Michael und Sabine Tzschüter haben Geocaching als Hobby entdeckt. Dabei sucht man mit einem GPS-Empfänger verborgene Schätze.
Foto: Steffi Hofmann
Schatzsuche mit Satellitenhilfe
Geocaching ist auch in Limbach-Oberfrohna sehr beliebt
Limbach-Oberfrohna. Wenn Michael und Sabine Tzschüter mit Kompass, GPS-Gerät, Taschenrechner, Stift und Zettel ausgestattet sind, kann es los gehen. Was früher eine Schnitzeljagd war, heißt heute Geocaching - die elektronische Suche nach einem Schatz. "Im Internet gibt es eine Seite mit weltweiten Koordinaten, die wir für einen Cache benötigen. Die drucken wir aus und dann beginnt die spannende Suche nach dem Ziel", erklärt Michael Tzschüter.
Sie waren schon auf der ganzen Welt unterwegs, zuletzt auf Mallorca und in New York. Das Interessante am Geocaching sei für die Tzschüters, dass sie dadurch an Orte gelangen, die sie so beim normalen Wandern nicht entdecken würden. Kürzlich starteten die beiden eine Tour durch den Limbacher Stadtpark. "Dort erfuhren wir zum Beispiel, wer den Park eigentlich gegründet hat und wo der älteste Baum steht", sagt Sabine Tzschüter.
Normalerweise verläuft eine Geocaching-Tour bei den Tzschüters mit einem GPS-Gerät. Michael Tzschüter hat nun im Stadtpark zum ersten Mal ein Handy-Programm ausprobiert. Damit gehe alles leichter und schneller. "Auf dem Bildschirm erscheint ein kleiner Kompass. Dann gebe ich die Koordinaten des jeweiligen Standortes ein und eine Entfernungsangabe zeigt mir, wie viele Meter ich bis zum nächsten Punkt zurücklegen muss", erläutert er. An jedem Punkt müssten schließlich kleine Aufgaben gelöst werden. Start ist beim Springbrunnen im Stadtpark. Hier sollen die Steine, die im Halbkreis um den Brunnen stehen, addiert werden. Diese Zahl wird aufgeschrieben - sie und alle weiteren sind für das Ziel notwendig - und die nächste Koordinate wird eingegeben. Es geht weiter zu einem Findling, danach zu einer "ehrwürdigen alten Dame mit viel Wohnraum für fliegende Saisongäste" - die Silberweide - bis hin zum Denkmal von Johannes Pache. "Hier ist die Quersumme des Geburts- und des Todesjahres zusammenzuzählen", liest Sabine Tzschüter vor. Auch diese Zahl wird notiert. Am Ende legen die Tzschüters in einer knappen Stunde acht Geocaching-Stationen zurück. Sie mussten acht Fragen lösen und haben jetzt acht Zahlen, die zusammen den Zielkoordinaten bestimmen.
"Jetzt steigt die Aufregung", sagt Sabine Tzschüter. Sie und ihr Mann eifern dem Schatz entgegen. "Wenn wir hin und wieder mit Freunden cachen, beginnt nun das Gerangel. Jeder will den Schatz zuerst finden", erzählt Michael Tzschüter. Dabei gehe es weniger um den Inhalt als um den Weg dorthin - den Finder erwarten weder Gold, Silber noch andere wertvolle Dinge. Meist ist irgendwo eine kleine Plastikdose versteckt, die das Innere vor Regen und Kälte schützt. Darin liegen zum Beispiel kleine Überraschungsei-Figuren, Schlüsselanhänger oder Münzen.
In jedem Fall befindet sich in der Dose ein Logbuch. "In dieses Büchlein trägt man seinen Namen, das Datum und die Uhrzeit des Fundes ein", erklärt Michael Tzschüter. Gut eine Woche zuvor, steht in dem Logbuch, haben andere Jäger den Stadtpark-Schatz gefunden. "In Limbach sind etliche Geocacher unterwegs", sagt Sabine Tzschüter. Allerdings gibt es einen Codex unter den Jägern: Man darf sich in der Natur nicht zu erkennen geben. Das sei zwar manchmal schwierig, gerade wenn man mit Kompass in der Gegend herumsuche, aber einzuhalten, führt die Limbacherin aus.

