So könnte die Brücke über das Zschopautal aussehen. 
So könnte die Brücke über das Zschopautal aussehen.

Foto: SBA

Betroffene dürfen sich zu Brücken-Plan äußern

Für die einen ist es ein Monstrum, für andere die einzig sinnvolle Verkehrsführung über das Zschopautal

Annaberg/Schönfeld. Die Planungen für eine Brücke über das Zschopautal sind vorerst abgeschlossen. Ab 19. September geht das Verfahren deshalb in die öffentliche Runde. Der Brücken-Vorschlag wird in den betroffenen Kommunen ausgelegt. Vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sei die Vorplanung genehmigt, bestätigt das zuständige Straßenbauamt Plauen. Nun dürfen Betroffene ihre Meinung zum vorgesehenen Brückenbauwerk kundtun.

Das soll in Schönfeld beginnen und den Bogen bis kurz vor das Erzgebirgsklinikum in Annaberg-Buchholz spannen. 375 Meter lang und bis zu 32 Meter hoch soll das Bauwerk laut Planern werden. Entlastet wird damit der unübersichtliche Knoten im Zschopautal, an dem sowohl die Straße aus Frohnau als auch die aus Tannenberg auf die B95 münden. Die neue Bundesstraße wäre bergauf mit zwei, bergab mit einer Fahrbahn ausgestattet.

"Die Pläne werden voraussichtlich ab 4. Oktober für 14 Tage in der Verwaltung Thermalbad Wiesenbad ausliegen", kündigt Thomas Burkert, Hauptamtsleiter der Gemeinde, an. Eine Stellungnahme der Kommune werde ebenfalls erarbeitet. "Das Thema wird auch auf jeden Fall nochmal öffentlich diskutiert", sagt er. Bürgermeister Heinz Fischer (Bürgerforum) hatte bereits bei früheren Diskussionen angekündigt, dass es Einsprüche hageln werde.

"Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um diese Monsterbrücke zu verhindern", kündigt auch Wolfgang Riether, Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz, an. Immerhin führe die Brücke quer durch ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet, das unter speziellem Naturschutz steht. Auch in punkto Artenschutz wolle er die Planungsunterlagen genau unter die Lupe nehmen, sagt Riether. "Da sehe ich große Konflikte." Falls die Planungen nicht mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen versehen seien, lande das Vorhaben sicherlich vor Gericht. "Das ist auf jeden Fall ein haariger Eingriff in die Landschaft - auch aus ästhetischer Sicht", sagt der Naturschützer. Er könne sich nicht vorstellen, dass der malerische Blick von Schönfeld auf die Annaberger Altstadt den Brückenbau "überleben" würde. Wie viele andere plädiert auch Riether für eine Kreisverkehrslösung im Zschopautal. "Die wäre auch im Sinne einer sparsamen Haushaltsführung", sagt er. Immerhin liegen die geschätzten Kosten für die Brücke bei 15,1 Millionen Euro, ein Kreisverkehr wäre laut Planung mit 2,5 Millionen Euro zu machen.

Ob am Ende überhaupt Geld für das Riesenprojekt da wäre, vermag derzeit keiner zu sagen. "Bis Baurecht für die Maßnahme vorliegt, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Insofern sind Fragen zur Finanzierbarkeit heute noch nicht aktuell", erklärt Frank Weigel, Straßenbauamtsleiter der Zweigstelle Bad Schlema.

 
erschienen am 08.09.2011 ( Von Hannah Metzger )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
5
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  • 28.09.2011
    15:25 Uhr

    berggeist196: das hier durch den Artikel der FP erzielte Hauptaugenmerk auf die Brücke sollte nunmehr auf die bis dahin fungierenden Provisorien gerichtet werden.
    Eine in den 70er Jahren errichtete 80 cm starke Spannbetonbrücke mußte zwei Behelfsbrücken weichen.

    Wie lange werden diese Provisorien wohl halten müssen?

    Anstatt diese Stahlbrücken in der gleichen Fahnbahnführung der B95 einzuordnen, haben die Planer des SBA wohl ihr ganzes Wissen angewandt und den Stahlfachwerkbrücken, vorerst der bergabführenden Spur, eine ganz neue Lage zugeordnet, mit aus meiner Sicht schwerwiegenden Nachteilen und Gefahr im Verzug.

    Die aus Wiesa auf die B 95 Auffahrenden werden aufgrund des längeren Weges über die Bergabspur der B95 und dem fehlendem Sichtkontakt durch 3 x Stahlfachwerk mit Maschendraht und Leitplanke
    es sehr schwer haben gefahrenfrei die Fahrbahn nach Annaberg ohne Angstschweiß im Gesicht zu erreichen.

    Zum Befahren des Brückenbauwerkes bergabwärts wird es schon einiger Fahrkünste bedürfen um das Bauwerk im wahrsten Sinne des Wortes zu treffen und die vorgegebenen Radien in Richtung Zschopautal zu fahren.

    Wie sich dies im Winter gestalten wird, daran wage ich nicht zu denken.

    Dieses Thema sollte nun durch die FP aufgegriffen werden, um die Fachbehörden aufzurütteln und zu einer gefahrlosen Lösung zu animieren, zumal dieser Zustand bis zum Bau der Brücke B 95 über das Zschopautal so belassen bleiben soll.
    Provisorien müssen erfahrungsgemäß sehr lang halten.

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  • 13.09.2011
    10:47 Uhr

    wundesknie: @ knappe
    mit Verlaub, aber du stehst auch frei im wind. hee im zeitalter wo man zum Mars fliegt, und diesen besiedeln will ist man nicht in der Lage eine vernünftige Lösung zu finden. merkst du nicht das diese Region schon tot ist ,und unsere Politpfeifen ,ob kommunal oder auf der oberen ebene gar keinen Bock auf die Sache haben. für diese ist doch nur der Posten und das Gehalt wichtig. Beispiele gibt es doch schon seit langem . Man schiebt es dann auf die Planungphasen. alles pille-palle schau dir die mönchbad kreuzung an : sollte längst fertig sein. ABER da war ja dann der Ausbau der )95 in Annaberg wichtiger, war wegen der erz- Hauptstadt. also lobbyismus, aber was red ich hier.

    0 2
     
  • 13.09.2011
    07:41 Uhr

    Deluxe: Die Verkehrsanbindung des Raums Annaberg ist eine einzige Katastrophe. Seit Jahrzehnten tut sich nichts in puncto B95, im 21. Jahrhundert haben sich die Bürger gefälligst mit dem Straßen-Ausbauzustand des Jahres 1950 abzufinden, denn seit dem ist bis auf wenige Steigungen dieser Bundesstraße nichts mehr erweitert oder ausgebaut worden. Seit 1990 hat sich an der Verkehrsanbindung von Annaberg-Bucholz und an der B95 absolut nichts verändert. Diese Brücke wäre wenigstens ein erster Schritt, um die Situation zu verbessern. Der unhaltbare Zustand der Zschopautalkreuzung stört aber offenbar niemanden - und neben generellem Geldmangel und landespolitischem Desinteresse an der Region machen die kleinkarierten Ansichten der Lokalpolitiker die Situation nicht besser.
    Ein - wie üblich viel zu kleiner - Neubau-Kreisverkehr ist vollkommen sinnlos - gebraucht werden Lösungen, die den Verkehrsfluß nicht immer langsamer, sondern flüssiger gestalten. Die Brücke muß her - genauso wie der Komplettausbau der B95, notfalls auch gegen Widerstände. Naturschutzgebiet? Sehr schön - und die Abgasmengen, die durch das Langsamfahren und den Stau in diesem Kreuzungsbereich täglich sinnlos die Luft verpesten, sind nicht so wichtig?
    Es wird Zeit, daß die Politiker des Erzgebirges einmal über den Tellerrand blicken und die bequeme Abgeschiedenheit ihrer Region zugunsten echter Zukunftschancen aufgeben. Auch wenn es schwerfällt...

    0 4
     
  • 12.09.2011
    08:41 Uhr

    knappe: Wird diese Brücke wirklich gebraucht oder erfüllt auch ein Kreisverkehr seinen Zweck? Abgesehen davon, daß es eine der häßlichsten Konstruktionen ist, kannich keine Verbesserung des Verkehrsflusses erkennen. Die Brücke steht frei im Wind und dürfte schwieriger zu beräumen sein, als die jetztige Anfahrt. Übrigens, wer die jetzige Steigung nicht bewältigt, soll zu Hause bleiben und nicht in das Gebirge fahren.

    4 0
     
  • 09.09.2011
    14:04 Uhr

    wundesknie: Eigenartig ist das schon, alle Nachbarkreise haben eine gute Anbindung zu den Fernstraßennetz, nur nicht der Landkreis Annaberg, und das auch noch als Erz- Hauptstadt. Ich frage mich immer wieder ,wo, ganz laut nochmal WOOoooooo waren die Naturschützer zu Erichs Zeiten . Da wurde mit der Umwelt doch nur Schindluder betrieben, aber da war nichts zu hören. Weiterhin wurden da auch die bestehenden Bausubstanzen nur abgewirtschaftet, und an neu zu errichtendes wurde nie eine Mark verschwendet, das wurde mit der Neuzulassungen von Autos kompensiert . Schaut mal nach Markersbach- dort gab es nicht nur Zustimmungen, aber jetzt sind doch sicher alle froh über diese Lösung. Seht bitte nach DD, die neue Brücke, egal wann sie freigegeben wird,aber sie ist wichtig !!!!! denn die anderen alten Gemäuer müssen ja auch mal saniert werden wenn man sie erhalten will und brauchen tut man sie außerdem. Also nicht gleich immer Sturm gegen etwas laufen ,was sich im Nachhinein als notwendig und erforderlich herausstellt. Weiterhin zahlen wir alle genug Steuern so das die Finanzierung mir kein Kopfzerbrechen bereitet, da werden Gelder für nutzloserer Dinge verbraten

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