Der Siegerentwurf zeigt das neue Gemeindezentrum neben dem Diakonat. Dahinter steht die Limbacher Stadtkirche.
Foto: Architekturbüro Kerstin Bochmann
Stadtkirche will neues Gemeindezentrum bauen lassen
Entwurf für Neubau liegt vor - Nun fehlen noch 300.000 Euro
Limbach-Oberfrohna. In das Stadtzentrum von Limbach-Oberfrohna zieht die Moderne ein. Neben der 500 Jahre alten Stadtkirche, dem Pfarramt und dem Diakonat soll ein Evangelisches Gemeindezentrum in einem zeitgenössischen Baustil entstehen. Der Entwurf für das Gebäude mit einer Nutzfläche von 400 Quadratmeter ist aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen, der von der Landeskirche Sachsen ausgerufen wurde.
Gewinner ist das Chemnitzer Architekturbüro Kerstin Bochmann. Das geplante Haus werde in Holzskelett-Bauweise errichtet, sagt Geschäftsführerin Kerstin Bochmann, die mit ihren Kollegen die Pläne erarbeitet hat. "Das Haus wird aber bewusst mit einer Putzfassade gestaltet. So fügt es sich in das Ensemble mit Kirche, Pfarrhaus, Diakonie und Rathaus besser ein."
Im Innenbereich des Gebäudes werde es neben einem Gruppenzimmer, einer Küche und Sanitärräumen einen großen Saal geben, von dem mithilfe einer bewegbaren Trennwand ein weiterer Gruppenraum abgetrennt werden kann, erklärt die Architektin.
"Den Traum, ein neues Gemeindezentrum zu bauen, gibt es schon seit 100 Jahren", sagt Andreas Vögler, einer der beiden Pfarrer der Kirchgemeinde Limbach-Kändler. Damals sollte ein neues Gebäude auf dem Platz entstehen, auf dem die Großsporthalle errichtet wurde. Aber der 1. Weltkrieg habe den Plänen damals einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Johannes Schubert, ebenfalls Pfarrer der 2500 Mitglieder zählenden Kirchgemeinde, erklärt den Grund für den Neubau vor allem mit Platzmangel. Beim Kindergottesdienst, der parallel zum großen Gottesdienst in einem Raum in der Stadtkirche stattfinde, kämen bis zu 60 Kinder. Da werde es oft eng. "Wir möchten aber, dass viele Familien kommen und wollen dafür ausreichend Platz bieten", sagt Schubert. Zudem soll das neue Gemeindezentrum für die Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit sowie für große Feste genutzt werden.
Das alte Gemeindezentrum am Marktsteig habe die Kirche an den Verein der Christlichen Jugendarbeit Tee-Punkt verkauft, erklärt Andreas Vögler. Die Feuerwehr habe dort den Einbau einer breiteren Feuertreppe gefordert, wenn bei Veranstaltungen mehr als acht Personen im ersten Stock teilnehmen, sagt er. Doch das sei technisch nicht möglich gewesen. Deshalb habe man sich gleich für einen Neubau entschieden.
Bei dem Siegerentwurf hätten ihn zum einem die Lage des Hauses und die Zweckmäßigkeit überzeugt, sagt Pfarrer Vögler, der neben Vertretern der Stadt und verschiedenen Architekten zur 15-köpfigen Jury gehörte. "Der Pfarrgarten liegt jetzt im Mittelpunkt zwischen dem neuen Gemeindezentrum und der Kirche und kann weiter vielfältig genutzt werden." Außerdem habe man positiv bewertet, dass es durch den großen Raum die Möglichkeit der Größenverschiebung gebe und es noch einen richtigen separaten Raum gibt. "Dadurch sind Parallelveranstaltungen problemlos möglich. Und in dem extra Raum können Kinder ihre Bastelarbeiten auch mal liegen lassen."
Spätestens 2013 sollen die Bauarbeiten beginnen. Durch Unterstützung der Landeskirche und der Stadt Limbach-Oberfrohna, Eigenmittel und eine Erbschaft kann die Gemeinde bereits 500.000 Euro für die geplante Investition vorweisen. Fehlen noch 300.000 Euro. "Hier setzen wir auf die Spendenfreudigkeit der Gemeinde", sagt Pfarrer Vögler.
Die acht Architekturbüros, die an dem Wettbewerb zum Gemeindezentrum teilgenommen haben, seien vom Landeskirchenamt vorher aufgrund ihrer Erfahrung ausgesucht worden, wie Liane Remmler erklärt. Sie hat den Wettbewerb im Auftrag der Landeskirche organisiert. Mit der Vorauswahl sollte verhindert werden, dass zu viele Arbeiten eingereicht werden, aus denen die Jury hätte auswählen müssen. Obwohl es oft keine Aufwandspauschale gebe - in Limbach-Oberfrohna sind es 1000 Euro, der Sieger bekommt 3500 Euro - nutzen viele Architekten solche Veranstaltungen, um ihre Ideen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die Acht Entwürfe der Architektenbüros sind noch etwa 14 Tage lang in der Limbacher Stadtkirche ausgestellt. Wenn die Kirche geschlossen ist, sollen sich Interessenten im Pfarramt melden.


