Premierenfieber im Malsaal des Theaters: Annett Günther, Marcell Hirsch und Carmen Olbert (v. l.) bei letzten Griffen an Requisiten für "Heidi". Das Stück wird am 14. Juli erstmals an den Greifensteinen gezeigt.
Foto: Brigitte Streek
Klassik, Moderne und neue Wege
Von "Hamlet" über "Hair" bis zur langen Nacht der Gegenwartskunst - Annaberger Theater fit für Spielzeit 2010/ 2011
Annaberg-Buchholz. Annaberg-Buchholz. Auch wenn das Ensemble des Eduard-von-Winterstein-Theaters noch mitten im Probenstress für die beiden Premieren der Greifensteinsaison, "Heidi" und "Die Zauberflöte", steckt - der Plan für die Spielzeit 2010/2011 am Annaberger Stammhaus ist bereits festgezurrt. Mit zehn großen und vier kleinen Schauspiel- sowie Musiktheaterproduktionen will das höchstgelegene Stadttheater Deutschlands ab Oktober mit seinem Publikum Feste der Kunst im Alltag feiern, und wie Intendant Ingolf Huhn sagte: "Mit großer Ehrfurcht vor den Werken sehr heutiges Theater für unsere Zuschauer, für die Menschen im Erzgebirge machen."
"Der Waffenschmied" eröffnet Premierenreigen
Den Reigen der Premieren im Musiktheater eröffnet am 10. Oktober Albert Lortzings Komische Oper "Der Waffenschmied" - ein Stück um Liebeslust und -leid, das im 16.Jahrhundert spielt, in einer Zeit des aufstrebenden Bürgertums, in der auch Annaberg groß und reich wurde. Im Dezember schickt sich die Operette "Der Vetter aus Dingsda" mit ihren mitreißenden Melodien an, das Publikum zu erobern, und im Musical "The Sound of Music" wird ab Februar die Geschichte der berühmten singenden Trapp-Familie aus Österreich erzählt, die in Amerika ihr Glück macht. Große Oper gibt es auch - ab April, wenn Mozarts "Don Giovanni", ein Meisterwerk der Operngeschichte, Premiere hat.
"Der Besuch der alten Dame" und die Verführbarkeit der Welt
Das Schauspiel steigt Ende Oktober mit der Farce "Lügen haben junge Beine" ein. Intendant Huhn hofft, "dass dem Publikum dabei vor Lachen die Luft wegbleibt". Ende November ist am Annaberger Haus Märchenzeit - im Musical "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" dürften die Macher allerdings mit einem besonders kritischen, weil filmerfahrenen Publikum zu rechnen haben. Düster wird es im Januar - bei der Premiere der Tragödie "Hamlet" von William Shakespeare, in der der Titelheld den Mord an seinem Vater rächen soll. Dies ist eine Produktion, mit der sich die Kulturstätte auch am Lehrstoff der Schulen orientiert. Im März kommt "Hair", das Liebes-, Freiheits- und Friedensmusical überhaupt, auf die Bühne, und bei Friedrich Dürrenmatts erschreckend aktuellem Stück "Der Besuch der Alten Dame" - Premiere im Mai - geht es um die Verführbarkeit der Menschen. Studiobühnen-Produktionen der neuen Spielzeit sind "Das Tagebuch der Anne Frank", die schon vom Titel her erfolgversprechende Gebrauchsanweisung für die Damenwelt "Männer und andere Irrtümer", ein Zarah-Leander-Abend und der Einstieg in eine Opernreihe für Kinder unter dem Motto "Hexe Hillary geht in die Oper".
"Jedermann" für jedermann vor der Annen-Kirche
Das Annaberger Theater geht in seinem vollgepackten, ehrgeizigen Spielplan auch neue Wege. So wird es vom 5. Februar, 18 Uhr, bis 6. Februar, 2Uhr, unter dem Motto "Gelobtes Land" eine lange Nacht des Gegenwartstheaters geben, das den Konflikt zwischen Israel und Palästina thematisiert - mit großen und kleinen Stücken, Lesungen, jiddischer Literatur Klezmer-Musik, Kurzfilmen sowie einer Ausstellung.
Und bevor 2011 richtig in die Naturbühnensaison gestartet wird, zeigt das Ensemble im Juni "Jedermann" - das Spiel vom Sterben eines reichen Mannes von Hugo von Hofmannsthal vor jedermann an der St.-Annen-Kirche in Annaberg. Neuigkeiten

