Sven Kantwerk (links) und René Schreiter haben im Turm der St.-Annen-Kirche den neuen Ringanker gegossen. Dafür wurden rund sechs Kubikmeter Beton in 32 Meter Höhe gepumpt.
Foto: Bernd März
Betonpumpe überwindet zum ersten Mal 32 Meter Höhe
Der Ringanker auf der Baustelle von Sankt Annen war eine besondere Herausforderung
Annaberg-Buchholz. Erleichtert hat Bauleiter Frank Seidel die St.-Annen-Kirche verlassen - die derzeit höchste Baustelle in Annaberg-Buchholz. Die Anspannung vom Morgen war gewichen - bei ihm genauso wie bei den beteiligten Bauarbeitern und beim Betonlieferanten. Denn für sie alle war das Gießen des Ringankers im Turm des Gotteshauses eine Premiere. Noch nie zuvor musste die Betonpumpe eine Höhe von 32 Metern überwinden. Zwar sei sie für Entfernungen dieser Art ausgelegt, bisher aber eben nur in der Länge.
"Es ist auch im Erzgebirge eher selten, dass in solchen Höhen Beton gegossen wird", sagte Frank Seidel. Annähernd sechs Kubikmeter sind in den neuen Ringanker geflossen. Dabei habe es keinerlei Komplikationen gegeben, es sei alles nach Plan verlaufen. Das gelte auch für die gesamten Bauarbeiten am Turm des Annaberger Wahrzeichens. "Alles läuft gut, wir liegen im Zeitplan", berichtete Seidel.
Das bestätigte auch Martin Lange, der die Sanierung als Verwaltungsleiter der örtlichen Kirchgemeinde mit koordiniert. Als nächstes würden dann unter anderem die Arbeiten am Läuteboden sowie Zimmermannsarbeiten ausgeführt. Parallel dazu erhalte der äußere Turmrundgang eine Verblendung aus Kupferblech. "Damit kein Wasser mehr eindringen kann", erläuterte Lange. Das sei schließlich die Ursache für etliche der Schäden, die im Zuge der Sanierung behoben werden. Je nach Baufortschritt werde auch im Außenbereich weitergearbeitet - das Turmmauerwerk verfugt.
Anfang Oktober sollen dann die drei restaurierten Bronzeglocken, die sich noch in einer Spezialwerkstatt befinden, wieder auf den Kirchturm aufgezogen werden. Ziel ist, dass das 197 Jahre alte Geläut am 31.Oktober erstmals wieder erklingt. Frank Seidel wie auch Martin Lange sind zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Es wird mit Gesamtkosten von rund 475.000 Euro gerechnet.
Noch nicht ganz zufrieden ist der Verwaltungsleiter mit der Resonanz auf einen Fotowettbewerb. "Es ist verhalten angelaufen", sagte er. Obwohl er überzeugt ist, dass bereits viele Aufnahmen von den Bauarbeiten gemacht wurden. Gelungene Bilder im Din-A4-Format können im Pfarramt abgegeben werden. Die besten werden im Informationszentrum gezeigt.
Service
Über den Fortgang der Bauarbeiten können sich die Besucher im Informationszentrum im unteren Teil des Turmes informieren. Geöffnet ist samstags und sonntags von 14 bis 16.30 Uhr.


