Innerhalb weniger Stunden haben die beiden Schwägerinnen aus Limbach-Oberfrohna ihre Babys zur Welt gebracht: Jenny Lieberenz mit Tochter Pia und Sandra Lieberenz mit Söhnchen Quinn (von links). Innerhalb weniger Stunden haben die beiden Schwägerinnen aus Limbach-Oberfrohna ihre Babys zur Welt gebracht: Jenny Lieberenz mit Tochter Pia und Sandra Lieberenz mit Söhnchen Quinn (von links).

Foto: Steffi Hofmann

Schwägerinnen werden zur gleichen Zeit Mutter

Jenny und Sandra Lieberenz aus Limbach-Oberfrohna kennen sich seit der Schulzeit

Limbach-Oberfrohna. Schon seit der Schulzeit machen sie alles zusammen - sie lernten gemeinsam, absolvierten den Abschluss im gleichen Jahr, begannen die gleiche Ausbildung. So schön die Schulzeit für die beiden auch gewesen sei - dass sie darüber hinaus einmal ein Leben lang miteinander verbunden sein würden, hätten sie damals nicht gedacht, sagen Jenny und Sandra Lieberenz heute.

Doch der Reihe nach: Als Sandra Lieberenz vor zehn Jahren mit ihrer Familie von Halle über Falken nach Limbach-Oberfrohna zog, freundete sie sich mit Jenny Lieberenz an. Die hieß damals allerdings noch Kohlsdorf. Die beiden Mädchen gingen auf die Hauptmann-Schule, saßen nebeneinander auf der Schulbank und verstanden sich blendend. "Unser Lehrer hat uns immer Schnatterliesen genannt, weil wir uns ständig irgendetwas zu erzählen hatten", erinnert sich Sandra Lieberenz.

Aus Freundschaft wird Familie

Nach dem Schulabschluss begannen beide ein berufsvorbereitendes Jahr in der Textilbranche am Beruflichen Schulzentrum in Limbach-Oberfrohna. Weil sie danach keinen Ausbildungsbetrieb fanden, orientierten sie sich anschließend neu. Jenny Lieberenz absolvierte eine Tischlerlehre, Sandra Lieberenz begann eine Maßnahme zur Hauswirtschafterin in der Diakonie.

In der Zwischenzeit verliebte sich Jenny in Christian Lieberenz, den Bruder ihrer besten Freundin. Mit Höhen und Tiefen überdauerte diese Liebe sieben Jahre, bis heute: Vor zwei Monaten heirateten Jenny und Christian Lieberenz und aus den besten Freundinnen wurden Schwägerinnen. "Nun fehlte nur noch die Familienplanung für unser Glück", sagt Jenny Lieberenz. Die 22-Jährige begann als erste damit und brachte vor anderthalb Jahren Tochter Laila-Sophie zur Welt. Ein halbes Jahr später folgte ihr dann Schwägerin Sandra (23). Ihr Sohn Xaver ist zehn Monate alt.

Während nun Jenny Lieberenz mit ihrem Mann Christian ein zweites Kind plante, wollte Sandra Lieberenz von weiterem Nachwuchs erst einmal nichts wissen. Doch dann kam alles anders.

Ende letzten Jahres erfuhren beide Frauen, dass sie im Sommer erneut Mutter werden. "Meine Reaktion war pure Freude, denn wir wollten ein Geschwisterchen für unsere Tochter", erzählt Jenny Lieberenz. "Da mein erstes Kind damals nur ein paar Wochen alt war, war die Nachricht für mich hingegen erst einmal ein Schock", gesteht Sandra Lieberenz. Doch auch für sie habe schnell festgestanden - sie wolle das Baby.

Gemeinsame Schwangerschaft

Neun gemeinsame Schwangerschaftsmonate der Schwägerinnen folgten. "Wir hatten oft zusammen Termine beim Frauenarzt, haben unseren Bauchumfang verglichen und Essgelüste oder Schmerzen miteinander geteilt", erzählt Jenny Lieberenz. Sie brachte am 31. Juli morgens um acht Uhr im Krankenhaus Hartmannsdorf ihre zweite Tochter Pia mit 2700 Gramm und 45 Zentimetern per Kaiserschnitt zur Welt.

Dass Schwägerin Sandra am Nachmittag zuvor ihren zweiten Sohn Quinn mit 3035 Gramm und 47 Zentimetern im selben Kreißsaal geboren hatte, habe sie zu der Zeit gar nicht gewusst. "Als ich davon erfuhr, dass hier noch eine Frau Lieberenz entbunden hat, war mir alles klar", sagt Jenny Lieberenz und lacht. Beide Frauen liegen nun gemeinsam mit ihren Babys in einem Zimmer. "Die Geburtstage der Kinder werden wir künftig entweder reinfeiern oder auf einen Tag zusammenlegen", sagt Sandra Lieberenz. Solche Geburtstage von ganzen Familien seien eher selten, sagt eine Schwester auf der Geburtsstation. "Es gibt hin und wieder beste Freundinnen, die am gleichen Tag entbinden", führt sie aus.

Auf die Frage, ob die Familienplanung nun bei den Lieberenzes abgeschlossen sei, antworten beide: "Theoretisch ja." Praktisch wünschten sie sich allerdings noch jeweils das andere Geschlecht als Kind. "Ich habe jetzt zwei Mädchen, aber mein Mann hat schon gesagt, er wolle gern noch einen Sohn", so Jenny Lieberenz. Bei ihrer Schwägerin und ihrem Freund sei es genau umgekehrt.

 
erschienen am 03.08.2012 ( Von Steffi Hofmann )
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