Direkt an der Anton-Günther-Straße auf der grünen Wiese in Limbach-Oberfrohna sollen 14 neue Einfamilienhäuser entstehen.
Foto: Andreas Seidel
Stadtrat macht Weg für neues Baugebiet in Limbach-Oberfrohna frei
14 Eigenheime sollen an der Anton-Günther-Straße entstehen - Allerdings müssen noch Abwasserprobleme geklärt werden
Limbach-Oberfrohna. Wer an der Anton-Günther-Straße ein Grundstück bekommen sollte, der hätte zu einer Seite freie Sicht auf Felder und Hügel, auf denen Windräder drehen und Kühe weiden. Zwar ist es bis zur endgültigen Genehmigung noch ein langer Weg. Allerdings ist ein weiterer Schritt getan: Der Stadtrat von Limbach-Oberfrohna hat dem Entwurf des Bebauungsplanes zugestimmt. Als nächstes muss die Öffentlichkeit befragt werden. Dafür wird der Plan vom 8. April bis 8. Mai im Rathaus ausgelegt. Anschließend soll es Gespräche mit Bürgern geben, die Hinweise abgegeben hätten, sagt Bürgermeister Lothar Hohlfeld.
Die Stadtverwaltung hält aufgrund der aus ihrer Sicht attraktiven Bauflächen eine wirtschaftliche Erschließung der Bauflächen für möglich. Einerseits deshalb, weil sich bereits vor der jetzigen Entwurfsplanung viele Interessenten für die Grundstücke angemeldet hätten, wie Hohlfeld erklärt. Andererseits, weil ein Großteil der Infrastruktur vorhanden ist. Die Anton-Günther-Straße ist bereits an einer Seite bebaut, nun sollen auf der anderen Straßenseite in Richtung Feld 14 weitere Häuser entstehen.
Während möglichen Druckschwanken im Trinkwassernetz durch die zusätzliche Bebauung bereits im Vorfeld durch den zuständigen Zweckverband entgegengesteuert wurde, wie es in der Beschlussvorlage für das Baugebiet heißt, muss beim Abwassersystem nachgebessert werden. Anwohner hatten befürchtet, dass die bereits liegenden Kanäle und der Hauptsammler entlang der Frohnbachstraße für die neuen Gebäude nicht ausreichen.
Bauflächen im Wohngebiet Limbach-OberfrohnaDer Hauptsammler sei allerdings nicht das Problem, sagt Steffen Heinrich, Geschäftsleiter des Abwasser-Zweckverbandes Frohnbach. Allerdings könne der bereits existierende Zuführungskanal in der Anton-Günther-Straße in Zukunft nicht mehr ausreichen. Und das weniger wegen des Schmutzwassers der neuen Anlieger, so Heinrich weiter. Dort sei nicht mit plötzlichen Stößen zu rechnen. Stattdessen könne es bei starken Regenfällen Probleme geben, erklärt der Abwasser-Experte. Aus Heinrichs Sicht gibt es mehrere Lösungen für das derzeit nicht ausreichende Abwassernetz an der Anton-Günther-Straße. So könne der Kanal erweitert werden. Ebenso wäre es möglich, ein Regenwasser-Rückhaltebecken zu bauen oder Versickerflächen auf den Grundstücken vorzuhalten. "Das sind alles lösbare und finanzierbare Möglichkeiten", sagt Heinrich. Der Verband müsse die nötigen Investition allerdings nicht von seinem eigenen Budget übernehmen, erklärt er weiter. Das sei Sache des Investors, also der Stadt Limbach-Oberfrohna.
Wie hoch die Kosten für das Abwassernetz beziehungsweise für die Erschließung des Baugebietes sein werden, dazu können laut Stadtverwaltung derzeit noch keine konkreten Angaben gemacht werden.
Kritik an dem geplanten Baugebiet gab es im Vorfeld auch wegen dessen Lage auf der grüner Wiese. Dem entgegnet die Stadtverwaltung mit dem Verweis, dass die jetzt an der Anton-Günther-Straße geplanten 14 Eigenheim-Plätze nur ein kleiner Teil eines früher viel größer geplanten Baugebietes auf dem Feld sind. Außerdem gebe es in der Stadt Bedarf an solchen attraktiven Bauflächen.
Um Planungssicherheit für künftige Baugebiete zu haben, will die Stadtverwaltung einen Flächennutzungsplan entwickeln, wie Oberbürgermeister Hans-Christian Rickauer in der jüngsten Stadtratssitzung ankündigte. Die Arbeiten dafür könnten aber erst in der Haushaltsperiode im Jahr 2014 starten. Damit kann die Stadt für viele Jahre im Voraus festlegen, wo sie Bauflächen für Einfamilienhäuser und Gewerbe plant. Einen solchen Plan hatte auch die Landesdirektion von der Stadt gefordert.


12:54 Uhr
Marko83: nur leider passt das Foto nicht zur Karte. Das Foto zeigt die Häuser etwa an der Stelle, wo in der Karte das "ß" von "Anton-Günther-Straße" steht. Meines Wissens ist das Baugebiet auch an dieser Stelle ausgewiesen und nicht dort, wo der Punkt es zeigen soll.
21:21 Uhr
FPLeser85: "Grüne Wiese" wäre irgendwo in Wolkenburg oder Kaufungen gewesen, aber doch nicht in Oberfrohna. Vernünftig, dass das Projekt verwirklicht wird. Vom Eigenheim-Boom der Neunziger haben ja vorallem die Dörfer der Umgebung profitiert, wird Zeit da als größere Gemeinde auch zu punkten.