Kumpel stehen vor der ersten Schicht
Geplanter Bergbau in Niederschlag soll im September starten - Vorhaben kostet rund 18,5 Millionen Euro
Bärenstein. Bärenstein. Ab dem 1. September soll im Bärensteiner Ortsteil Niederschlag wieder Bergbau betrieben werden. Die Erzgebirgische Fluss- und Schwertspatcompagnie (EFS) Geos plant Flussspat, auch Fluorit genannt, aus der Tiefe zu holen.
"Die Untersuchungen haben ergeben, dass der Standort für den Abbau von Flussspat sehr geeignet ist. Daher werden wir am 1. September mit den Aufschlussarbeiten beginnen", sagt Wolfgang Schilka, Geschäftsführer der in Halsbrücke (Mittelsachsen) ansässigen Firma. Das heißt acht Arbeiter treiben unter Aufsicht und mit schwerem Gerät einen Stollen in den Berg. Parallel dazu sollen in einem Freiberger Institut weitere Untersuchungen vorgenommen werden.
Mehr als zwei Millionen Tonnen Flussspat vermuten die Experten dort in etwa 200 bis 600 Metern Tiefe. Ein solches Vorkommen würde den Kumpel Arbeit für die nächsten 30 Jahre sichern. Zukünftig könnten bis zu 40 Bergleute in Bärenstein ihr Auskommen finden.
Flussspat ist ein in unterschiedlichen Farben leuchtendes Mineral. Es wird in der Metallverarbeitung verwendet und ist sehr begehrt in der Industrie. "Die Preise für Flussspat sind auf dem Weltmarkt unverändert hoch. Daher lohnt sich der Abbau", erklärt Schilka. Für eine Tonne werden derzeit bis zu 300 Euro gezahlt. Zudem rechnen Experten der Europäischen Union damit, dass die Nachfrage nach Flussspat in den nächsten Jahren stark anwachsen werde.
Im Frühjahr hatte die Nickelhütte Aue die Mehrheit an der EFS übernommen. Die Nickelhütte kauft bisher das Mineral für ihre Arbeit zu, will es aber auch auf dem Weltmarkt anbieten. Aufbereitet soll das Mineral nach Möglichkeit in Aue werden. Entsprechender Platz für die dazu benötigte Anlage sei dort vorhanden.
Insgesamt 18,5 Millionen Euro will die EFS in die Errichtung des Bergwerkes und einer Aufbereitungsanlage investieren. 3,5 Millionen mehr als ursprünglich vorgesehen. "Notwendige neue Planungen haben zu der Verteuerung geführt", so Schilka.


