Ende Juni präsentierten Trainer Gerd Schädlich, GGG-Chefin Simone Kalew, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, Spieler Benjamin Förster und CFC-Präsident Mathias Hänel (von links) erstmals das Modell für den Umbau des Stadions an der Gellertstraße. 
Ende Juni präsentierten Trainer Gerd Schädlich, GGG-Chefin Simone Kalew, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, Spieler Benjamin Förster und CFC-Präsident Mathias Hänel (von links) erstmals das Modell für den Umbau des Stadions an der Gellertstraße.

Foto: Andreas Truxa/Archiv

Stadion: Ludwig rechnet mit Zustimmung

Vorschlag für den Umbau liegt seit Dienstag den Stadtratsfraktionen vor

Chemnitz. Der Umbau des CFC-Stadions hat für Barbara Ludwig trotz schwieriger Finanzlage Vorrang. Das ist am Dienstag bei einem Pressegespräch deutlich geworden, zu dem die Oberbürgermeisterin ins Rathaus eingeladen hatte. Anlass war die Fertigstellung der Vorlage für den Grundsatzbeschluss zum Stadion-Umbau, über den die Stadträte in ihrer Sitzung am 5. Oktober entscheiden sollen. Die Vorlage sei am Dienstag in der Dienstberatung mit den anderen Bürgermeistern bestätigt und anschließend an alle Fraktionen ausgereicht worden, sagte die OB.

Alle beteiligten Ämter der Stadtverwaltung, die städtische Wohnungsgesellschaft GGG und der Fußballclub hätten sich in den vergangenen Wochen beeilt, damit die Stadträte die Beschlussvorlage so zeitig wie möglich in die Hände bekommen, so Ludwig. "Als Aushängeschild für eine Stadt gibt es einfach nichts besseres als Fußball", begründete sie das Projekt vor allem mit Blick auf Spielberichte im Fernsehen, in denen das Stadion zu sehen ist. Sie gehe fest von der Zustimmung des Stadtrates zu dem Vorhaben aus, erklärte die OB.

An den bereits Ende Juni vorgestellten Plänen hat sich bisher nichts geändert: Die Stadt überträgt das Stadion, das ihr gehört, ihrer 100-prozentigen Tochterfirma GGG. Die Wohnungsgesellschaft, die schon Erfahrungen mit ähnlichen Großvorhaben wie dem Tietz und dem Schocken hat, lässt das Stadion vom Frühsommer 2012 bis Ende 2013 für geschätzte 23 Millionen Euro in eine moderne, Zweitliga-taugliche Arena mit 15.000 Plätzen umbauen. Anschließend pachtet die Stadt die Spielstätte für voraussichtlich etwa zwei Millionen Euro jährlich von der GGG und überlässt sie zunächst unentgeltlich dem CFC, bis der Fußballclub eines Tages in der Lage ist, sich an der Finanzierung zu beteiligen. "Die Sanierung unseres Wohnungsbestandes wird darunter nicht leiden", versicherte GGG-Chefin Simone Kalew beim Pressegespräch am Dienstag.

CFC-Präsident Mathias Hänel verteidigte das Vorhaben erneut, weil ein neues Stadion mehr Zuschauer anlocke und dem CFC dadurch schneller zu mehr Einnahmen verhelfe. Das würden Zahlen von anderen Stadion-Neubauten belegen, so beispielsweise in Magdeburg, wo der Verein nach wie vor in der vierten Liga spielt, so Hänel.

Argumente wie diese sind in der samt Anlagen 24 Seiten starken Beschlussvorlage für die Stadträte aufgeführt, zu der außerdem noch eine 13 Seiten umfassende Plausibilitätsprüfung des Entwurfes und der Baukosten gehört. Enthalten sind auch umfangreiche Vergleiche mit anderen ostdeutschen Fußballstadien-Neubauten sowie verschiedener Um- und Neubau-Varianten für Chemnitz. Der Umbau des Sportforums für Leichtathletik und Fußball sei schon seit dem Bau des Kunstrasenplatzes in der Anlage nicht mehr realisierbar, erklärte die OB zu dieser Variante. Mit Fördergeld vom Freistaat für den Stadion-Umbau selbst könne Chemnitz zwar nicht rechnen, einzelne Teile, wie ein Solardach, könnten aber förderfähig sein, sagte sie. Mit Details, so auch der neuen Fan-Halle und der Stehplatz-Zahl, wolle man sich aber erst beschäftigen, wenn der Stadtrat dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt hat, erklärten die Verant- wortlichen.Seite 13: Leserforum

 
erschienen am 31.08.2011 ( Von Michael Brandenburg )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
29
(Anmeldung erforderlich)
  • 07.09.2011
    13:20 Uhr

    HorrorBeetle: @ Ballfreund:
    Die Verwaltung ist keine Firma, wäre sie das, würden immernoch im Mittelalter leben.

    Das Grünflächenamt hat sich nicht verrechnet. Wenn du Ahnung hättest, dann wüsstest du, dass Die Flächen des Amtes in den letzten Jahren gigantisch gestiegen sind (Abriss, Umverteilungn Neuwidmung, Neubau), aber KEINE neuen Mittel dem Amt zugeteilt worden sind.

    Es ist ja nicht so, dass die Ämter sich ihr Budget aussuchen, sie bekommen es von der Spitze zugeteilt. Und wenn 2 Millionen im Jahr in ein Stadion fließen, fehlen die an anderer Stelle!

    Mein Appell:
    Stellt das Vorkrisen-Niveau wieder her, dann baut euer Stadion!

    1 0
     
  • 06.09.2011
    16:46 Uhr

    Chemnitz4ever: @ acals:

    das brauch auch keine stadt einen 2.bundesliga club extra zu werben weil das medien interesse schon so hoch ist das jede weiter werbung rausgeschmissenes geld wäre. die anzahl an fernsehminuten hat werbe anzeigen in zeitungen kann man nahe zu nicht bezahlen überall auf der welt wird mit der 1. und 2. liga geworben und überall würde chemnitz stehen. um das zu erreichen brauchen wir ein neuen stadion. mal ganz davon abgesehen das ein neues stadion auch zum slogan stadt der moderne passt.

    0 0
     
  • 06.09.2011
    08:40 Uhr

    Ballfreund: @acals

    Das mit dem Wegducken der Wirtschaft ist ein Scheinargument und wurde z.B. von den Grünen ins Spiel gebracht.

    Es ist eine Farce, der Chemnitzer Wirtschaft dies zu unterstellen. Jeder Euro, der dort übrig ist, wird doch bereits, von den städtischen Vereinen (CFC, Niners, Fortuna, Wild Boys, ChemCats, etc.) abgesaugt! Leute, da gibt es etliche Beauftragte in den Vereinen, die Tag für Tag nur diese Firmen abklappern, um wegen Sponsorengeldern nachzufragen! Klar kann man sich hinstellen und fordern, die CFC-Sponsoren sollen gefälligst Kohle für ein Stadion locker machen. Genau dieses Geld fehlt dann aber für alle oben genannten Ausgaben. Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben!

    Nochwas - wegen den Ekko-Kürzungen im letzten Jahr. Das Kunst und Kultur im Jahr mit 46 Mio bezuschusst werden, wurde hier im Faden schon genannt. Ich habe keine Studie zur Hand, wie sich dort die Besucherstruktur zusammensetzt, gehe aber maldavon aus, daßsich dort eher das besser gestellte Klientel der Stadt trifft und seine Zeit verbringt. Im Stadion des CFC tummeln sich (da gab es eine Studie) ca. 30 Prozent der sozial nicht gerade bevorteilten Chemnitzer. Stellt man dies einmal gegenüber (die Förderung von Sport vis Kultur), wird auch hier von unten nach oben verteilt. Würde man sich entschließen, das neue Stadion nicht zu bauen, wären erneut Teile des Klientels betroffen, die schon unter dem Ekko leiden müssen.

    @HorrorBeetle
    Tja, typisches Beispiel für eine Fehlkalkulation. Das hätte das Grünflächenamt vorher mal berechnen sollen. In einer Firma, die sich am Markt beweisen muß, wären da Köpfe gerollt.

    1 1
     
  • 05.09.2011
    20:22 Uhr

    Chemnitz4ever: vorschlag:

    senkung des kultur etats um eine million euro diese in die grünflächen investieren. stadion trotzdem bauen.

    2 1
     
  • 05.09.2011
    20:16 Uhr

    acals: Hallo Chemnitz4ever und hallo ballfreund,

    danke fuer euren reply ... ihr arbeitet ja heftig um zu ueberzeugen ... find ich gut.

    wir sind nun mittlerweile in der diskussion da angelangt, wo eben der hase im pfeffer liegt:

    "wir brauchen solche großprojekte um unser stadtbild und unser stadtansehen weiter zu entwickeln" bzw.
    "sollte man alles dafür tun, das sich unsere Stadt den Name "Sportstadt" endlich wieder mit Stolz ans Revers heften kann"

    ... es geht also um verletzten stolz, es geht um eitelkeiten, es geht um ego - andersrum gesehen

    WIR brauchen das (also ich bin auch wir, ich brauch das aber nicht!). es ist sehr interessant mal zu recherchieren was denn andere Staedte mit klubs in der 2. BULI auf ihrer eingangshomepage zu stehen haben - war gerade in ingoldstadt, in duesseldorf, in paderborn ...

    da find ich nichts auf dem revers was auf 2. BULI hindeutet - und das ist auch normal. es ist dann sehr interessant womit diese staedte werben, gerade und auch in bezug auf sport.

    ich wiederhole gerne meinen vorschlag: erfolgt eine foerderung und zunaechst alleinige finanzierung der stadt, darauf laufen die 2 mio / jahr raus, dann gilt tarif oeffentlicher dienst - und zwar solange, bis das geld zurueck ist.

    und mal ganz nebenbei - keiner der hier kritisiert meckert doch auf dem CFC rum, das gebietet auch der respekt.
    aber nun ueberlegt euch doch mal: wie steige ich denn in die 2. BULI auf? welchen kader, welche spieler brauche ich dafuer? das geht ohne sponsoring nicht - die firmen in chemnitz ducken sich praktisch weg (ist unfair, weil die an ihre belegschaft denken - aha - koennen wir uns nicht leisten!!!) aber ohne firmensponsoring gehts es net.

    noch ein vorschlag: die stadt erklaert sich bereit fuer jeden firmeneuro, fuer jeden faneuro jeweils einen obendraufzulegen ...

    2 0
     

 
 
 
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