Button Mit dem Drücken auf einen Button ist am Dienstag das neue Logo des Tourismusverbandes Erzgebirge für die Welt freigeschaltet worden. Verbandsvorsitzender Frank Vogel und Geschäftsführerin Veronika Hiebl übernahmen diese mit Spannung erwartete Aufgabe im Oberwiesenthaler Birkenhof.

Foto: Bernd März

Erzgebirge bekommt es bunt aufs Dach

Erlebnisheimat Erzgebirge heißt das Schlagwort der neuen Dachmarke, unter der sich alles Touristische vereinen soll

Oberwiesenthal. Schlägel und Eisen gekreuzt, aber nicht mehr im eintönigen Schwarz, sondern vielfarbig, versehen mit dem Schriftzug "Erzgebirge - Die Erlebnisheimat". Mit diesem Zeichen, natürlich dem "Alles kommt vom Bergbau her" entlehnt, geht der Tourismusverband Erzgebirge (TVE) in ein neues Zeitalter. Es soll künftig als Dachmarke für alle touristischen Aktivitäten der Region und auf allen öffentlichkeitswirksamen Präsentationen dienen. Am Dienstag sind in Oberwiesenthal "die bunten Hämmer" anlässlich des 20-jährigen Bestehens des TVE bei einer aufwendig inszenierten Veranstaltung erstmals präsentiert worden.

Die Reaktionen nach der Enthüllung des Logos, an dem seit Monaten gearbeitet wurde, waren gespalten. Von "Pippifax" bis "genial" reichten die Urteile. Doch hinter dem Logo stecke das, was nicht sofort erkennbar wird, aber durch Farben symbolisiert werden soll: Die Themen Erlebnis Bergbau & Kunstschätze, Traditionshandwerk & Weihnachtswunderland, Eisenbahnromantik & Oldtimerträume, Sport & Vitalität. Immer verbunden mit den Begriffen Erlebnis und Heimat. "Daher auch das Kunstwort Erlebnisheimat", machte TVE-Geschäftsführerin Veronika Hiebl deutlich. Sie erwartet, dass künftig alle gemeinsam unter der Flagge der Dachmarke segeln und das Logo immer und überall verwendet wird. "Bisher schwirren viel zu viele durch die Gegend", so Hiebl angesichts einer Grafik, die 26 bestehende Varianten zeigte. Marketingtechnisch sei dies eine Katastrophe. "Wir wollen uns bewusst abheben. Viele andere Regionen verwenden Begriffe wie frisch, grün, Natur." Nicht verwechselt werden dürfe hingegen das Logo mit dem "gedacht - gemacht" der Wirtschaftsförderung, das bestehen bleibe. Damit werde um eine völlig andere Zielgruppe geworben.

Grund genug, intensiver um Touristen zu werben, gibt es. Das Erzgebirge liegt zwar 2011 mit 1,44 Millionen Übernachtungen hinter Dresden (1,68) an Position 2 in Sachsen, aber hinter Harz und Thüringen. Zudem ist die Nachfrage nach der Gästecard stetig gesunken. Wurden zum Start 2004 noch 7636 verkauft, waren es im Vorjahr nur noch 3566. Dies soll sich zwischen Altenberg und Crimmitschau - soweit dehnt sich das Gebiet des TVE aus - ändern. Aus Sicht des Freistaats auch durch die Eigenerwirtschaftung der Tourismusmittel. "Während die Sächsische Schweiz 70 Prozent selbst generiert, schafft das Erzgebirge lediglich 29", bohrte Frank Ortmann vom Wirtschaftsministerium in einer weiteren Wunde. Aber er lobte auch, "dass sich das Erzgebirge auf den Weg gemacht hat während andere noch schlafen".

Service

Was sagen Sie, liebe Leser? Wie schätzen Sie das neue Logo und die vier Hauptthemen bei der touristischen Vermarktung des Erzgebirges ein? Schreiben Sie uns Ihre Gedanken, Meinungen, Lobesworte oder Kritiken auf und senden Sie sie an: "Freie Presse", Markt 8 in 09456 Annaberg-Buchholz oder per E-Mail an red.annaberg@freiepresse.de.

 
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Erzgebirge bekommt es bunt aufs Dach
Die vier Produktlinien der Erlebnisheimat Erzgebirge
 
erschienen am 23.08.2011 ( Von Thomas Schmidt )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
2
(Anmeldung erforderlich)
  • 25.08.2011
    14:47 Uhr

    gelöschter Nutzer: Angesichts dieser Entwicklungszeit und -summe drägt sich einem irgendwie der Verdacht auf, ob so etwas nicht vielleicht auch eine kreative Kindergartengruppe schneller und auch billiger hätte machen können.

    0 0
     
  • 24.08.2011
    14:10 Uhr

    tatsachenverdreher: Die Produktlinien erscheinen schlüssig, die Reduktion auf vier Bereiche für eine konzentrierte Vermarktung sinnvoll.
    Um so unverständlicher die grafische Umsetzung. Dank deutscher Gründlichkeit gibt es für die Darstellung von Schlägel und Eisen sogar eine DIN-Norm (21800), die dort festgelegten Proportionen haben durchaus auch grafisch ihre Berechtigung. Warum die Gestalter des neuen Logos diese völlig ignorieren, bleibt wohl deren Geheimnis. Absolut unverständlich jedoch die faschingsbunte Colorierung von zehn (?) verschiedenen Farbtönen. Dabei liegt doch nahe, sich an vier Farben entsprechend der Produktlinien zu halten, die Symbolik (2 Stile und 2 Köpfe) bietet es geradezu an.
    Wenn man dann noch liest, dass das neue Vermarktungskonzept 345.000 Euro kostet, wird es einem ganz bunt vor Augen...

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