Wenn der EU-Prinz zur Schultheaterwoche reitet
Finnen eröffnen am Sonntag 12. Auflage des Schülertheaters im Schauspielhaus
Chemnitz. Chemnitz. Erstmals wird die Chemnitzer Schultheaterwoche von Finnen eröffnet: Sie spielen zum Start der 12. Schultheaterwoche am Sonntag "Fräulein Finnland" nach dem Märchen "Dornröschen", teilten die Organisatoren mit.
Die Mädchen und Jungen kommen von der Gesamtschule Kissanmaan koulu aus Tampere, der finnischen Partnerstadt von Chemnitz. Die Aufführung im Schauspielhaus beginnt am Sonntag um 18.30 Uhr und ist für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Dabei soll Dornröschen für die Geschichte Finnlands stehen: Zuerst werde Fräulein Finnland am königlichen Hof in Schweden geboren, schlafe 100 Jahre in der fremden Macht, wolle später selbstständig werden und heirate schließlich den EU-Prinzen - so kann ein Märchen eben auch ausgehen.
Auf die Finnen freue man sich sehr, "da werden wir unseren Horizont erweitern", sagte Theater-Intendant Bernhard Helmich gestern. Das Theater gehört neben dem Schulverwaltungsamt zu den Hauptorganisatoren. Finanziert wird die Theaterwoche von Vereinen, darunter dem Deutschen Bühnenverein, und Sponsoren.
Insgesamt nehmen 22 Theatergruppen von Gymnasien, Mittel-, Grund- und Förderschulen aus Chemnitz und der Region, aber auch aus Dresden teil. Beworben hatten sich 32 Einrichtungen. Das entspricht etwa den Zahlen der Vorjahre. Damit haben seit Beginn der Schultheaterwoche im Jahr 1999 insgesamt 99 Schulen teilgenommen, erklärte Theaterpädagogin Heike Vieth. Bis vergangenes Jahr seien rund 38.000 Zuschauer gezählt worden.
Bei der Auswahl der Stücke habe die Jury in diesem Jahr mehrmals gestaunt, so Vieth. Sei es bei der Musicalgruppe Time des Johannes-Kepler-Gymnasiums Chemnitz, die das Musical "Der kleine Tag" aufführe und auf einen geglückten Generationenwechsel verweisen könne, da jüngere Schüler für Schulabgänger nachrückten.
Oder bei dem Klassenprojekt des Chemnitzer Schulmodells: Das Stück "Dash 4 Zoe" zeigt "Romeo und Julia" in der Zukunft, "von Siebtklässlern ganz stark gespielt", sagte Vieth. Das treffe auch auf das Stück "Der Regenbogenfisch" der Theatergruppe der Schule "Am Zeisigwald" für geistig Behinderte zu. "Obwohl sie nicht mal einen eigenen Probenraum haben, sondern dafür ins Treppenhaus müssen", so Vieth.
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