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Das ist kein Foto aus dem Archiv vom Januar, sondern es wurde gestern am Südring aufgenommen. Leise rieselt der Schnee.

Foto: Andreas Seidel

Zu früh gefreut - der Winter ist wieder da

Balkone und Gärten sind frühlingshaft bepflanzt, so mancher hat Winterkleidung aus dem Schrank verbannt - und jetzt das! Ein Wetterexperte macht wenig Hoffnung.

Von Jana Peters
erschienen am 19.04.2017

Augenreiben beim Blick aus dem Fenster gestern früh: In dicken Flocken fällt Schnee auf Chemnitz, eine dünne, nasse Schicht bleibt liegen. "Ist schon wieder Winter?", dürften sich nicht wenige gefragt haben.

Schnee bedeutet nur wenig Gutes, wenn es um den Straßenverkehr geht. Unvorbereitet hat der Wintereinbruch den Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASR) jedoch nicht getroffen. Für derartige Fälle bleiben immer Winterdienstfahrzeuge bereit, antwortete eine Sprecherin auf Nachfrage, ob etwa schon von allen Wagen die Schiebeschilde abmontiert wurden. Seit der Nacht zum Dienstag seien drei Fahrzeuge im Einsatz gewesen, welche auf den am meisten befahrenen Straßen streuten. Das sei auch für die Nacht zu Mittwoch geplant gewesen. Allerdings beschränke sich der Winterdienst zwischen April und Oktober auf den gesetzlich festgelegten Umfang. Dieser umfasse nur verkehrswichtige und zugleich gefährliche Stellen. Dabei gehe es um Gefährdungen, die "trotz angepasster Geschwindigkeit, entsprechend ausgerüsteter Fahrzeuge und vorsichtiger Fahrweise nicht zu erkennen bzw. zu beherrschen sind", so die Sprecherin. Die Polizei registrierte im Stadtgebiet gestern bis 12Uhr 18 Unfälle, die auf glatte Straßen zurückzuführen waren.

Die Natur scheint da besser ans Wetter angepasst zu sein als der motorisierte Mensch. Der Frost sei nicht schädlich für die Pflanzen, die gerade begonnen haben zu blühen, sagt Wolfgang Berthold, Leiter des Botanischen Gartens Chemnitz. Es sei ganz normales April-Wetter, mit dem die heimische Natur leben könne, ohne Einflüsse zu haben auf Bauern oder Gärtner. Es könne sein, dass Narzissen jetzt Kälteflecken bekommen. Stiefmütterchen und Primeln störe die Kälte aber nicht. Frostschäden gebe es erst, wenn das Wasser in den Bäumen gefriert, das sei aber erst ab Temperaturen von minus 15Grad der Fall. Gefährlich könne es werden, wenn sehr viel nasser Schnee fällt. Das sei am 4. April 1979 der Fall gewesen. Innerhalb von drei Stunden sei ein Meter Neuschnee gefallen, was in der Umgebung von Augustusburg zu einem verheerenden Schneebruch geführt habe. Auch für Insekten sei das Wetter momentan nicht gefährlich. Bienen und Hummeln könnten sich einfach in ihren Bau zurückziehen. Unerklärlich sei ihm allerdings, warum Schwalben schon fliegen. Wenn sich nun die Insekten zurückziehen, dürfte es für diese Vögel kaum mehr möglich sein, Nahrung zu finden.

Für Menschen, die sich nach Wärme sehnen, hat Meteorologe Udo Baum vom Wetterinformationsdienst Q-Met schlechte Nachrichten. Bis Ende April soll es wechselhaft und kühl bleiben, sagt er. Das sei aber durchaus normal für den April. "Wir hatten das nur ein wenig aus den Augen verloren, weil in den letzten zehn Jahren die Aprilmonate oft trocken und zu warm waren", so Baum. Aber auch das Gegenteil gibt es: Zuletzt sei der April 1997 kälter gewesen, als es dieser voraussichtlich wird. Der März 2017 sei deutlich zu warm ausgefallen. "Um so krasser sind nun die Umstellung für den Körper und das subjektive Empfinden", beschreibt der Meteorologe. In den nächsten zwei Nächten müsse noch mit Frost gerechnet werden, heute Nacht sogar bis minus fünf Grad Celsius. Einen Hoffnungsschimmer sieht Baum erst für den Monatswechsel. Dann sollen die Temperaturen spürbar steigen. "Für den Sommer lässt sich daraus aber nichts ableiten", warnt der Experte vor falschen Schlüssen.

 
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Zu früh gefreut - der Winter ist wieder da
Passanten zum plötzlichen Wintereinbruch: "So ist eben der April"
 
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