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Wasserturmschule weicht Altenheim-Erweiterung

In einem Neubau sollen 24 besonders bedürftige Bewohner betreut werden. Um Platz zu schaffen, wird die benachbarte Schule abgerissen - obwohl im vergangenen Jahr viel Geld in das Gebäude geflossen ist.

Von Johannes Pöhlandt
erschienen am 18.03.2017

Limbach-Oberfrohna. Die ehemalige Wasserturm-Grundschule in Limbach-Oberfrohna hat in den vergangenen Monaten für so manche Schlagzeile gesorgt. Vor genau einem Jahr sollten dort eigentlich bis zu 200 Flüchtlinge einziehen - so hatte es der Kreistag im Januar 2016 beschlossen. Als Konsequenz ließ der Landkreis die Schule aufwendig umbauen. Türen und Fenster wurden modernisiert, viele Bereiche des Gebäudes erhielten einen neuen Anstrich. Im ehemaligen Schulhof wurde ein Sanitärcontainer aufgestellt. Doch als der Umbau zur Notunterkunft im April abgeschlossen war, sank die Anzahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge bereits stark. Im Oktober wurde bekannt, dass die Schule nicht mehr bezogen werden soll.

Nun sind die Tage der Plattenbau-Schule gezählt. Am Dienstag soll der Verwaltungsausschuss des Stadtrates über den Verkauf des Grundstücks an das Virchow-Klinikum Glauchau entscheiden. Das Krankenhaus ist Gesellschafter des benachbarten Altenheims Am Wasserturm, das erweitert werden soll. Um Platz für den Anbau zu schaffen, muss die Schule weichen. Das Gebäude soll abgerissen werden, bestätigte gestern Klinikum-Sprecherin Tina Schultz.

Das bedeutet: Alle Investitionen in die Schule waren umsonst. Konkrete Zahlen, wie teuer der Umbau war, konnte Landkreis-Sprecherin Ilona Schilk gestern nicht nennen; die Schlussrechnung liege noch nicht vor. Im Mai hatte die Sprecherin die Kosten auf etwa eine halbe Million Euro beziffert. Schilk erklärte, dass der Mietvertrag des Landkreises am 31. März ausläuft und die Immobilie an die Stadt zurückgegeben wird.

Das Klinikum Glauchau zahlt 325.000 Euro für das Grundstück und finanziert den Abriss, der nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 120.000 Euro kosten wird. Das ist aber im Vergleich mit den Kosten für den Anbau ein geringer Betrag: Dafür wird das Krankenhaus laut Sprecherin Schultz etwa zwei Millionen Euro investieren. Geplant ist eine sogenannte Pflegeoase für Bewohner, die eine intensive Betreuung benötigen. 24 Plätze sollen eingerichtet werden. "In Limbach-Oberfrohna gibt es unseren Wissens nach keine vergleichbare Einrichtung", stellte Schultz fest.

Der Neubau soll über einen Verbindungsgang an das bestehende Altenheim, das über knapp 200 Plätze verfügt, angeschlossen werden. Das sei für Transporte und Versorgung der Bewohner von Vorteil, erklärte Schultz. Nach dem Erwerb des Grundstücks müssten zunächst die Planungen weiter vorangetrieben und der Bauantrag gestellt werden. Einen konkreten Zeitplan für Baubeginn und Fertigstellung des Objekts gebe es noch nicht, sagte die Sprecherin. "Wir beabsichtigen aber, noch 2017 zu starten."

Linken-Fraktionschefin Kerstin Brandt hatte sich mit ihrer Fraktion dagegen gewehrt, dass die Wasserturmschule 2014 endgültig geschlossen wurde. "Sie liegt in einem ruhigen Wohngebiet - und nicht an einer Hauptverkehrsstraße wie die Goetheschule", argumentierte die Stadträtin. Inzwischen sei eine Wiederbelebung der Schule aber unrealistisch, erst recht nach dem Umbau zur Notunterkunft. Daher werde sie im Ausschuss zustimmen, sagte Brandt. "Der Verkauf der Schule ist jetzt wohl die einzige Möglichkeit."

 
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