Zu den interessierten Gästen der Veranstaltung am Montag gehörte unter anderem Mandy Götze, Leiterin der Gästeinformation in Bad Schlema. Sirko Müller, Projektmanager bei Little John Bikes, erläutert ihr Details eines für die Stadt konzipierten Elektrofahrrades.
Foto: Bernd März
Per pedes durchs Erzgebirge - künftig mit weniger Muskelkraft
Flächendeckendes Netz für Elektrofahrräder in der Region lautet das Ziel des heimischen Tourismusverbandes
Annaberg-Buchholz. Etwa 30 bis 40 Ausleihstationen hat Veronika Hiebl als Marschroute für das erste Jahr herausgegeben, in dem der heimische Tourismusverband gemeinsam mit seinen Partnern das E-Bike-Netz im Erzgebirge aufbaut. "Man muss realistisch sein", sagt die Verbandsgeschäftsführerin. Und gegenwärtig existieren nur "sehr punktuell" entsprechende Ausleihstationen. Deshalb gebe es aber noch reichlich "Entwicklungsspielraum nach oben", zeigte sie sich am Rande der ersten Informationsveranstaltung zu diesem Thema am Montag im Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg-Buchholz überzeugt.
Im Plan: Annaberg als Standort
Ein Veranstaltungsort, der auch in den Plänen der Beteiligten eine wichtige Rolle spielt. Denn beim Kooperationspartner Little John Bikes - einem der zehn größten Fahrradhändler in Deutschland - denkt man nach Angaben von Projektmanager Sirko Müller intensiv über Annaberg-Buchholz als einen weiteren Unternehmensstandort nach. "Vielleicht passiert das schon im nächsten Jahr", so Sirko Müller.
Als einer der ersten deutschen Einzelhandelsfilialketten auf dem Fahrradmarkt setzt Little John Bikes seit drei Jahren bewusst auf das Franchise-System. Das heißt, Little John Bikes stellt als Franchisegeber sein Geschäftskonzept einem Franchisenehmer gegen Entgelt zur Verfügung. Dieser arbeitet aber unternehmerisch selbstständig.
Im Rahmen des Projektes stellt das Unternehmen die Räder samt Zubehör einschließlich Service zur Verfügung. Einschlägige Erfahrungen konnten unter anderem im vorigen Jahr bei einem ähnlichen Projekt in der Sächsischen Schweiz gesammelt werden. Dort existiert mittlerweile "ein recht schlüssiges Netz", konstatiert Sirko Müller und spricht von etwa 20 Ausleihstationen: unter anderem Hotels, Gaststätten, Freizeiteinrichtungen, Ausflugszielen. Um ein solches System im Erzgebirge schaffen zu können, sind aus seiner Sicht "noch einige mehr nötig".
Hotelier: Umdenken erforderlich
Ein Standpunkt, den Hotelier Jens Weißflog aus Oberwiesenthal nur befürworten kann. Er gehört in der Region zu den Vorreitern in Sachen Elektromobilität, bietet seinen Gästen bereits seit drei Jahren Elektrofahrräder zum Ausleihen an. Und sagt deshalb auch ganz deutlich, dass der Schritt hin zu einem flächendeckenden Netz "viel zu spät" kommt. Andere Länder in Europa, wie beispielsweise die Schweiz, seien da deutlich weiter. Das liege aber nicht am Verband, sondern an den touristischen Leistungsträgern. Bei ihnen müsse ein Umdenken erfolgen, fordert er. "Wir müssen auch im Tourismus weg vom Image des Billiglandes", argumentiert er. Seine eigenen Erfahrungen: "Das ist ähnlich wie beim Nordic Walking. Da wollte anfangs auch keiner im Sommer mit Stöcken durch das Erzgebirge laufen", sagt er. Heute sei es akzeptiert wie jeder andere Sport auch.
Hartmut Krause vom Tourismusverein Zwönitztal-Greifensteinregion steht ebenfalls hinter der Idee: "Das ist genau das, was wir brauchen", sagt er. Allerdings vertritt er den Standpunkt, dass die Ausleihgebühr für die Räder maximal bei 20 Euro liegen sollte. Die von Sirko Müller in die Diskussion gebrachten 25 Euro hält er für zu hoch.


13:02 Uhr
Zugereiste: Was Ebikes und Touristikpläne doch für Diskussionen lostreten können. Erstaunlich.
Karl Marx schuf eine Utopie, einen philosophischen Gesellschaftsentwurf und wie alle Utopien war er nicht dazu gedacht, (mit Gewalt) in die Tat umgesetzt zu werden.
Karl Marxsche Theorien mögen oftmals gut klingen, sie funktionieren nur leider nicht in der Realität.
Wer aber etwas an der ökonomischen und ökologischen Gesamtsituation ändern will, hat in kleinen Schritten dazu die Möglichkeit, indem er z.B. fair gehandelte Ware kauft oder Ware, die aus dem Umland kommt und nicht erst 1000km durch die Gegend kutschiert wurde undundund. Es muss ja nicht gleich das Kind mit dem Bade ausgeschüttet werden.
10:52 Uhr
f1234: @KarlMarx: Da haben Sie recht. Die Philosophie von Marx war die eines Mannes, der glaubte, gesellschaftliche Entwicklungen würden gesetzmäßig, ähnlich einer Versuchsanordnung im Labor, ablaufen. Diese hirnrissige Idee wäre für die Welt an sich nicht weiter schlimm gewesen, hätten nicht ein paar Berufsrevolutionäre dieses theoretische Gedankengebäude für bare Münze genommen.
Nach Marx hätte es ja gesetzmäßig eine sozialistische Revolution der geknechteten Arbeiterschaft geben müssen. Die stellte sich aber leider nicht ein, da Marx unterschlagen hatte, dass sich Gesellschaftssysteme auch reformieren und anpassen können. Deshalb musste die Revolution von selbsternannten Eliten den vermeintlich Unterdrückten mit Gewalt aufgezwungen werden. Und da diese "Revolution" eben nicht von den Massen legitimiert war, konnte das schöne Arbeiterparadies, welches diese Eliten schaffen wollten, nur mit Gewalt gegenüber denen erhalten werden, die man eigentlich befreien wollte.
Insofern haben Sie recht: Der "Marxismus", den wir erleben durften, hatte nichts mit dem echten Marxismus zu tun. Denn "echten" Marxismus gibt es nur in der Theorie, jedoch nicht in der Realität.
10:02 Uhr
KarlMarx: @f1234:
Nein, Sie und ich haben eine völlig falsche und undifferenzierte Auslegung von Marx 25 Jahre live erleben dürfen...
09:53 Uhr
f1234: @KarlMarx: Ne, muss ich nicht lesen. Habe ich 25 Jahre live erleben dürfen...
09:42 Uhr
KarlMarx: @f1234
"...selbstlosen Ideal entspricht, wie es Marx und Konsorten sich erträumt haben."
Wie gesagt, unter dieser falschen Annahme Ihrerseits lohnt sich keine weitere Erklärung. Vielleicht lesen Sie Marx und machen sich ein differenziertes Bild, bevor wir weiter reden.