So könnte die Klanginsel im Thermalbad Wiesenbader Kurpark einmal aussehen. Landschaftsarchitektin Franziska Nestler hat den Entwurf erarbeitet.Aus acht Kanälen gibt's was auf die Ohren
Im Kurpark Thermalbad Wiesenbad soll eine Klanginsel entstehen - Technisch schwierige Konstruktion - Projekt kostet 150.000 Euro
Thermalbad Wiesenbad. Thermalbad Wiesenbad. Einfaches Musikhören war gestern. Denn in Thermalbad Wiesenbad wird derzeit an ganz besonderen Hörerlebnissen gearbeitet. Im Kurpark soll nämlich eine Klanginsel entstehen - im August wird es mit den Bauarbeiten dazu losgehen. Und dann wird nicht mehr wie üblich stereo gehört, sondern es gibt Musik aus acht verschiedenen Kanälen auf die Ohren.
"Es sieht ein bisschen aus wie Stonehenge", sagt Klinik-Geschäftsführer Klaus Leibiger lachend. Denn um ein neues Rondell mit etwa zehn Metern Durchmesser werden acht Edelstahlsäulen postiert, jede davon 2,50 Meter hoch. Das Rondell wird umgeben von Staudengräsern und Sträuchern, die bereits im Wind ihren eigenen "Klang" abgeben sollen. Zum Rondell gelangen Besucher auf drei verschlungenen Wegen. Und dort soll das ungewöhnliche Klangerlebnis warten. "Aus jedem der Lautsprecher kann dann ein anderes Geräusch kommen, sodass in der Mitte ein richtiger Raumklang entsteht", erklärt Leibiger.
Vogelstimmen, Naturgeräusche, Entspannungsmusik oder auch Märchen seien dabei denkbar. Ein endgültiger Plan, was zu welcher Zeit im östlichsten Teil des Thermalbad Wiesenbader Kurpark gespielt werden soll, existiert aber noch nicht. "Das ist gar nicht so einfach, wir mussten uns da auch erst mal reinfinden, was man so spielen kann und darf", erklärt der Geschäftsführer. So sei es zum Beispiel nicht möglich, ein Orchesterstück von einer normalen CD abzuspielen - eine eigens für die Kurklinik aufgenommene Version muss erarbeitet werden.
"Es müssten ja acht verschiedene Kanäle bedient werden, darauf ist das handelsübliche System nicht ausgelegt", erklärt Wolfgang Börner vom Elektroplanungsbüro Zschopau. Er kümmert sich um die technische Seite der Klanginsel, die sich einigermaßen kompliziert darstellt. So muss zum Beispiel noch erarbeitet werden, wie Hörer im Kurpark die Lautstärke der Klänge beeinflussen können - ohne die Steuerung des Systems völlig aus der Hand zu geben. "Da gibt es jedenfalls keine Lösung von der Stange", bestätigt der Experte. Dementsprechend kostet die Klanginsel die Kurklinik auch einen Batzen Geld. Rund 150.000 Euro sind geplant. Gefördert wird das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. "Sonst wäre das gar nicht möglich", sagt Klinikchef Leibiger. Komplett fertig gestellt ist die Klanginsel voraussichtlich im Mai nächstes Jahr.


