Freibäder: Personalsuche immer schwerer

Rettungsschwimmer werden knapp - auch im Altkreis Annaberg

Sehma. Während in vielen Freibädern der Region sehnsüchtig auf den Sommer gewartet wird, wertet man die bisher durchwachsene Saison in der Gemeindeverwaltung Sehmatal eher als einen Glücksumstand. Denn: Für das Freibad in Sehma wird seit langem schon Hände ringend nach einem zweiten Rettungsschwimmer gesucht. "Bisher leider ohne Erfolg", konstatiert Hauptamtsleiterin Sandra Schmiedel.

Einen Schwimmmeister gibt es, der ist momentan allerdings allein für das weiträumige Areal mit großem Schwimmerbecken und separatem Planschbecken verantwortlich. Bei heißem Wetter und entsprechendem Ansturm im Bad ist allerdings eine zweite Kraft notwendig, erläutert die Hauptamtsleiterin. Bisher habe man sich zwar immer mit zeitweiligen Lösungen behelfen können. Ob man damit aber über die komplette Saison komme, sei fraglich. Außerdem will die Verwaltung "gern ständig jemanden im Einsatz haben". Voraussetzung sei mindestens das Rettungsschwimmerabzeichen in Silber.

Unternehmen bildet selbst aus

Eine Situation, die auch in anderen Freibädern des Altkreises Annaberg bekannt ist. Wenngleich ein solches akutes Personalproblem keine weitere Einrichtung hat, wie eine Umfrage von "Freie Presse" ergeben hat. Auch bei der Sport und Freizeit Annaberg GmbH, welche neben der Schwimmhalle Atlantis in der Kreisstadt noch die Freibäder in Buchholz, Crottendorf, Schmalzgrube und Steinbach betreibt, ist nach Angaben von Geschäftsführer Markus Kothe ausreichend Fachpersonal vorhanden - einschließlich Rettungsschwimmer. "Sämtliche Betreiberleistungen werden zu 90 Prozent mit eigenem Personal und zu zehn Prozent mit freien Mitarbeitern abgesichert", erläutert er.

Der Vorteil: Das Unternehmen bildet ebenso wie die Freizeitbad an der Silberstraße GmbH, die das Freizeitbad Greifensteine betreibt, selbst Fachpersonal aus: Fachangestellte für Bäderbetrieb. Derzeit befinden sich laut Geschäftsführer zwei junge Leute in der Ausbildung, ab September dieses Jahres werden es vier sein. Und: "Beide Gesellschaften sind auch für das nächste Jahr an Bewerbern für diesen Beruf interessiert", sagt Markus Kothe. Über entsprechende Betreiberverträge könnten beide Gesellschaften auch für Kommunen in der Region tätig werden, bietet der Geschäftsführer an.

Verein an Kapazitätsgrenze

Ihre Auszubildenden und Saisonkräfte rekrutieren beide Unternehmen unter anderem aus der Wasserwacht. Der Verein bildet unter dem Dach des DRK-Kreisverbandes Annaberg-Buchholz seit Jahren schon kontinuierlich Rettungsschwimmer aus. "Jedes Jahr 10 bis 15", rechnet Thomas Bartl vor, Vorsitzender des Vereines Wasserwacht. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, würden diese dann in den Bädern der Region eingesetzt.

Längst aber stünden nach ihrer Ausbildung nicht alle als Saisonkraft zur Verfügung. Im Gegenteil: "In diesem Jahr beispielsweise ist von allen ausgebildeten Rettungsschwimmern im Moment niemand ohne Arbeit", konstatiert Thomas Bartl. Einige von ihnen seien sogar selbstständig, was die Einsatzmöglichkeiten stark einschränke. Dazu komme, dass die Ferienzeit auch bei den gegenwärtig aktiven 60 bis 70 Rettungsschwimmern im Verein Urlaubszeit sei. Eine Situation, wie sie sich momentan in ganz Sachsen darstellt: sowohl Fachkräfte als auch Saisonkräfte sind zunehmend schwieriger zu finden.

Mehr Ausbildungen sind für die Wasserwacht nicht ohne Weiteres zu realisieren, auch wenn sich der Verein seit einigen Jahren verstärkt um Kinder und Jugendliche bemüht: "Wir sind bei der Betreuung des Nachwuchses an unserer Kapazitätsgrenze", erklärt Thomas Bartl. Gegenwärtig seien drei Trainer im Einsatz.

 
erschienen am 20.07.2012 ( Von Antje Flath )
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