Millionen-Zuschuss ermöglicht Anschluss ans Abwassernetz

Vier Orte im Altkreis, aber auch Areale in Tschechien profitieren vom Geld der EU

Annaberg-Buchholz. Der Ausbau der zentralen Abwasserentsorgung in der Region wird 2012 und 2013 von einer Finanzspritze der Europäischen Union profitieren. Diese stellt innerhalb des Programms "Ziel 3" für ein gemeinsames Projekt von drei Partnern im deutschen und tschechischen Teil des Erzgebirges Zuschüsse von rund 4,8 Millionen Euro bereit. "Das ermöglicht Investitionen von mehr als 6,6 Millionen Euro", sagt Jörg Walther, Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands (AZV) Oberes Zschopau- und Sehmatal. Neben diesem wird das Geld dem AZV Oberes Pöhlbachtal - einem weiteren Verband im Altkreis Annaberg - sowie einem Wasserverband mit Sitz in Karlovy Vary zugutekommen, der als Trinkwasserver- und Abwasserentsorger für zirka 100Kommunen zuständig sei.

Der Großteil der Zuschüsse fließt mit rund 3 Millionen Euro aber in Orte der Region Annaberg. Konkret ermöglicht dies etwa die abwassertechnische Erschließung des Thermalbad Wiesenbader Ortsteils Schönfeld. Dort sei geplant, mehr als vier Kilometer Schmutzwasserkanal zu verlegen, um zahlreiche Haushalte ans zentrale Netz anschließen zu können. Das gilt ebenso für einen Teil der Geyersdorfer Hauptstraße in der Kreisstadt - zwischen dem Ortsausgang Annaberg-Buchholz und den Annaberger Backwaren. Auch in Crottendorf wird gebaut - rund 1500 Meter Schmutzwasserkanal in der Oberwiesenthaler Straße. In Bärenstein ist dies auf 600 Metern Länge in der Bergstraße geplant.

Diese Investitionen wären laut Jörg Walther ohne das Fördergeld nicht möglich. "Viele Einwohner hätten sonst Einzellösungen schaffen müssen", sagt er. Denn die Hauseigentümer, die nicht über einen zentralen Abwasseranschluss verfügen, müssen nach einer Vorgabe des Freistaats bis Ende 2015 zwingend eine Kleinkläranlage haben, die vollbiologisch arbeitet.

Auch im Gebiet des tschechischen Verbandes sind die vorgesehenen Projekte schon klar - etwa in den grenznahen Orten Vejprty und Loucna. Dort werde unter anderem eine große Kläranlage gebaut. "Das kommt auch der Wasserqualität des Pöhlbachs zugute. Umweltschutz hört ja nicht an der Grenze auf", so der Geschäftsführer des AZV Oberes Zschopau- und Sehmatal, der das Förderprojekt koordiniert. Und bei der Abwasserbeseitigung gebe es beiderseits der Grenze Nachholbedarf, auch wenn seit der Wende viel passiert und die Gewässerqualität deutlich verbessert worden sei. Im Fall des größten Verbands der Region Annaberg, dem neun Kommunen angehören, wurden seit 1991 rund 128,7 Millionen Euro investiert, um Kanäle und vieles mehr zu errichten. Das Ganze ist mit Fördergeld und Eigenmitteln finanziert worden, für die Kredite nötig waren. Abgezahlt werden diese mit Gebühren, die die Einwohner im Verbandsgebiet für die Abwasserentsorgung zahlen müssen. Zu diesem gehören etwa die Kreisstadt, Sehmatal, Crottendorf und Schlettau.

 
erschienen am 22.09.2011 ( Von Annett Honscha )
 
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