von einem "Riesenschritt" nach vorn.
Während der Ferien sollen nach Angaben der Stadtverwaltung die sanierten Räume nun noch möbliert und hergerichtet werden, sodass dort ab 27.Februar wieder unterrichtet werden kann.


