Bodet & Horst verlagert Produktion in die Slowakei
Unternehmen will Werk in Elterlein zu einem Zentrallager umfunktionieren
Elterlein. Die Mitarbeiter in der Produktion des Unternehmens Bodet & Horst haben die Kündigung erhalten. Ende April müssen sie ihre Arbeitsplätze räumen. Der Hersteller von Matratzenbezugsstoffen verlegt die Produktion komplett in die Slowakei. Am Standort Elterlein bleiben die Unternehmenszentrale sowie die Verwaltung und Musterstrickerei, wie Geschäftsführer Gerd-Hermann Horst bestätigt. Außerdem werde die Produktionshalle für 400.000 Euro zu einem Zentrallager umfunktioniert.
"Wir strukturieren um. Der Preisdruck ist einfach zu groß", sagt der Geschäftsführer. Bislang produziert das Unternehmen sowohl in Elterlein als auch im slowakischen Vrbove, 90 Kilometer nordöstlich von Bratislava. "Wir fahren die Ware hin und her", erklärt Horst. Allen gekündigten Beschäftigten im Erzgebirge habe das Unternehmen angeboten, für den jetzigen Lohn mit in die Slowakei zu wechseln.
Firma will sich neu aufstellen
Bis Mai will sich die Firma Bodet &Horst neu aufstellen. Wie viele der aktuell etwa 140 Mitarbeiter dann noch in Elterlein beschäftigt sein werden, ist nach Angaben des Geschäftsführers noch nicht ganz klar. "Im Lager werden jeden Tag 30bis 35 Tonnen umgeschlagen. Wir wissen noch nicht genau, wie viele Mitarbeiter wir dafür brauchen." Die Firma produziert mit rund 200 Strickautomaten alle Arten von gestrickten Matratzenbezugsstoffen. Auch Spezialstoffe für den Bettwäschemarkt, die Matratzen- und Polstermöbelindustrie sowie für die Automobilindustrie gehören zum Angebot. Vor 15 Jahren eröffnete Bodet & Horst die Halle in Elterlein. 2001 hat das westfälische Familienunternehmen dann seine komplette Produktion und Verwaltung ins Erzgebirge verlegt. Seit sieben Jahren produziert es nun auch in der Slowakei. Weitere Werke stehen in den USA, China und El Salvador.
"Jeder Arbeitsplatz ein Verlust"
Offiziell hat Elterleins Bürgermeister Siegbert Ullrich (Freie Wählergemeinschaft Hermannsdorf) nichts von der Verlagerung der Produktion erfahren. Aber es sei Gesprächsthema in der Stadt, sagte er. "Fest steht, dass jeder Arbeitsplatz, den es hier nicht mehr gibt, ein Verlust ist", sagte Ullrich. Zudem ist Bodet & Horst kein Einzelfall. Erst zum Jahresende hatte der Spielzeug-Hersteller Wader Toys - ein letzter Ableger des aus DDR-Zeiten bekannten VEB Plasticart - wegen der Schließung des Standorts seinen Mitarbeitern in Elterlein gekündigt.
Auch ein Traditionsbetrieb in Annaberg-Buchholz soll Ende 2012 schließen, wie im vergangenen Jahr bekannt wurde. Dabei handelt es sich um die M. Schneider GmbH - in der Stadt besser als EIA bekannt. Den Beschäftigten des Elektroinstallationswerks war Anfang Mai 2011 das Aus des Betriebs im Erzgebirge mitgeteilt worden. Die Produktion wird nach Ungarn verlagert. Eine ähnliche Entwicklung gab es im vergangenen Jahr zudem bei der Tannenberger Garne und Textilien GmbH. Der Ort verlor den Betrieb, weil die Produktion in Flöha konzentriert wird. Dort verfügt Geschäftsführer Wilfried Ohlinger über den ähnlich gelagerten Betrieb Otex. (mit rickh, tw und met)


