Vor 500 Gästen sorgten die Ladiner aus Südtirol mit den Geschwistern Niederbacher am Samstag für Stimmung in Limbach-Oberfrohna.
Foto: Wiegand Sturm
Volksmusik sorgt für volle Stadthalle in Limbach-Oberfrohna
Haus will sich in diesem Jahr stärker dem jüngeren Publikum öffnen
Limbach-Oberfrohna. Sie ist Garant für ein volles Haus: Volksmusik für die ältere Generation. Zum Konzert der Ladiner am Samstag kamen 500 Besucher in die Stadthalle Limbach-Oberfrohna. Wegen solchen Zuspruchs ist es kaum verwunderlich, dass dieses Musikgenre im Jahresprogramm nicht zu kurz kommt. Als Höhepunkt hat Geschäftsführer Wolfgang Dorn für April Patrick Lindner und Michael Hirte gebucht, im Juni steht Kammersänger Gunter Emmerlich auf der Bühne und im Oktober Maxi Arland. Wie Veranstaltungschefin Brit Reichenbach-Hertzsch berichtet, läuft der Vorverkauf bereits auf Hochtouren.
Dorn verfolgt allerdings die Strategie, alle Zielgruppen ins Haus zu holen. So will er auch weiter auf die Jugend setzen. Eine Neuauflage der Party "Impulsiva", zu der im November 1000 Besucher in das Veranstaltungshaus strömten, ist am 10. März geplant. Eine Woche später wird es zum St. Patricks Day in der Stadthalle irische Rockmusik geben. Und für das ganz junge Publikum findet am 25. Februar eine Teenie-Disko statt.
Wolfgang Dorn führt seit August 2011 die Geschäfte in dem Ensemble an der Jägerstraße. Seitdem sind die Besucherzahlen leicht gestiegen. So kamen im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres 9525 Besucher zu Konzerten, Tanzveranstaltungen und Comedy. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es 8438.
Mit der Zahl der bisherigen Einmietungen für nicht öffentliche Veranstaltungen ist das Stadthallen-Management allerdings noch nicht zufrieden. Sieben Unternehmen haben sich 2011 eingemietet. "Für das erste Halbjahr 2012 haben wir aber bereits acht feste Zusagen und führen auch noch Gespräche", sagt Brit Reichenbach-Hertzsch.
Bisher keine Konzert-Absage
Im Aufsichtsrat der Stadthalle bewertet man die Arbeit des neuen Geschäftsführer vorsichtig positiv: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es noch verfrüht, um eine umfassende Einschätzung abgeben zu können", sagt Thomas Fritzsche, Stadtrat der Linken und Aufsichtsratsmitglied. "Ich sehe aber positive Tendenzen, die zeigen, dass es eine gute Entscheidung war, Herrn Dorn als Geschäftsführer einzusetzen."
Seit dem Geschäftsführerwechsel hat es zumindest auch keine Konzertabsage mehr gegeben. Selbst das Neujahrskonzert im Januar, das in den vorangegangenen beiden Jahren zweimal wegen geringer Nachfrage ausfallen musste, fand in diesem Jahr mit mehr als 200 Besuchern statt. Dorn erklärt zu diesem Punkt allerdings: "Auch vor meiner Zeit waren es nur drei bis vier Absagen. Das wurde aber immer sehr groß aufgebauscht."
Allein der wirtschaftliche Bereich müsse in Zukunft noch verbessert werden, räumt der neue Stadthallen-Chef ein. "Bei den Kosteneinsparungen sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen." Wie die Geschäftszahlen für das Jahr 2011 aussehen, wollte er mit Verweis auf die laufende Wirtschaftsprüfung noch nicht sagen.
Der Zuschuss aus der Stadtkasse wird laut Haushaltsplan für dieses Jahr von 516.000 Euro in 2011 auf geplante 490.000 Euro zurückgefahren. Allerdings gab es im Jahr 2011 auch größere Reparaturen zu finanzieren, außerdem kamen Forderungen der Rentenkasse für Service-Kräfte dazu. Im Jahr 2010 lag der Zuschuss noch bei 480.000 Euro.
Sparen will der Geschäftsführer vor allem bei den Betriebskosten. Aber er glaube nicht, dass er den Zuschuss damit im großem Umfang senken könne. Auch beim Thema Werbung seien größere Einsparungen schwierig. "Ein Künstler bewirbt sich nicht von allein", so Dorn. Seine Strategie ist stattdessen, mehr Veranstaltungen zu organisieren und damit mehr Einnahmen zu generieren. "Wir wollen 2012 richtig Gas geben."
Neue Stelle für Ticketverkauf
Das Personal ist mit Elke Höppner mittlerweile auf vier Festangestellte und zwei Lehrlinge angestiegen. Höppner ist seit Dezember für den Ticketverkauf verantwortlich und soll zudem Gäste über touristische Angebote der Region beraten- Mehrkosten, von denen die Stadthalle allerdings nur 30 Prozent übernehmen müsse, so Dorn. Den Rest zahlen demnach Tourismusverein Zwickau und die Arbeitsagentur.
Um die Außendarstellung weiter zu verbessern, wird bis März der Internetauftritt der Stadthalle überarbeitet. "Jetzt ist alles zu dunkel und unübersichtlich", sagt Dorn. Außerdem soll die Werbung über neue Medien wie Facebook und Twitter ausgebaut werden, um junge Leute besser erreichen zu können.


