Erzgebirgische Kultur erhält Finanzspritze
Auf das Geld des Kulturraums Erzgebirge-Mittelsachsen sind viele Einrichtungen angewiesen
Annaberg-Buchholz. Über rund 17,6 Millionen Euro Fördergeld können sich in diesem Jahr verschiedene Kultureinrichtungen im Erzgebirge und in Mittelsachsen freuen. Der Konvent des Kulturraums Erzgebirge-Mittelsachsen hat entschieden, welche Institutionen 2012 an dem Geldsegen teilhaben dürfen.
In Sachsen bisher einmalig gibt es dabei eine Fördervereinbarung für die beiden Theater im Erzgebirgskreis und in Mittelsachsen. Diese gilt für drei Jahre - und verschafft den beiden Einrichtungen so Planungssicherheit.
Intendant zeigt sich zufrieden
"Das ist für uns eine tolle Sache, wir sind sehr dankbar, dass alle Beteiligten sich dazu entschlossen haben", sagte Ingolf Huhn, Geschäftsführender Intendant der Erzgebirgischen Theater- und Orchester Gesellschaft, dazu. Bislang war jedes Jahr neu über die Mittel entschieden worden, die im Haushalt der Einrichtungen keinen geringen Teil ausmachen. Für 2012 bekommt die erzgebirgische Theatergesellschaft immerhin 5,52 Millionen Euro - in den kommenden zwei Jahren soll dieser Betrag laut Huhn noch moderat steigen.
Überhaupt konnte der Konvent des Kulturraums Erzgebirge-Mittelsachsen 2012 etwas mehr Geld in der Region "verteilen" als noch im vergangenen Jahr. Die Mittel stammen zu 55 Prozent vom Freistaat Sachsen, den Rest stellen die beiden Landkreise bereit.
"Die Berechnungsgrundlagen für die Kulturräume in Sachsen wurden neu gestaltet, deshalb bekommen wir einen etwas größeren Anteil vom Freistaat", erklärte Steffen Meyer, der für das Erzgebirge zuständige Kultursekretär. Das sei unter anderem auch dem großen kulturellen Engagement in der Region zu verdanken. "Immerhin wären viele der Traditionen ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand nicht zu bewahren - dann hätten wir im Handumdrehen nur noch eine Event-Kultur", sagte Meyer.
Das bestätigte auch Gabriele Lorenz, Leiterin des Haus des Gastes "Erzhammer" in Annaberg-Buchholz. "Ohne den Kulturraum könnte die Stadt die Einrichtung nicht erhalten", betonte sie. 74.100 Euro bekommt der "Erzhammer" dieses Jahr.
Hoher Anspruch bei der Auswahl
Welche Einrichtungen und Projekte unterstützt werden, entscheidet der Konvent des Kulturraumes, dem neben Vertretern der Landkreise auch Fachleute angehören. "Der kulturelle Anspruch ist dabei recht hoch", erklärte Gabriele Lorenz. Insgesamt 96 Einrichtungen und 136 Kulturprojekte wurden in diesem Jahr ausgewählt. Immerhin solle ein existenzieller Beitrag zum Erhalt der großen kulturellen Vielfalt der Region beigetragen werden, sagte auch Frank Vogel, Landrat des Erzgebirgskreises und seit 1. Januar neuer Konventsvorsitzender des Kulturraumes Erzgebirge-Mittelsachsen.

