CFC-Vereinspräsident Mathias Hänel Foto: Wolfgang Schmidt (Archiv)
Stadionprojekt in Chemnitz: Die Sorgen des CFC-Präsidenten
Vorstandsvorsitzender Mathias Hänel fürchtet höhere Kosten für den Fußballverein
Chemnitz. Kurz nach dem Abpfiff des Freundschaftsspiels Chemnitzer FC gegen den englischen Top-Club Newcastle United war Mathias Hänel noch zu einem Scherz aufgelegt. "Dieses 1:0 ist eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel", bemerkte der CFC-Präsident mit einem Schmunzeln. Eine knappe Stunde später hatte sich sein Gesichtsausdruck grundlegend verändert.
Der 48-jährige Chefarzt stand mit ernster Miene und einem Mikrofon in der Hand vor der Fan-Halle im Stadion Gellertstraße, wo die Anhänger des Clubs am späten Freitagabend die Saisoneröffnung feierten. Hänel sprach offen über seine Befürchtungen, dass der Stadionneubau vielleicht noch kippen könnte. Am Mittwoch soll der Stadtrat die vertraglichen Details zwischen Kommune und GGG sowie zwischen Kommune und dem Fußballclub beschließen.
Hänel sieht in dem Zusammenhang dunkle Wolken für die Himmelblauen aufziehen. "Ich mache mir Sorgen, dass das, was der CFC beisteuern soll, nicht ausreicht", sagte der Vereinspräsident vor den annähernd 1000 Fans. Er erinnerte daran, dass der Club für die neue Arena in der dritten Liga jährlich rund 700.000 Euro Betriebskosten zahlen soll, in Liga zwei wären es knapp 800.000 Euro. Hinzu kommen 180.000 Euro netto an Pacht (Liga drei) beziehungsweise mindestens 250.000 Euro Pacht in der 2. Bundesliga.
"Wenn es Stadträte gibt, die der Auffassung sind, das sei immer noch nicht genügend, verstehe ich die Welt nicht mehr", betonte Hänel. Denn mehr könne ein Verein nicht leisten. Er appellierte an alle Stadträte, die im vergangenen Herbst den Grundsatzbeschluss zum Stadionbau ermöglicht haben, "sich auf ihr Erinnerungsvermögen zu besinnen". Zu den Konsequenzen für den Chemnitzer FC, falls der Stadionbau doch nicht zu Stande kommt, wollte sich der Vereinsvorsitzende auf Anfrage nicht äußern.
Sportlich konnten die Himmelblauen unter Beweis stellen, dass sie für die am nächsten Samstag beginnende Punktspielsaison gerüstet sind. Mit dem überraschenden 1:0 gegen den Fünften der letztjährigen Premier-League-Saison blieben die Chemnitzer während der gesamten Vorbereitung ohne Gegentreffer. "Das habe ich bisher auch noch nicht erlebt", sagte Trainer Gerd Schädlich. Gleichzeitig warnte er davor, "die Testspiel-Ergebnisse zu positiv zu sehen".
In die selbe Kerbe schlug Marcel Wilke, der gegen die Engländer 90 Minuten durchspielte. "Man darf nicht vergessen, dass es für Newcastle der erste Test war. Am Samstag zum Drittliga-Auftakt gegen Babelsberg weht ein anderer Wind", betonte der 23-Jährige. Während der Endphase der vergangenen Saison hatte der Defensivmann noch laut über einen Weggang vom CFC nachgedacht. In der Hinrunde Stammspieler und sogar bester Torschütze, musste der gebürtige Plauener im Frühjahr mit der Rolle des Ersatzmannes vorlieb nehmen. "Ich bin in einem Alter, in dem ich unbedingt spielen muss", hatte Wilke damals erklärt.
Seine Wechselabsichten hatten sich erledigt, als ihm von der sport- lichen Leitung Mitte Mai versichert worden sei, dass man weiterhin mit ihm plane. Jetzt kämpfe er mit Silvio Bankert und Neuzugang Christoph Buchner um den Platz in der Innenverteidigung neben Toni Wachsmuth. Kollege Bankert sei am Samstag gegen Babelsberg gesperrt. "Sollte ich wieder spielen, muss ich diese Chance nutzen", ist sich Marcel Wilke im Klaren.


14:19 Uhr
HorrorBeetle: @Ballfreund: Danke für diese fairen Beitrag! Ich sehe, es kommt wieder Qualität in die Diskussion.
11:34 Uhr
Ballfreund: @HorrorBeetle: "Lest euch diesen Artikel durch..."
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Ihre Frage ist berechtigt, eine Beantwortung kann letztlich aber nur durch den DFB erfolgen. Das neue Stadion soll bei einer Gesamtkapazität von 15.000 Plätzen insgesamt 5.500 Stehplätze umfassen. Sollte der DFB mit der DFL tatsächlich beschliessen, daß es keine Stehplätze mehr gibt (persönlich halte ich das für populistischen Unsinn), dann dürfte sich die Kapazität auf diesen Plätzen halbieren. Somit sind wir dann bei 2.750 (neuen) Sitzplätzen und die Gesamtkapazität der Chemnitzer Arena verringert sich auf 12.250 Plätze. Allerdings steht in den Stadion-Richtlinien des Verbandes daß ein Zweitligist mindestens 15.000 Plätze in seiner Arena anbieten muß. Gute Frage, wie das dann gelöst werden soll. Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder der DFB senkt seine Stadion-Anforderung oder der betroffene Verein wird gezwungen, seine Spielstätte umzubauen.
19:46 Uhr
fp2012: @HorrorBeetle:
Wir wissen doch alle, wie es laufen wird. Genauso wie es bei öffentlich finanzierten Bauvorhaben immer läuft. Da werden auf einmal Bodenverhältnisse vorgefunden, die so nie erwartet worden wären. Und dann wird Faktor 2 wie gewohnt zuschlagen. Und die Stadt hat zwar die Kosten auf 25Mio. gedeckelt. Aber was wird denn passieren. Ich brauche glaube ich nicht mehr weiterreden.
Dann werden aber die jetzt Verantwortlichen nicht mehr im Amt sein. Zur Verantwortung wird eh niemand gezogen. Alles bestens.
19:36 Uhr
fp2012: Lieber bundesliga2013.
20% Eigenanteil der Stadt sind doch ein vernüftiger Wert. Der Rest kommt von Bund und Land.
Und die Turnhalle ist für den Breitensport wichtig. Wo liegt Ihr Problem?
Solche Zahlen würde ich mir beim Stadion wünschen, dann hätte ich auch kein Problem damit. Und wenn sich das Land und der Bund nicht an einem Profifussball-Stadion beteiligen will, ist das sein gutes Recht und aus meiner Sicht nachzuvollziehen.
Aber unsere Stadt geht einfach mal den falschen Weg und sucht nicht etwa nach alternativen Finanzierungsquellen oder nach einer preiswerteren Übergangslösung. Nein, sie will alles selbst stemmen. Da dürfen Fragen doch erlaubt sein, oder?
19:29 Uhr
fp2012: Lieber Ballfreund,
nein, das ist einfach mal falsch. Die Aussage, dass die Stadt die anderen Vereine in den letzten Jahren vernachlässigt hat, stimmt nicht. Ich bin jede Woche mit der Mannschaft meines Sohnes unterwegs und habe die Entwicklung der verschiedensten Sportstätten in den letzten Jahren gesehen. Und die ist in Summe zwar verbesserungswürdig (das ist sie immer), aber in Ordnung.
Aber was in letzter Zeit seit Ekko 1 passiert, ist schlichtweg eine Katastrophe für den Breitensport. Wie gesagt, es wird überall gekürzt und die Mannschaft meines Jungen kann sich nicht mal mehr einen Platzwart leisten. Wie soll ich das dem Jungen erklären?
Sie haben recht, man kann das Stadion nicht für alles verantwortlich machen. Ersparen Sie mir die ständige Wiederholung meiner Argumente. Wir leben in einer parlamentarischen Demokratie und das ist auch gut so. Somit muss ich mich mit den Entscheidungen abfinden. Aber Sie dürfen es mir nicht verübeln, wenn ich nicht alle Entscheidungen einfach so hinnehme. Es muss schlüssig sein, und der Stadionbau ist es unter den gegebenen Umständen definitiv nicht.
Sie dürfen von mir aus alles, aber mich nicht so zusammenfassen, wie Sie das getan haben. Das ist schlichtweg falsch.