Die beiden Schülerinnen Carolin Gärtner (links) und Jenny Graube vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Limbach-Oberfrohna haben eine Schicht in einem Seniorenheim in Wüstenbrand mitgearbeitet. Ihr Einsatz lief im Rahmen des sächsischen Aktionstages "Deine Arbeit gegen Armut".
Foto: Andreas Kretschel
Schüler arbeiten in Pflegeheim für Projekte in der Dritten Welt
Einen Tag lang haben zwei Gymnasiasten aus Limbach-Oberfrohna in einem Seniorenheim mitgeholfen
Limbach-Oberfrohna. Mehr als 20.000 Schüler aus ganz Sachsen haben sich gestern an dem Aktionstag "Deine Arbeit gegen Armut" beteiligt. Einen Tag lang haben sie in einem Betrieb oder einer Behörde gearbeitet und ihren Lohn für Projekte in der Dritten Welt gespendet. Jenny Graube und Carolin Gärtner aus der 11. Klasse des Limbacher Albert-Schweitzer-Gymnasiums haben sich für die PKP Seniorenbetreuung in Wüstenbrand entschieden. Für die beiden ist es die erste Teilnahme an dem Aktionstag: "Wir wollten etwas Sinnvolles tun und dabei mit Menschen arbeiten", erklären die beiden. "Außerdem ist das hier eine schöne Abwechslung zum grauen Schulalltag, bei dem wir die ganze Zeit sitzen müssen." Der Ausflug in die Arbeitswelt der Pflegekräfte hat einen weiteren Vorteil: "Wer heute in der Schule geblieben ist, musste aufräumen, putzen und Unkraut jäten", berichtet die 18-jährige Jenny.
Viele Aufgaben übernommen
Dagegen hatten die beiden Schülerinnen vielfältige Aufgaben zu erledigen: Angefangen mit der Vorbereitung und der Ausgabe von Speisen über Betten beziehen bis hin zum Bingo- und Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen durften sie in jeden Aufgabenbereich einmal hineinschnuppern. Nach dem Tag sieht ihr Fazit positiv aus: "Ich finde es unglaublich interessant, was die alten Leute alles so erlebt haben", erzählt die 17-jährige Carolin und ihre Freundin fügt hinzu: "Außerdem ist es schön, wie dankbar die Senioren sind. Die Arbeit macht Spaß, weil man etwas zurückbekommt."
Dennoch wollen beide nicht den Beruf der Altenpflegerin ergreifen: "Der Job braucht sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen - ich weiß nicht, ob ich das jeden Tag aufbringen könnte." Jenny jedoch möchte zumindest einen artverwandten Beruf ergreifen und eine Ausbildung zur Krankenschwester machen, danach ein Studium zur Heilpraktikerin.
Arlette Graube, Leiterin von PKP Seniorenbetreuung in Wüstenbrand, ist zufrieden mit den Mädchen: "Heute haben wir das erste Mal am sozialen Tag teilgenommen, aber ich denke, dass es nicht das letzte Mal war", sagt sie und begründet: "Die Teilnahme gibt uns eine Möglichkeit, soziale Projekte zu unterstützen und gleichzeitig jungen Menschen unsere Arbeit nahe zubringen." Auch die Resonanz der Heimbewohner ist durchweg positiv: "Ich habe gerne junge Leute um mich. Das hält jung", sagt Bewohnerin Christa Friedrich.
Nur höchstens die Hälfte ihrer Schulkameraden, so schätzen die beiden Schülerinnen, hätten sich dafür entschieden, gestern außerhalb der Schule aktiv zu werden. Den Grund dafür vermuten sie in dem Aufwand für die Arbeitssuche.
Auch in Limbach-Oberfrohna haben sich Unternehmen an dem sozialen Tag beteiligt. So waren beim Berufskleidungshersteller Güldi-Moden drei andere Schüler aus dem Schweitzer-Gymnasium aktiv. "Wir beteiligen uns seit drei Jahren an dem Projekt, weil wir den Schülern eine Chance geben wollen, sich sozial zu engagieren", sagt die kaufmännische Geschäftsleiterin Doreen Pelzer. Die Schüler hätten gestern im Lager sowie beim Auszählen der Ware mitgeholfen.
Berufsschulzentrum auch dabei
Neben dem Schweitzer-Gymnasium hat auch das Limbacher Berufsschulzentrum in diesem und im vergangenen Jahr bei dem Aktionstag mitgemacht. 2011 erarbeiteten 27 Berufsschüler 662 Euro. Damals hatte das Schweitzer-Gymnasium wegen eines Schuljubiläums ausgesetzt. Wie viel die Limbacher Schüler in diesem Jahr spenden werden, wird laut Veranstalter nach einer Auszählung bekannt gegeben.


08:46 Uhr
ChemB: Moment mal von "nötigen" kann man hier doch nicht gleich sprechen. Das sind Kinder/Jugendliche, die sich für einen guten Zweck einsetzen und sich dann Stellen aussuchen, die nach ihrer Meinung nützlich sind. Und da gehört halt die Altenpflege dazu. Da kuckt keiner nach ob Privat GmbH oder nicht. Zum glück sind die Kinder/Jugendlichen noch nicht so verkorkst und sehen hinter jedem Unternehmen ausbeute.
Ich finde den ehrenamtlichen Einsatz toll und hoffe die Teilnehmer auf allen Seiten hatten Spaß und einen gewissen AHA Effekt.
Kleiner Tipp GOOGLE befragen...damit es nicht so schwer fällt... www.genialsozial.de
19:13 Uhr
Matthias1: Das hat es doch alles schon einmal gegeben: Die Pioniergruppe leistet angeblich gesellschaftlich nützliche Arbeit, Timur und sein Trupp lassen grüßen! Nur dass die Schüler früher zur Arbeit für die Allgemeinheit und nicht zur kostenlosen Arbeit bei einer privaten GmbH in deren Pflegeheim genötigt wurden!
Außerdem wäre es spannend, wenn man erfahren würde, was für Projekte "in der dritten Welt" gefördert wurden. Es würde mich nicht wundern, wenn das Geld an Organisationen wie "Brot für die Welt" oder ähnliche gegangen werden, bei denen (anders als der Name andeutet) nicht soziale, sondern christlich-missionierende Zwecke verfolgt werden.