Die Brandbekämpfer aus den Feuerwehren von Annaberg-Buchholz und Umgebung sind seit März fast regelmäßig im Löscheinsatz.
Foto: Bernd März
Annaberg-Buchholz: Feuerwehr im Dauereinsatz - Polizei prüft Zusammenhänge
In der Stadt und der Umgebung gab es in 16 Wochen mehr als zehn Brände
Annaberg-Buchholz. Altkleidercontainer und Mülltonnen brennen, leer stehende Garagen, Gewächshäuser, Holzstapel und Baumaterial. Zuletzt hat am Dienstag ein nicht mehr genutzter Anbau in unmittelbarer Nähe des Beruflichen Schulzentrums für Technik in Flammen gestanden. In einigen Fällen ist sich die Polizei sicher, dass es sich um Brandstiftung handelt, bei anderen wird in diese Richtung ermittelt. Mit dem Begriff "Feuerteufel" halten sich die Beamten momentan aber noch zurück.
"Aus subjektivem Empfinden kann man sicher von einer Häufung von Bränden sprechen. Das heißt aber nicht, dass es zwischen allen einen Zusammenhang gibt", sagt Frank Fischer von der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Auch Karsten Schramm, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Annaberg, hält sich diesbezüglich zurück. Er sagt aber, dass es im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Einsätze sind: "Und wenn jahrelang leer stehende Objekte plötzlich brennen, ist das schon sehr fadenscheinig."
Zum Teil könne Brandstiftung ausgeschlossen werden. Beispielsweise geht die Polizei bei dem Brand in einem Gewächshaus der ehemaligen Gärtnerei "Edelweiß" in Annaberg-Buchholz Ende Mai von Selbstentzündung aus. In dem Gebäude hatten mehrere Strohballen in Flammen gestanden. Auch bei dem Brand Ende Juni in Buchholz, bei dem direkt neben einem Eigenheim an der Bergstraße Mülltonnen und ein Holzstapel in Flammen standen, schließt die Polizei einen Zusammenhang mit den anderen Fälle aus. Allerdings war auch dort von Brandstiftung die Rede.
Bei den beiden jüngsten Einsätzen der Feuerwehren - in drei leer stehenden Garagen zwischen Cunersdorf und Sehma sowie nahe dem Berufsschulzentrum in Buchholz - stünden die Ermittlungen allerdings noch ganz am Anfang. Auch die zu den jeweiligen Brandursachen dauerten noch an. Nähere Angaben seien deshalb noch nicht möglich.
Bei den anderen Fällen gibt es Ermittlungsergebnisse, bestätigt der Polizeisprecher. Jedoch könne nicht zu allen Details Auskunft gegeben werden, um die noch laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bränden werden noch geprüft, so Frank Fischer: "Sie müssen aber im Einzelfall anhand der Spurenauswertung und aller anderen Ermittlungsergebnisse nachgewiesen werden."
Ein Zusammenhang mit den aktuellen Bränden im Raum Marienberg sei derzeit nicht erkennbar. Dort haben in sieben Wochen der Dachstuhl in der Altstadtkaserne, ein Schuppen und ein Hühnerstall in einer Gartenkolonie, die Scheune eines Maschinenbauunternehmens und ein Kälberstall gebrannt.

