Auf dem Weg zum Weltkulturerbe

Pilotstudie für Annaberg-Buchholz soll bis Frühjahr 2011 fertiggestellt sein

Annaberg-Buchholz. Annaberg-Buchholz. Die Montan-Region Erzgebirge ist auf dem Weg, Unesco-Weltkulturerbe zu werden - und die Kreisstadt geht mit. Vertreten werden soll Annaberg-Buchholz dabei von Margit Kreißl (CDU), Jürgen Förster (FW Bürgerforum) und Frank Dahms (Die Linke). Die drei Stadträte hat der Technische Ausschuss auf seiner jüngsten Sitzung als Mitglieder der Arbeitsgruppe bestätigt, die gemeinsam mit einem Team der TU Bergakademie Freiberg unter Leitung von Helmuth Albrecht eine Pilotstudie erarbeiten wird.

Erweitert werden könne dieses Team mit Vertretern des Denkmal- und Naturschutzes sowie interessierten Bürgern. Unterm Strich gelte aber für die Zusammensetzung der Gruppe das Motto: "So viel wie nötig und so wenig wie möglich", sagte Albrecht. Ansonsten könne es passieren, dass sich bei anstehenden Entscheidungen ganz schnell verzettelt wird.

Fertig gestellt werden soll die Studie, über die der Stadtrat abschließend entscheiden muss, im Frühjahr 2011. Bis dahin gelte es innerhalb der Arbeitsgruppe Konsens darüber zu erzielen, welche Annaberg-Buchholzer Objekte die Weltkulturerbe-Liste bereichern sollen. Außerdem müssen Pufferzonen sowie notwendige Sichtachsen festgelegt werden. Als Pufferzone wird dabei das unmittelbare Umfeld des für das Unesco-Welterbe angemeldeten Objektes bezeichnet. Mit der Sichtachse ist der (freie) Blick auf das schützenswerte Gut gemeint, der beispielsweise nicht mit dem Bau neuer Windkraftanlagen verschandelt werden dürfe. Für die Kreisstadt sind derzeit folgende drei Objekte beziehungsweise Gebiete vorgeschlagen: historische Altstadt, Bergbaustandort am Pöhlberg und Bergbaugebiet Frohnau.

Als ein nächster Schritt wartet auf die Arbeitsgruppe die erste Projektbesprechung, gab Albrecht die Richtung vor. Bis zum Frühjahr 2012 sollen seinen Worten zufolge sämtliche Antragsstudien der derzeit elf von maximal 38 Kommunen auf deutscher Seite des Erzgebirges vorliegen. Für 2013 - so der Plan - ist die Antragstellung zur Aufnahme der Montanregion in das Weltkulturerbe vorgesehen. Schon ein Jahr später könnte die Entscheidung darüber fallen.

Wichtig: Die Aufnahme bestimmter Areale in das Weltkulturerbe bedeute nicht automatisch, dass dort nichts mehr gebaut werden darf. Es müsse nur vorher mit der Unesco abgesprochen werden. Als Beispiel nannte Albrecht das Ozeaneum in Stralsund, das mitten im Weltkulturerbegebiet errichtet wurde.

 
erschienen am 07.09.2010 (Von Thomas Wittig)
 
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