Am Vorplatz und im Schocken laufen die Arbeiten für das künftige Landesmuseum. 60.000 Besucher will die Direktorin nach der geplanten Eröffnung im September 2013 jährlich ins Haus holen.
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Sechs Millionen Euro für das Archäologiemuseum
Landesregierung billigt Summe zur Gestaltung der Ausstellungsräume
Chemnitz. Bis Mitte November soll das Areal am künftigen Archäologischen Landesmuseum zu einem zusammenhängenden Platz umgestaltet werden. Im Inneren bereitet derweil die Hauseigentümerin, die städtische Immobiliengesellschaft GGG, die spätestens für Juli avisierte Übergabe an den Freistaat vor. Dann sei der Innenausbau soweit vorangetrieben, dass das zuständige Kunst- und Wissenschaftsministerium das Haus übernehmen kann, um das Landesmuseum einzurichten, erklärte Sprecher Erik Escher.
Frühere Befürchtungen in Chemnitz, dass die Anschlussfinanzierung fehlt, könnten sich jetzt zerschlagen. Durch eine Vereinbarung zwischen Wissenschafts- und Finanzministerium sowie Haushaltsausschuss des Landtages könne die europaweite Ausschreibung der Arbeiten für die Ausgestaltung beginnen, bestätigte Karltheodor Huttner, Sprecher des Wissenschaftsministeriums, der "Freien Presse". "Damit sparen wir Zeit." Um den mehrfach verschobenen und nun im Herbst 2013 angepeilten Termin für die Museumseröffnung zu sichern, sei abgesprochen, dass die Ausschreibung per vorzeitiger Verpflichtungsermächtigung über rund 6Millionen Euro finanziert wird.
In Chemnitz begrüßt man diese Entwicklung. CDU-Landtagsmitglied Peter Patt etwa lobt, dass der Freistaat durch gutes Wirtschaften in der Lage sei, für 2013 geplante Mittel vorzuziehen. Und Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) hofft, "dass der Eröffnungstermin Herbst 2013 gesichert ist und sich der Freistaat sputet. Immerhin dauert das Projekt schon 13 Jahre." Trotzdem sei es wichtig, dass die Qualität der Ausstellung dem hohen Anspruch des Hauses gerecht werde.
Sabine Wolfram, seit 1.April Direktorin des entstehenden Museums, geht davon aus, dass sie im Herbst die Geschäfte in Chemnitz übernehmen kann. Derzeit pendelt sie noch zwischen den Standorten des Archäologischen Landesamtes in Dresden und Chemnitz sowie dem Wohnort Leipzig. Im Juni werde sie mit ihrem Mann eine Wohnung in Schloßchemnitz beziehen.
Ab Herbst sollen die zunächst fünf, langfristig elf Mitarbeiter des Museums ihre Büros im Schocken nutzen, um den weiteren Innenausbau zu koordinieren. So sollen die bewilligten Mittel unter anderem verwendet werden, um die Fußböden zu bauen, so Wolfram. Geplant sei eine in den Fußboden geritzte Grafik: "Sie symbolisiert die Ausbreitung des Ackerbaus in Sachsen." Überdies soll der Auftrag für die Beleuchtung vergeben werden. "Wir wollen ein Konzept aus einem Guss", betont die promovierte Prähistorikerin, die seit 2006 an der Universität Leipzig gearbeitet hat.
Sie rechnet damit, dass in etwa dieselbe Summe noch einmal 2013 nötig sein wird, um die Innengestaltung abzuschließen und die Ausstellungen einzurichten. Bei der Dauerausstellung soll das Sachsenspezifische dargestellt werden, erklärt die 52-Jährige. Dazu zählen Exponate etwa aus Zwickau, Freiberg und dem Erzgebirge sowie aus der Lausitz und Nordwestsachsen.
Jenseits davon will Wolfram in Sonderausstellungen Fremdes zeigen: "Die Welt zu Gast in Chemnitz". Eine Schau mit archäologischen Schätzen aus Vietnam soll dafür 2014/15 der Auftakt sein. Wolfram lässt keinen Zweifel daran, dass dies nur im Verbund mit anderen Museen möglich sei. Für die Vietnam-Ausstellung bereite sie etwa eine Zusammenarbeit mit Museen in Mannheim und Herne vor.
Vorerst stehen zwei andere Themen auf ihrem Arbeitsplan: So bilde sie derzeit eine Findungskommission, die helfen soll, den noch immer offenen Namen für das Museum zu finden: Ob es nun Archäologisches Landesmuseum oder Haus der Archäologie oder ein anderer Name sein soll - die Hausherrin lässt ihre Wünsche offen. Sehr konkrete Vorstellungen beschreibt sie hingegen zur Werbung für die Einrichtung. Die derzeitige und vorerst geplante Lösung reiche Sabine Wolfram nicht, sagt sie: "Ich könnte mir große Stelen vor dem Gebäude und - im Einklang mit dem Denkmalschutz - Masten am Schocken vorstellen, wie es sie früher gab. Darauf muss groß und fett Museum stehen."

