Die neunte Piazza hat am Samstag etwa 3000 Besucher auf den Marktplatz von Annaberg-Buchholz gelockt. Einmal mehr ein besonderer Blickfang: die Stelzenläufer in ihren farbenfrohen Kostümen.
Die neunte Piazza hat am Samstag etwa 3000 Besucher auf den Marktplatz von Annaberg-Buchholz gelockt. Einmal mehr ein besonderer Blickfang: die Stelzenläufer in ihren farbenfrohen Kostümen.

Foto: Bernd März

Fröhliches Sommerfest in Annaberg-Buchholz geht mit einer Schrecksekunde zu Ende

Geschätzte 3000 haben sich auf dem Sommerfest Piazza von französischer Lebensart begeistern lassen

Annaberg-Buchholz. Mit einem Großeinsatz der Feuerwehren, der letztlich doch keiner war, ist am Samstagabend die neunte Piazza im Annaberger Stadtzentrum zu Ende gegangen. Nach Augenzeugenberichten waren auf dem Dach des Erzhammers kurz nach Mitternacht Flammen zu sehen gewesen, woraufhin ein entsprechender Notruf abgesetzt wurde.

Da zu diesem Zeitpunkt seitens der Rettungsleitstelle das Ausmaß des vermeintlichen Brandes noch nicht abzuschätzen war, wurden die Feuerwehren aus der Stadt und der Umgebung alarmiert, bestätigt Peter Schlosser auf Anfrage, der stellvertretende Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Annaberg. Letztlich sei es aber nur ein Fehlalarm gewesen, sagt er. Eine Batterie des Abschlussfeuerwerks habe nachgeglüht. Zu Bedenken anderer Brandbekämpfer, ein Feuerwerk überhaupt vom Dach eines solchen Gebäudes aus zu zünden, wollte sich der stellvertretende Wehrleiter nicht äußern, verwies vielmehr an die Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz. Dort sei das Feuerwerk genehmigt worden - wie zu den vorangegangenen acht Veranstaltungen auch.

Die Organisatoren des Sommerfestes konnten unterdessen dennoch zufrieden sein, auch wenn die Windlichter dem Wind zum Opfer gefallen sind und es fürs Sonnenbad in den aufgestellten Strandliegen zu kühl war: Geschätzte 3000 Besucher sind am Samstag auf den Annaberger Markt gekommen, um den Abend wie auf einer Piazza im Süden zu genießen. Am französischen Nationalfeiertag ließen sie sich anstecken von der Lebensart der Nachbarn und genossen bei Chansons, Wein und Baguette die entspannte Stimmung mitten in der Altstadt.

"Ich erkenne den Markt nicht wieder", staunte Ulrich Burkhardt aus Berlin. Der gebürtige Annaberger hatte seinen Heimatbesuch extra aufs Piazza-Wochenende gelegt. "Leider bin ich erst zum ersten Mal auf dem Fest", meinte der Fotograf, der bis vor kurzem sogar ein Häuschen in der Provence sein Eigen nennen konnte. Fürs echte französische Flair reichte es seiner Meinung nach zwar nicht ganz, aber: Die Organisatoren um Kulturmanagerin Gabriele Lorenz hatten sich einiges einfallen lassen.

Rund 1000 Sitzplätze und Tische luden auf dem Markt zum Verweilen ein. Eine ausgesuchte Auswahl von zwölf französischen Weinen und französischer Sekt standen am Ausschank von Helga Hilbert zur Verkostung bereit. Das Team der Gaststätte "Zum Neinerlaa" wagte sich in mediterrane Gefilde vor, und auch am ungarischen Langos-Stand war man auf Frankreich eingestellt. Von der Bühne grüßte der Pariser Eiffelturm aus der Operninszenierung "La Bohème" vom Eduard-von-Winterstein-Theater, der Wind wehte Akkordeonklänge und Chansons über den Platz.

"Unser Fest soll kein großes Spektakel sein. Wir wollen die Besucher einfach einladen, sich auf den wunderschönen Marktplatz zu setzen und den Sommerabend zu genießen", sagte Gabriele Lorenz. Sie zeigte sich nach der baustellenbedingten Piazza-Pause im vergangenen Jahr glücklich über den großen Zuspruch.

Mit den Erzgebirgern feierten unter anderem auch Synchronschwimmer aus Baden-Württemberg und Gäste aus China. Eine weite Anreise hatten auch Ludmilla und Genadi Kulitzki aus Weißrussland hinter sich: Von Minsk sind sie mit dem Bus 1300 Kilometer weit gefahren. Seit vielen Jahren kommt das Ehepaar mit Kindern aus Tschernobyl zur Erholung nach Deutschland. Über diesen Austausch lernten sie auch Marianne Schölzel aus Annaberg-Buchholz kennen, die sie nun zur Piazza eingeladen hatte. Für Französisch-Lehrerin Ludmilla Kulitzki genau die richtige Adresse: "Es ist sehr interessant für mich, mir gefällt die französische Kultur, die Musik, die Küche. Hier lässt es sich gut reden und Musik hören. Ein schönes Fest für den Platz - wunderbar."

 
erschienen am 15.07.2012 ( Von Jeannine Helbig und Antje Flath )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
6
(Anmeldung erforderlich)
  • 19.07.2012
    21:14 Uhr

    hanspeter: Jetzt musst du mir aber mal erklären, was ich nicht verstanden habe? Und ja mann kann Nachts um drei auf einer 3 spurigen Straße in Annaberg das Horn ausschalten, im Kreuzungsbereich, so wirst du mir sicher recht geben, ist dies auch Nachts um 3 sicherlich angebracht, denn falls etwas passieren sollte, wer steht dann dafür gerade, nur Blaulicht ist wie Autofahren ohne Versicherungsschutz. Und nein ich bin kein Gesetzestreuer Mensch... :-P

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  • 19.07.2012
    12:49 Uhr

    Traeumer: Hallo lieber Feuerwehrmann " Hanspeter" :-) Punkt 1...richtisch hinguggen hilft Texte zu verstehen, zur Not eben zweimal lesen *lacht*.
    Punkt 2. Ja, die Gesetzeslage schreibt dies vor, keine Frage (Danke nochmal an Hr. Google). Ich gehe davon aus, dass "Hanspeter" ein äußerst gesetzestreuer Mensch ist, der nie am Steuer telefoniert, immer blinkt und nie irgendwelche Verkehrsregeln missachtet, denn nichts anderes ist auch die Grundlage der Blaulichtfahrt. Ich muss hier Deluxe teilweise Recht geben, wenn auch nicht im aktuellen Fall! Ich wohne an der B95 und man merkt hier schon recht deutlich wer wann unterwegs ist. Der Polizei oder dem Rettungsdienst würde es nicht einfallen mitten in der Nacht mit Sirene bzw. Horn zu fahren. Warum? Weil einfach kein Mensch unterwegs ist der Platz machen müsste. Die Feuerwehr aber...na holla die Waldfee...auch Nachts um drei muss da auf der 95 allerhand los sein, müsste man meinen. :-) Annaberg ist eben keine Großstadt und wie Deluxe richtig bemerkt hat...da ist sicher eine große Portion Geltungsbedürfnis dabei. Allerdings...dies schmälert keinesfalls meinen aufrichtigen Respekt vor den Helfern. Ich muss nur eben manchmal lächeln, so wie bei Deinem Text. ;-)

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  • 17.07.2012
    22:46 Uhr

    hanspeter: An meine 2 Vorredner, ich muss euch in Sachen Musik recht geben, die geht auch leiser.
    Aber hier einen Aufstand wegen der Einsatzfahrt der Feuerwehr zu veranstalten ist genau so falsch wie die laute Musik, ich würde euch nahe legen sich mal mit der Gesetzeslage auseinanderzusetzen, die vorschreibt, dass mit Tatü tata gefahren werden MUSS!!! Nicht auszudenken, wenn der Dachstuhl wirklich gebrannt hätte, dann wärt ihr sicher mit die ersten gewesen die aus ihre Betten springen und sich auf den Markt zum "gaffen" stellen!!! Und was würde "Traeumer" dazu sagen wenn es bei ihm einmal brennt und die Feuerwehr zu Fuss kommt??? Na das würde ich doch jetzt ganz gern einmal wissen. Normalerweise wünscht man niemanden was schlechtes aber Leuten wie euch dürfte man wenn es brennt gar nicht erst helfen und nur zusehen was passiert, dann ist das geschreie immer ganz groß, wie lange die Feuerwehr doch wieder gebraucht hat. In diesem Sinne...

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  • 16.07.2012
    11:53 Uhr

    Deluxe: Tja - und wieder einer, der meine Meinung nur bestätigt:
    Vergnügen ohne die Beschallung einer ganzen "Stadt" erscheint auch Traeumer offenbar völlig unvorstellbar...wie so vielen Zeitgenossen, die sich einfach keine Fete unterhalb von 100dB mehr vorstellen können.

    Zumal ich hier nicht vom direkten Markt-Umfeld rede, sondern von Wohnlagen in 500-1000m Entfernung, die trotz Bebauung ordentlich mithören durften.

    1/3 weniger Lautstärke und das Fest wäre trotzdem ausreichend beschallt gewesen, die Leute hätten sowohl das Tanzbein schwingen als auch sich unterhalten und verstehen können und es hätte ausreichend Amusement für all jene gegeben, die dort teilnehmen wollten.
    Und diejenigen, die nicht hingegangen sind, hätten sich nicht zwangsbeschallen lassen müssen.

    In meinen Augen wäre es so deutlich fairer, weil dadurch für jeden sein Freiraum gewährleistet wäre. Nicht nur für die Partygänger...

    0 0
     
  • 16.07.2012
    09:14 Uhr

    Traeumer: Ich gebe "DELUXE" absolut Recht :-) Wie kann sich eine Kreisstadt nur erlauben, Feste auf dem Marktplatz zu feiern...und noch dazu bis fast um 01.00 Uhr! Das ist ja die Höhe... Ich bin auch dafür, dass wir in Annaberg die Bürgersteige um 19.00 Uhr hoch klappen. Vor allem, weil sich solche Feste ja extrem häufen... jedes Wochenende was anderes... na ja, fast jedes Wochenende. ;-) Ich wundere mich, wie das die Anwohner am Kätplatz in der Kätwoche aushalten. ( Kein Scherz, sondern ehrlicher Respekt ) Aber diese Leute scheinen wohl davon gewusst zu haben was Sie erwartet wenn Sie an den Kätplatz ziehen.
    Und dann noch diese Lümmel von der Feuerwehr. Da springen die doch tatsächlich mitten in der Nacht aus Ihren Betten...für "Lau" versteht sich... um dann mit Pauken und Trompeten zu einem Feuer zu düsen. (Okay, es war ja kein richtiges ...aber die Lümmel konnten´s wohl nicht besser wissen.) Vermutlich waren ja doch einige Fußgänger unterwegs...und da machen die auch noch das Martinshorn an. Der Gipfel der Frechheit! Warum sind die Lümmel nicht gelaufen? Da können die wenigstens niemanden überfahren.
    In diesem Sinne...eine schöne ruhige Woche an alle Annaberger. :-)

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