Foto: Tobias Rietzsch/Tierpark Chemnitz
Sorge um Zustand des Tierparks in Chemnitz ruft Stadträte auf den Plan
Mitglieder des Rates fordern von Stadt Konzept für den Erhalt der Einrichtung
Chemnitz. Kaum eine Chemnitzer Freizeiteinrichtung zählt so viele Besucher wie der Tierpark. Im vergangenen Jahr kamen 164.000 Menschen, weitere 28.000 in das zum Tierpark gehörende Wildgatter im Nachbarstadtteil Rabenstein. Gegenüber dem Vorjahr macht das ein Plus von fast sieben Prozent - Zahlen, von denen Verantwortliche andere Einrichtungen aktuell nur träumen können.
Doch der Zustand des Tierparks bietet angesichts eines seit mehreren Jahren währenden Sanierungsstaus zunehmend Anlass zur Sorge. Mittlerweile in einem Ausmaß, dass sich nun große Teile des Stadtrats einem Vorstoß der Grünen angeschlossen haben und von der Verwaltung ein Konsolidierungskonzept fordern. Das vergleichsweise bescheidene Anliegen des von 39 Stadträten von CDU, SPD, Linken, Grünen und dem fraktionslosen Ratsmitglied Andreas Wolf unterzeichneten sowie von der FDP unterstützten Antrags: "Der Tierpark sollte zumindest in seinem jetzigen Bestand erhalten und auf eine sichere Basis gestellt werden."
Bestandteile des Konzepts, das die Stadtverwaltung laut Beschlussantrag bis April vorzulegen hätte, sollen neben den zukünftigen Entwicklungszielen des Tierparks unter anderem ein neuer Stellenplan sowie eine Auflistung der notwendigen Instandhaltungsarbeiten und Investitionen sein. Außerdem soll geprüft werden, ob der Tierpark künftig als eigenständige Gesellschaft wie das Theater oder ähnlich dem Tietz als Eigenbetrieb der Stadt geführt werden kann, vielleicht im Verbund mit anderen Einrichtungen. Befürworter versprechen sich davon mehr Unabhängigkeit vom Haushalt der Stadt sowie bessere Möglichkeiten zum Anwerben von Spenden und Drittmitteln, etwa aus Forschungsprogrammen. Derzeit ist der Tierpark als eigenständiges Amt des Rathauses dem Dezernat für Recht, Sicherheit und Umweltschutz zugeordnet.
Bei dessen Bürgermeister Miko Runkel trifft das Ansinnen auf offene Ohren. "Dass ein Konzept für den Tierpark vorgelegt werden muss, ist unstrittig", sagte er. "Aber dafür ist ausreichend Zeit und eine umfassende und weitreichende Planung und Recherche notwendig." Bis April sei dies nicht zu schaffen, so Runkel. "Eher Ende dieses, Anfang kommenden Jahres."
In diesem Punkt zeigt sich die Mehrheit der Fraktionen offenbar durchaus gesprächsbereit. "Lieber gründlich arbeiten, auch wenn es etwas länger dauert", meint SPD-Fraktionsgeschäftsführer André Horváth. Ähnlich sieht es Thomas Lehmann von den Grünen, einer der Initiatoren des Vorstoßes. "Wichtig wäre allerdings, dass das Konzept zur Planung des nächsten Haushaltes vorliegt."
Dann aber könnte es vielleicht schon zu spät sein, mahnt indes Stadtrat Thomas Scherzberg (Linke). Denn bereits für Mitte dieses Jahres hat Kämmerer Berthold Brehm ein neues Sparpaket angekündigt. "Bis dahin müssen wir wissen, was beim Tierpark auf uns zukommt", so Scherzberg.



10:48 Uhr
Moderator: @derPirat: Wir hätten in dem Beitrag natürlich gern auch die Leiterin des Tierparks zu Wort kommen lassen. Nur wollte sie sich leider nicht persönlich äußern.
09:52 Uhr
Lithops: @derPirat
Bitte lesen: Blick vom 22.02.2012 Seite 2
"Räte sorgen sich um den Tierpark"
Zitat: "...sieht die Erarbeitung eines Konsolidierungskonzeptes für die Einrichtung durch die Stadtverwaltung vor."
11:45 Uhr
derPirat: Vielleicht sollten die Verantwortlichen im Tierpark selbst ihren Winterschlaf beenden. Dass im Artikel der Tierpark nicht zu Wort kommt, ist bezeichnend. Auf ein Konzept von den Verantwortlichen des Tierparks wartet man ja seit Jahren vergebens.
09:20 Uhr
Lithops: Sehr geehrte Stadträte und Stadträtinnen,
haben Sie doch noch den Winterschlaf beendet?
Jetzt müssen Sie nur noch die OB und die Bürgermeister wecken.
Wenn dann alle ausgeschlafen haben, auch an die Straßen, die Gullys, die roten Ampeln, Kappelino usw. denken.