Chris Roach aus Australien hat auf seiner Radtour rund um die Welt Station auf einem Biohof in Burgstädt gemacht. Der 30-Jährige radelt für einen guten Zweck - die Hilfsorganisation Oxfam. Sein Ziel: Für jeden gefahrenen Kilometer können Interessierte einen Dollar spenden. Chris Roach aus Australien hat auf seiner Radtour rund um die Welt Station auf einem Biohof in Burgstädt gemacht. Der 30-Jährige radelt für einen guten Zweck - die Hilfsorganisation Oxfam. Sein Ziel: Für jeden gefahrenen Kilometer können Interessierte einen Dollar spenden.

Foto: A. Truxa

Von Australien nach Burgstädt im Sattel

Auf seiner Radtour durch alle Kontinente hat ein Australier Sachsen erreicht

Burgstädt. Der Australier Chris Roach aus Newcastle, etwa 160 Kilometer nördlich von Sydney, hat mit seinem Fahrrad rund 45.000 Kilometer zurückgelegt. Im März 2009 war er in seiner Heimatstadt gestartet, vor wenigen Tagen erreichte er Burgstädt.

Der 30-jährige Bauingenieur will innerhalb von acht Jahren die Welt umradeln und damit alle Kontinente bereisen. In Burgstädt besucht er Patrick Walter und seine Freundin Peggy Knop, die er bei seiner Tour durch Indien kennengelernt hatte. Das Burgstädter Paar war erst Ende 2011 von seiner Radtour auf dem Hippie-Trail von der Türkei nach Indien zurückgekehrt.

"Zum einen ist es Fun, zum anderen will ich ein paar Lebenserfahrungen sammeln", sagt Chris Roach. Außerdem brauche er für so einen Trip nicht viel. Er rechnet mit fünf Euro pro Tag. In den knapp dreieinhalb Jahren hat er 20.000 australische Dollar, also knapp 17.000 Euro, ausgegeben. Er besuche Freunde und Gleichgesinnte. Außerdem versuche er mit einigen Gelegenheitsjobs, seine Reise-Kasse aufzubessern. Doch das sei gar nicht so einfach, denn beispielsweise in Deutschland sei das verboten, weil er keine Arbeitserlaubnis vorweisen könne.

Doch das längere Verweilen wäre ihm bald zum Verhängnis geworden. Laut Verordnung in den Schengen-Staaten - dazu zählt der Großteil von Europa - kann man drei Monate visafrei durch die Länder reisen. Diese Frist läuft Ende Juli ab. "Aber ich habe eine tolle Frau aus Spanien kennengelernt, mit ihr wollte ich von Deutschland aus weiter nach Schweden und Norwegen radeln", sagt der 30-Jährige. Dank der Freunde in Burgstädt und einem netten Mitarbeiter im Landratsamt Mittelsachsen sei der Aufenthalt in Europa für weitere drei Monate genehmigt worden.

"Wir sind froh, dass jetzt alles ganz unbürokratisch geklappt hat", erzählt Patrick Walter. Anfangs sei dem Weltenbummler aus Australien geraten worden, die Reise abzubrechen und nach Sydney zurückzufliegen, um ein Visum für drei weitere Monate zu beantragen. Die Ausländerbehörde des Landratsamtes bestätigte am Freitag, dass der Aufenthalt in Europa für drei Monate verlängert wurde.

Chris Roach ist erleichtert. Nun stehe seiner Weiterfahrt mit der spanischen Freundin nichts mehr im Wege. "Amanda hat ein soziales Jahr bei einer Hilfsorganisation geleistet. Das war Liebe auf den ersten Blick", erzählt er. Nun habe er große Lust, die restliche Strecke - geplant sind nach Nordeuropa weitere Stationen in West- und Südafrika sowie weitere Stationen in Süd- und Nordamerika sowie Alaska und zurück über Japan nach Australien - gemeinsam mit der Spanierin zurückzulegen. Dabei hat er noch nicht mal Halbzeit seiner Tour erreicht. Da er nicht kalkulieren könne, wann er wo genau eintrifft, beantrage er immer nur sehr kurzfristig ein Visum. Deshalb komme es auch zu Pannen, fügt er hinzu.

Nicht so viel Glück mit den Behörden hatte Chris Roach in Indien. "Die kürzeste Strecke auf meiner Tour wäre über Pakistan und Afghanistan gewesen", erzählt er. Doch er habe kein Visum bekommen. Deshalb nahm er einen Umweg von 4000 Kilometern in Kauf - wieder zurück über den Himalaya. "Das schlaucht ungemein. Außerdem erlebte ich in der Taklamakhan-Wüste in China eine große Dürre", ergänzt er. Die etwa 450 Kilometer durch Turkmenistan musste er in fünf Tagen schaffen. "Nur so lange galt das Visum. Ein Sandsturm in der Wüste erschwerte den Trip."

Nun kann Chris Roach etwas in Burgstädt verschnaufen. Er habe Zeit, seine Internet-Seite Cycle-Strongman zu aktualisieren. Außerdem bereitet er einen Vortrag vor. Mit seinen Eltern in Newcastle stehe er in Verbindung. "Meine Mutter versteht mein Fernweh, mein Vater hätte es lieber gesehen, wenn ich einen festen Job angefangen hätte", sagt er. Doch er radle auch für den guten Zweck. Für jeden Kilometer soll je ein Dollar gespendet werden für das Projekt Oxfam. Diese Organisation sucht nach dauerhaften Lösungen gegen Armut auf der ganzen Welt. Unter anderem werden Biohöfe in der Dritten Welt unterstützt. Knapp 6000 Euro sind zusammen.

Service:

Über seine Weltreise berichtet Chris Roach am 22. Juli, 19 Uhr, im Yoga-Studio in Burgstädt, Chemnitzer Straße 33.

 
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Von Australien nach Burgstädt im Sattel
Organisation engagiert sich für gerechte Welt ohne Armut
 
erschienen am 13.07.2012 ( Von Bettina Junge )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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