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Eishockeyspieler Nino Jistel aus Chemnitz hat zwei Polizisten geholfen, sich gegen einen Angreifer zu verteidigen. Heute wird er dafür geehrt.

Foto: T. Söll

Wie ein Torwart zwei Polizisten rettet

Ein Eishockey-Spieler hat zwei Beamten in höchster Not geholfen, als diese von einem Angreifer attackiert wurden. Heute erwarten die Ermittler ihn auf der Wache.

Von Roberto Jurkschat
erschienen am 17.03.2017

Ein Polizist liegt hilflos am Boden, ein Mann hockt auf seinem Brustkorb und würgt ihm die Luft ab. Eine Polizistin versucht vergeblich, den Angreifer von ihrem Kollegen zu zerren. "Die Frau schrie so laut, dass ich sie bis ins Auto gehört habe", sagt Nino Jistel. Der Torwart vom Eishockeyteam der Chemnitz-Crashers war am 7. Februar nach einem fünftägigen Urlaub, den er mit seiner Freundin auf Usedom verbrachte, auf dem Rückweg nach Chemnitz. Kurz nachdem er am frühen Abend mit dem Auto von der Ostsee aufbrach habe er auf einer Landstraße das Blaulicht eines Streifenwagens bemerkt. Das Polizeiauto stand am Fahrbahnrand. Als er mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifuhr, habe er die Gewaltszene auf der Fahrbahn beobachtet. "Warte kurz", habe der 27-Jährige zu seiner Freundin gesagt, als er ausstieg.

Zu der Auseinandersetzung war es laut Polizei in der Nähe des 13.700 Einwohner-Ortes Anklam an der Ostsee gekommen, nachdem die Beamten am frühen Abend einen Alkoholtest bei dem 40-jährigen Autofahrer durchführen wollten. Doch der schlug dem 44-jährigen Polizisten die Faust ins Gesicht, prügelte ihn zu Boden und ließ nicht mehr von ihm ab. Seine 23-jährige Kollegin hat laut Polizei Pfefferspray gegen den Angreifer eingesetzt: Ohne Erfolg. Auf der Straße lagen Kugelschreiber, Papier und ein Alkoholmessgerät verteilt, erinnert sich der Chemnitzer. Nino Jistel ist 1,93 Meter groß und 99 Kilo schwer - ein robuster Typ. Als Eishockey-Torwart Gold wert, sagt sein Trainer Torsten Buschmann. Jistel gilt in der Mannschaft als bodenständiger und bescheidener Mannschaftssportler. Die Autowerkstatt seines Vaters in Harthau, in der er hauptberuflich arbeitet, möchte er mal übernehmen.

In einen so gefährlichen Streit musste er bisher noch nie eingreifen, wie er sagt. Gezögert habe er deshalb aber nicht. "Für mich hat es sich so angefühlt, als müsste ich da jemandem helfen, der mir auch helfen würde", beschreibt Jistel. Er habe den Angreifer gepackt und ihn zu Boden gezerrt. Er schrie den Ermittlern zu, sie sollten dem Mann die Handschellen anlegen. "Die Polizisten mussten kurz zu sich kommen", sagt der Chemnitzer. Kurze Zeit später konnten sie den 40-jährigen Angreifer im Streifenwagen fixieren. Außer einer leichten Schürfwunde an der rechten Hand habe er keinen Kratzer abbekommen. Der 44-jährige Beamte musste nach dem Einsatz mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, seine Kollegin kam mit dem Schrecken davon. "Was passiert wäre, wenn Nino Jistel nicht vorbeigekommen wäre, wollen wir uns lieber nicht vorstellen", sagte Polizeisprecherin Jana Hoffmann. Inzwischen seien beide Polizisten wieder wohlauf. Wie sie später feststellten, war der Tatverdächtige mit 1,8 Promille unterwegs, kurz bevor er auf die Polizisten losging.

In Zeitungen und im Internet sorgte das couragierte Eingreifen des Crashers-Torwarts für große Anerkennung. Er sei sprachlos über die Reaktionen, sagt Jistel. Auch die Polizei habe sich mehrfach bedankt. Die beiden angegriffenen Polizisten riefen an, die Pressesprecherin, der Dienststellenleiter. Eine Beamtin habe ihm angeboten, er könne Ansprüche geltend machen, falls sein Hemd beschädigt wurde. Die Ermittler wird Jistel heute sehen. Der 27-Jährige soll in der Dienststelle in Anklam für seinen Einsatz geehrt werden. Die Polizisten, denen er zur Hilfe kam, wollen ihm dann persönlich danken.

Erst im Nachhinein ist ihm klar geworden, wie schlimm diese Erfahrung für die beiden Polizisten gewesen sein müsse, sagt der Chemnitzer. Gestern kündigte Polizeisprecherin Jana Hoffmann an: Es werde natürlich ein kleines Präsent für den Retter geben. Vermutlich wird Nino Jistel dann noch einmal einen kleinen Urlaub auf Usedom machen.

 
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