Der Urson oder Baumstachler Ursus zeigt sich nach der Quarantäne ab Montag erstmals Besuchern im Tierpark Limbach-Oberfrohna.
Foto: Meurer/Archiv
Urson-Junges ab Montag im Freigehege des Tierparks zu bestaunen
Kleiner Baumstachler wurde im Leipziger Zoo aufgezogen
Limbach-Oberfrohna. Klein und tollpatschig erkundet ein dunkles, stacheliges Jungtier mit bärenähnlicher Schnauze seine neue Umgebung. Er heißt Urs, ist acht Wochen alt und wurde im April im Tierpark Limbach-Oberfrohna geboren. Seine Mutter Quannah war nach seiner Geburt gestorben. Sie hatte Gebärmutterkrebs.
Klaus Eulenberger, Vorsitzender des Tierpark-Fördervereins und langjähriger Chef-Tierarzt des Leipziger Zoos - bekannt geworden durch die Fernsehreihe "Elefant, Tiger und Co." - kam auf die Idee, den Kleinen vorübergehend nach Leipzig zu geben, wo er tierärztlich versorgt worden ist.
"Nun nimmt er feste Nahrung zu sich, auch wenn das Tier noch regelmäßig mit der Flasche seine Milch bekommt", sagt Pflegerin Gabriele Wittig. Der kleine Baumstachler fühle sich offensichtlich sehr wohl.
Die Pflegerin holt das Urson-Junges heraus und nimmt ihn auf den Arm. Er knabbert gern am Ohr, versucht an den Armen und Beinen herauf zu krabbeln und schnüffelt im Gesicht herum. Dabei gibt er quietschende Geräusche von sich. "Man muss Urs sehr vorsichtig hochnehmen, denn seine kleinen Stacheln sind zwar noch nicht so schmerzhaft wie die eines erwachsenen Tieres und doch verspürt man Schmerzen, wenn sie sich in die Haut bohren", erklärt Wittig. Urs nagt auch gern Finger an.
Ursons gelten als die zweitgrößten Nagetiere Nordamerikas und können inklusive Schwanz bis zu einem Meter lang werden. Sie werden oft als Baumstachelschwein oder Baumstachler bezeichnet. Am 31. Mai, zum Richtfest vom Flamingolandhaus, wurde Urs der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt und von Professor Eulenberger auf den Namen Urs getauft. Die stacheligen Ursons sind mittlerweile relativ zahlreich im Tierpark vertreten. Im Moment befinden sich im Freigehege "Klein-Arizona" und somit für Besucher sichtbar, die Tiere Ole und Topsannah. In Quarantäne sitzen noch zwei weitere Weibchen, die bald ins Freigehege umziehen, wenn es gelungen sein wird, sie von den Bandwürmern zu befreien, die sie als blinde Passagiere mitgebracht haben. (effi/bj)
Service:
Der Tierpark Limbach-Oberfrohna, Tierparkstraße 1, hat im Sommer täglich von 9.30 bis 18.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3, ermäßigt 1,50 Euro. Ermäßigte Eintrittspreise erhalten Studenten, Schüler und Kinder ab 4 Jahre, Arbeitslose, Schwerbeschädigte und Inhaber eines Bescheides über die Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht. Kinder unter vier Jahren und Familienpassinhaber der Stadt haben freien Eintritt.

