Bauarbeiten Bis zu fünf Firmen arbeiten gegenwärtig gleichzeitig in der Talstation der Fichtelberg Schwebebahn in Oberwiesenthal. Parallel dazu erfolgen Arbeiten im Außengelände. Beispielsweise entsteht im Vordergrund eine Stützmauer für den neuen, behindertengerechten Eingang in das Gebäude.

Foto: Bernd März

Millionenprojekt Schwebebahn: Talstation gehört Handwerkern

Ehrgeiziges Ziel: Schon Mitte Oktober soll altehrwürdige Anlage Einheimische und Besucher wieder auf den Fichtelberg bringen

Oberwiesenthal. Die Talstation der Fichtelberg Schwebebahn in Oberwiesenthal ist im Moment eine einzige große Baustelle. Bis zu fünf Firmen sind täglich im Einsatz, um auch dem Gebäude im Zuge der Sanierung der ältesten Seilschwebebahn Deutschlands ein neues Gesicht zu verpassen. Doch nicht nur die äußere Hülle wird erneuert, auch das Innenleben verändert sich. Bis Mitte September sollen die Arbeiten dort abgeschlossen sein, sagt René Lötzsch, der Geschäftsführer der stadteigenen Betreiberfirma. Mit der Generalsanierung der Bahn war im April begonnen worden.

"Unser Zeitplan passt", versichert er bei einer Stippvisite auf der Baustelle: Die Installation der neuen Elektrik sei bereits in der vorigen Woche erfolgt. Derzeit seien unter anderem die Maler in der Talstation im Einsatz. Nächste Woche sollen die neuen Eingangs- und Brandschutztüren montiert werden. Die neue Seilbahntechnik sei in der Station bereits vollständig installiert.

Ähnlich stelle sich die Situation in der Bergstation dar. Dort sei die Montage des mechanischen Teils der neuen Seilbahntechnik ebenfalls bereits abgeschlossen. Bei der Elektrik liege man bei etwa 80 Prozent. René Lötzsch geht davon aus, dass diese Arbeiten noch in dieser Woche abgeschlossen werden können. Ende August steht dort noch die Neugestaltung des Außengeländes sowie des Ein- beziehungsweise Ausgangsbereiches auf dem Plan.

"Anfangs hat das Wetter nicht so mitgespielt", berichtet der Geschäftsführer. Besonders als es um das Einrüsten der fünf Stützen ging. "Es wurde aber alles wieder aufgeholt", sagt er. So haben die markanten Metallkonstruktionen mittlerweile alle ihren neuen Farbanstrich in Gelb erhalten, sind die Gerüste zum überwiegenden Teil schon wieder abgebaut. Es stehen nur noch "minimale Arbeiten" im Sockelbereich aus, konstatiert René Lötzsch.

Verlaufen die Bauarbeiten weiterhin ohne Komplikationen, soll in der letzten Woche im August die Inbetriebnahme der Bahn erfolgen. Mitte September würden sich dann die ersten Probefahrten anschließen, spätestens in der ersten Oktoberwoche alle notwendigen Abnahmen. Dann stehe abschließend noch die Erteilung einer neuen Betriebserlaubnis durch die Landesdirektion Chemnitz aus.

Der geplante Kostenrahmen für die Sanierung der Schwebebahn: annähernd 1,2 Millionen Euro. "Momentan sind keine Überschreitungen in Sicht", bestätigt der Geschäftsführer. Die Finanzierung erfolge aus Eigenmitteln der Gesellschaft und einem Kredit, der über fünf Jahre läuft. Parallel dazu werden noch einmal annähernd 500.000 Euro investiert, um die Attraktivität der Bahn zu erhöhen. Dazu gehören unter anderem die Veränderungen, die in der Berg- und der Talstation vorgesehen sind. Beispielsweise entsteht dort eine neue öffentliche Sanitäranlage mit einem Babywickelraum.

 
erschienen am 14.08.2012 ( Von Antje Flath )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
7
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  • 17.08.2012
    21:30 Uhr

    Deluxe: Das Erzgebirge ist vor allem auch deshalb Touristenregion, weil es seine Tradition pflegt. Technisches Kulturgut gehört dazu - oder kommt jemand auf die Idee, die Fichtelberg-Schmalspurbahn abzureißen, nur weil heutzutage elektrische Hochgeschwindigkeitszüge üblich sind? Vielleicht sollte man auch die anachronistischen Holzschnitzereien durch modernen Plaste-Spritzguß ersetzen, schließlich geht es ja um die Zukunft. Nicht wahr?
    Der Fichtelberg ist auch jetzt schon Tag für Tag überfüllt - wie soll das erst aussehen, wenn eine Bahn mit -zig Kabinen ein Mehrfaches an Touristen in noch kürzerer Zeit da hochkarrt?
    Stehen wir dann wieder Schlange unter dem Motto "Sie werden plaziert!" wie früher?
    Mal drüber nachdenken, @Zwickauer1982, ob modern und neu um jeden Preis wirklich immer das richtige ist.

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  • 17.08.2012
    11:22 Uhr

    Arzgebirgwiebistduschie: Es ist schlussendlich eine Glaubensfrage. Meiner Ansicht nach ist Rationalität und Wirtschaftlichkeit ohne jede Rücksicht auf Verluste eben nicht das Maß aller Dinge. Viele Urlauber legen auch Wert auf Traditionelles. Durch die bessere Zusammenarbeit der beiden Skigebiete kann man jedem Anspruch gerecht werden, was die Attraktivität der gesamten Region erhöht.Das sollte Ansatzpunkt sein.

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  • 16.08.2012
    21:05 Uhr

    Zwickauer1982: In Zwickau wird in die Zukunft jedenfalls gedacht. Grüne Wiesen werden bis nahe an Eigenheime geopfert um große Industrieflächen zu schaffen (Schneppendorf). Das tradidionelle Westsachsenstadion wir als Fußballstadion aufgegeben und dafür ein neues gebaut - aus Kostengründen - obwohl das Wesa für die Tradition des Zwickauer Fußballs besser wäre. Blickt man ins Erzgebirge und Vogtland hingt der Fortschritt leider hinterher. Das Erz hat demografisch bedingt keine Industrie. Der einzige Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus, vor allem der Wintersporttourismus. Und wenn eine Region nicht untergehen will braucht es innovative Maßnahmen. Dazu gehört nicht die Instandsetzung einer alten Schwebebahn. Es gäbe sicher Möglichkeiten die Bauten der Tal- und Bergstation in eine neue Bahn einzubinden. Diese würde vor allem dem Beförderungsaufkommen gerecht werden und der Sessellift könnte an anderer Stelle die Attraktivität erhöhen.
    Natürlich ist es schade um die älteste Schwebebahn Deutschlands. Aber irgendwann muss alles ins Museum - spätestens zur nächsten Generalüberholung in vielleicht 15 bis 20 Jahren. Was dann?
    Es wundert mich nur immer wie die tschechischen Nachbarn zur Zeit in die Zukunft investieren und das Erzgebirge sich auf Lohrbeeren ausruht. Die Region könnte soooooo attraktiv werden wenn man wöllte. Ich war vor kurzem im Skywalk Algäu, ein Baumwipfelpfad aus Stahl für Millionen von Euro, gefördert von der EU zur ländlichen Entwicklung, mitten in der Pampa. Ich dacht mir: Die verschwenden Steuergelder für so einen (für die Region schönen) Scheiß. Ich denke daher man kann mit Ideen, Inovationen die dann vielleicht auch gefördert werden vielmehr erreichen. Die Länderschaukel schläft ja auch ein - einfach weil keiner das Ziel hat dies zu verwirklichen. Wo kein Ziel und Wille da keine Fördergelder. Aber der gemeinsame Weg aller Institutionen für eine erfolgreiche Zukunft fehlt im Erzgebirge. Stadtrat hier, FSB da, Tourismusverband ganz woanders, die Tschechen nur ein Nachbar. Jeder will was anderes - so kanns nichts werden. Meine Einstellung ist vielleicht etwas subjektiv, da ich ein erfolgreiches Erzgebirge vorstelle. Objektiv kann ich das nicht richtig beurteilen, dafür müsste ich mich mit allen Meinungen und Tatsachen genauer auseinander setzen. Bin gespannt auf die weiteren Kommentare, vielleicht klärt sich einiges auf.

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  • 16.08.2012
    14:25 Uhr

    Arzgebirgwiebistduschie: Oh- da kann jemand in die Zukunft blicken. Herzlichen Glückwunsch! - Eigentlich waren es zum Großteil auch die jungen Oberwiesenthaler, die für die Schwebebahn gekämpft haben.Manchmal ist es eben nicht der richtige Weg alles wie die anderen zu machen nach dem Motto - Schneller- höher-weiter. Wie wäre es, wenn jemand den Zwickauer Dom abreißen und stattdessen eine moderne Aussichtsplattform hinsetzen würde?

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  • 16.08.2012
    12:49 Uhr

    Zwickauer1982: Und die Touristen laufen euch davon weil O-Thal als Skigebiet immer unattraktiver wird. In 20 Jahren, wenn die nächste Sanierung fällig ist, heult ihr rum, dass damals so viel Geld in die alte Bahn investiert wurde. Zur nächsten Sanierung kann die Alte eh nicht mehr gehalten werden - 20 Jahre eher oder später - in die Zukunft investieren macht gerade zur heutigen Zeit sehr viel aus! Aber warum an die Zukunft denken? Die Jugend ist ja eh schon weg - also lasst den "Alten" ihre Bahn, oder hätte man das Blatt doch wenden können??? Mich zieht es mittlerweile eher zu den Nachbarn zum Skifahren - dort ist das Angebot seit letztem Jahr einfach attraktiver.

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