"Die Katzenmühle in Buchholz" - ein Werk der AG Schnitzen der Pestalozzi-Mittelschule in Annaberg-Buchholz, erhielt bei den Gruppenarbeiten den 1. Preis.
Foto: Lars Rosenkranz
Junge Klöpplerinnen und Schnitzer beleuchten alte Berufe
Ausstellung mit den besten Arbeiten der Erzgebirgischen Jugendkulturtage im Frohnauer Hammer zu sehen
Annaberg-Buchholz.
Annaberg-Buchholz. Was man beim musischen Teil der Erzgebirgischen Jugendkulturtage, die am Wochenende in der Kreisstadt stattgefunden haben, noch immer ein bisschen als Manko empfindet, ist im handwerklich-künstlerischen Bereich nie eine Sorge gewesen: nämlich die Auseinandersetzung mit zeitgemäßen Themen, mit jugendlichem Lebensgefühl.
Die Gegenwart mit ihren vielfältigen neuen Erscheinungsformen fließt bei den jungen Klöpplerinnen und Schnitzern schon seit Jahren in die Arbeiten ein. Wobei das Traditionelle nie zu kurz kommt - sind doch die Technik des Schnitzens und des Fädchenknüpfens bereits die Tradition.
Das Thema des handwerklich-künstlerischen Teils in diesem Jahr lautete "Berufe unserer Vorfahren" - und es ist wirklich beachtenswert, was die gut 70 Teilnehmer aus dem Erzgebirgskreis dazu geliefert haben. Die in der Volkskunstgalerie des Frohnauer Hammers ausgestellten Arbeiten zeigen, dass der Kreativität ihrer Schöpfer keine Grenzen gesetzt sind, auch wenn sie ein festes Thema bedient haben. Und so reicht die Palette der volkskünstlerischen Werke vom geklöppelten Bergwerk mit Bergleuten darin über den ausdrucksstark geschnitzten "Antennenbauer und Feuerwehrmann" bis hin zu "Kahnführern" aus Holz und einem "Nadler" aus verschlungenen Zwirnsfäden.
Erste Preisträger im Bereich Klöppeln waren die Kindergruppe des Erzgebirgsvereins (EZV) Geyer ("In der Spinnerei"), die Klöppelschule "Barbara Uthmann" Annaberg Buchholz ("Arbeitsgeräte der Vorfahren") sowie Charlota Moudra aus Oberwiesenthal ("Der Rotgießer"). Melanie Roscher aus Königswalde bekam für ihr "Schwer war's!" außerdem den Sonderpreis des Erzgebirgsvereins.
Bei den Schnitzern können sich Kevin Seidel aus Dörfel ("Bauer mit Sense und Rechen"), Florian Lorenz aus Schwarzenberg ("Mein Uropa als Wismutkumpel") und die AG Schnitzen der Pestalozzi-Mittelschule Buchholz ("Die Katzenmühle zu Buchholz") über den Sieg freuen. Sonderpreise bekamen hier außerdem noch die Nachwuchsschnitzer aus Cainsdorf bei Zwickau ("Kahnführer"), Marcel Gundermann aus Thum ("Ritter") sowie der Kinderzirkel der Schnitzschule "Paul Schneider" in Annaberg-Buchholz ("Alte Hammerschmiede").
Ein nächster Höhepunkt in der Nachwuchsarbeit des Erzgebirgsvereins wird das Sommertreffen der Vereinsjugend am 26. Juni 2010 in der Jugendherberge in Grumbach sein.
Service
Die Exponate sind bis 4. Juli täglich von 9 bis 16.30 Uhr in der Volkskunstgalerie des Frohnauer Hammers zu besichtigen.

