Bündnis im Greifensteingebiet hofft auf Zuwachs

Drebachs Bürgermeister spricht sich für eine engere touristische Kooperation mit Nachbarn wie Ehrenfriedersdorf aus

Ehrenfriedersdorf/Drebach. Für die touristische Zusammenarbeit in der Greifenstein-Region kann 2012 möglicherweise ein neuer Partner gewonnen werden. Drebachs Bürgermeister Jens Haustein (Mandat CDU) kündigte an, dass sich der Gemeinderat mit einer Mitgliedschaft der Kommune im Zweckverband Greifensteingebiet befassen soll. "Ich würde einen solchen Schritt befürworten", sagt er. Dadurch könnten aus seiner Sicht gemeinsame Interessen in puncto Tourismus besser gebündelt werden.

Der Vereinigung gehören bislang die drei Nachbarstädte Ehrenfriedersdorf, Geyer und Thum sowie der Erzgebirgskreis an. Sie war in den 1990er-Jahren unter anderem mit dem Ziel gegründet worden, zusammen den Erholungswert in der genannten Region zu verbessern und somit mehr Gäste anzuziehen - zum Beispiel durch gemeinsame Investitionen in die Infrastruktur.

Drebachs Ortschef sähe durch eine Mitgliedschaft für beide Seiten Vorteile. "Wir profitieren bereits von den Anziehungspunkten, die es im Greifensteingebiet für Touristen gibt. Auf der anderen Seite haben wir auch mehrere Sachen zu bieten, die überregional von Bedeutung sind", so Jens Haustein. Dazu zählt er das Zeiss-Planetarium und die Volkssternwarte genauso wie die Krokuswiesen, die im Frühjahr scharenweise Gäste anlocken. Aber auch die Burg im Ortsteil Scharfenstein gehöre dazu. In den Nachbarorten sind es etwa die Greifensteine mit Naturbühne, das Freizeitbad, die Geyerische Binge und das Besucherbergwerk Zinngrube samt Museum in Ehrenfriedersdorf, die zahlreiche Besucher anziehen. Daher wäre es aus Sicht von Haustein sinnvoll, diesbezüglich enger zusammenzuarbeiten.

"Wir würden uns natürlich sehr darüber freuen, Drebach als weiteres Mitglied zu gewinnen", sagt Frank Uhlig (SPD), Bürgermeister von Ehrenfriedersdorf und Vorsitzender des Zweckverbands Greifensteingebiet. Letzterer hatte erst 2011 eine Zerreißprobe überstehen müssen. Die Ursache dafür lag in der Damm-Sanierung am Greifenbachstauweiher, die inklusive Fördergeld rund 4,2 Millionen Euro kosten soll und mit der zunächst in Regie der Vereinigung begonnen worden war. Geyer wollte das Risiko von eventuellen Mehr-Ausgaben in diesem konkreten Fall aber nicht mittragen, was mit früheren Vereinbarungen begründet wurde. Ergo: Die Kommune hatte vor, den Zweckverband zu verlassen. Doch das konnte durch einen Kompromiss verhindert werden. Ehrenfriedersdorf übernahm die alleinige Verantwortung für den Bau am viel besuchten Stauweiher, der 2012 abgeschlossen werden soll. Damit sind die drei Nachbarorte zumindest im Zweckverband weiter vereint. Ein Zusammengehen als Greifensteinstadt war 2010 allerdings gescheitert.

Auch Geyers Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke) würde den Zuwachs für das Bündnis im Greifensteingebiet begrüßen. "Drebach wäre herzlich willkommen", sagte Wendler, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands ist. Wann sich die Gemeinderäte der eventuellen neuen Partnerkommune mit dem Thema befassen, steht aber noch nicht fest.

 
erschienen am 02.01.2012 ( Von Annett Honscha )
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