Im Freizeitbad Greifensteine herrscht in diesen Tagen oft Hochbetrieb. Auch Davis Jugel aus Gornau genoss mit seinen Kindern Vincent, Jamie-Davis und Celine den Wellengang.
Foto: Bernd März
Ein perfekter Sommer fürs Freizeitbad
Das schlechte Wetter in den Ferien war für die Einrichtung bei Geyer ein großes Plus
Geyer. Sommerferien, aber nur wenig Sonnenschein: Dem Freizeitbad Greifensteine bei Geyer hat diese Kombination einen kräftigen Besucherzuwachs beschert. Von Januar bis Ende Juli wurden in der Einrichtung gut 95.100 Gäste gezählt - das sind fast 5500 und damit sechs Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Allein 15.700 Erwachsene und Kinder wurden im Juli begrüßt. "Die wirtschaftliche Situation des Freizeitbades kann als befriedigend bezeichnet werden", sagt Markus Kothe, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. Noch im vergangenen Jahr waren die Wogen um die Freizeitstätte hochgeschlagen, die von der Stadt Geyer und dem Landkreis betrieben sowie mit jährlichen Finanzspritzen bezuschusst wird.
Damals hatte der Kreis mitgeteilt, ein Ausscheiden aus der Betreibergesellschaft zum 1. Januar 2012 zu prüfen. Doch das ist vom Tisch, wie Andreas Stark - Leiter der Abteilung Haupt-, Finanz- und Schulverwaltung im Landratsamt - bestätigt. Begründet wird dies damit, dass absehbar sei, ein wichtiges Ziel des Kreises zu erreichen - nämlich dessen Zuschüsse für das Bad deutlich vermindern zu können. Für 2011 ist ein Betrag von 48.500 Euro festgelegt worden, der ein ganzes Stück unter dem liegt, der in den Vorjahren geflossen war. Da hatten Stadt und Kreis oft die laut Gesellschaftervertrag höchstmögliche Gesamtsumme von 225.000 Euro aufbringen müssen, um den Betrieb des Bades zu sichern. Den größeren Anteil davon musste mit rund 126.500 Euro Geyer zuschießen, zirka 98.500 Euro entfielen auf den Kreis. Dass dieser Bedarf nun deutlich zurückgegangen sei und das Bad wirtschaftlich besser dasteht, ist laut Andreas Stark dem gemeinsamen konstruktiven Wirken von Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschaftern zu verdanken.
Dennoch weiß keiner, wie lange der Kreis beim Freizeitbad Greifensteine als Träger mit im Boot bleibt. Die Möglichkeit eines Ausscheidens werde weiter geprüft - "dies ist aber ein längerer Prozess", so Stark. Dass der Ausstieg nicht schon 2012 eintritt, hat in Geyer aber für Entspannung gesorgt. "Wir sind froh, dass versucht wird, gemeinsam eine vernünftige Lösung zu finden. Wir allein könnten das Bad nicht tragen", erklärt Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke). Der Kreis und die hoch verschuldete Kommune sind bereits als letzte von anfangs fünf Gesellschaftern übrig geblieben.
Die wirtschaftliche Situation der Einrichtung soll sich auch weiter durch zwei neue Blockheizkraftwerke verbessern, die 2010 eingebaut worden sind und die vor allem helfen, Energie-Kosten zu senken. Die Investition von zirka 335.000 Euro musste zwar zunächst vorfinanziert werden - von Anfang an in Aussicht gestellte Fördermittel von rund 216.000 Euro seien mittlerweile aber bewilligt worden. Dadurch ist die Betreibergesellschaft laut deren Geschäftsführer ebenso in der Lage, weitere "sinnvolle energieeffiziente Projekte" anzugehen, die auch die Attraktivität des Bads für die Gäste steigern sollen. Welche Vorhaben das sind, soll im vierten Quartal beschlossen werden.
Beim Blick in die Zukunft wird Markus Kothe daher nicht bange. "Das Bad hat langfristig eine sehr gute Chance, am Markt bestehen zu können", sagt er. Grundlage dafür sei aber, dass die zuständigen Entscheidungsträger die notwendige mittelfristige Ausdauer mitbringen. Dass der Erzgebirgskreis im kommenden Jahr noch Gesellschafter bleibt, ist ein Schritt in diese Richtung.
Das Freizeitbad Greifensteine hat in den Sommerferien - also bis einschließlich 21.August - wie folgt geöffnet: das Bad täglich von 10 bis 22 Uhr, das gilt auch montags bis donnerstags sowie sonntags für die Sauna. Freitags und samstags steht diese bis 23 Uhr offen.


