Bernd Freier: "Es wäre besser, auf die ortsansässigen Anbieter zu verweisen."Foto: Brigitte Streek
Händler fürchten "unlautere Konkurrenz"
Am Dienstag Krisentreffen zu geplantem Museumsshop in "Manufaktur der Träume"
Annaberg-Buchholz. Annaberg-Buchholz. Im Streit um den geplanten Museumsshop in der großen Schau erzgebirgischer Volkskunst und -kultur "Manufaktur der Träume" ist für Dienstagvormittag im Rathaus der Kreisstadt ein Krisengespräch angesetzt. Dabei werde die Stadtverwaltung gegenüber Vertretern der Volkskunstbranche und der Händlergemeinschaft Annaberger Werbering erstmals ihr Konzept für die Verkaufseinrichtung erläutern, war vorab zu erfahren.
Die Stadt plant, in dem im Eingangsbereich des "Erzhammers" angesiedelten Museumsgeschäft unter anderem erzgebirgstypische Produkte und Volkskunsterzeugnisse zu verkaufen. Die Erlöse sollen zur Finanzierung der "Manufaktur der Träume" beitragen. Voraussichtlich ab Ende Oktober werden dort mehr als 1000Exponate aus der Sammlung der Schweizerin Erika Pohl-Ströher zu sehen sein. Die Stadt rechnet damit, dass pro Jahr mehrere zehntausend Gäste die Schau besuchen.
Der innerstädtische Einzelhandel indes fürchtet, mit dem kommunal betriebenen Museumsshop könne ein neuer Mitbewerber auf den Plan treten, der obendrein durch ungleiche Bedingungen bevorteilt wird. Denn der Stadt als Betreiberin entstehen längst nicht all jene Kosten und Abgaben, mit denen andere Gewerbetreibende kalkulieren müssen. "Unlautere Konkurrenz, finanziert mit Steuergeldern", so lautet der harte Vorwurf.
Vor allem im Kunstgewerbehandel regt sich daher Widerstand. "Wir möchten an Sie appellieren, davon Abstand zu nehmen", heißt es in einem von sieben Gewerbetreibenden der Branche unterzeichneten Schreiben an Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch (CDU). "Stattdessen sollte man im Museumsshop auf die im Stadtgebiet ansässigen Händler aufmerksam machen", meint Bernd Freier von der "Annaberger Kunststube", einer der Unterzeichner.
Unterstützung erhalten die Händler von der Industrie- und Handelskammer (IHK). "Man kann der Stadt freilich nicht verbieten, solch einen Shop zu betreiben", meint IHK-Regionalchefin Almut Beck. "Im Sinne der ortsansässigen Gewerbetreibenden ist das aber ganz bestimmt nicht. Denn die Stadt tritt damit als Wettbewerber zum einheimischen Gewerbe auf." Die Möglichkeit, sich bereits im Museum mit Kunstgewerbe einzudecken, widerspreche zudem der angestrebten Innenstadtbelebung.
Wie ein Kompromiss aussehen könnte, vermochte bislang keiner der Beteiligten zu erläutern. Bernd Freier: "Normal wäre es, wenn sich die Stadt in zunehmend wirtschaftlich angespannten Zeiten um ihre Händler im Ort sorgen würde."


