Parksituation vor Kita Die Parksituation am christlichen Kindergarten "Spatzennest" ist schon angespannt. Der geplante Straßenbau verschärft das Problem.

Foto: Bernd März

Sanierung der Hauptverkehrsader in Neudorf geht in die nächste Runde

Die Freude auf die neue Straße ist aber nicht ungetrübt

Neudorf. Auf einer Länge von rund 1,4 Kilometern wird die Karlsbader Straße im Sehmataler Ortsteil Neudorf abschnittweise saniert. Mit Gesamtkosten von etwa 1,5 Millionen Euro veranschlagt, soll die Maßnahme nach Angaben des zuständigen sächsischen Wirtschaftsministeriums in diesem Jahr abgeschlossen werden. Unter anderem ist vorgesehen, in einigen Bereichen Straßenborde zu setzen.

Schwierige Parksituation

Genau das aber treibt den Mitgliedern des Trägervereines des christlichen Kindergartens "Spatzennest" im Oberdorf Sorgenfalten auf die Stirnen. Denn: Durch das Setzen von Bordsteinen kann die Fläche gegenüber der Kindertagesstätte von den Eltern der gegenwärtig 81 betreuten Mädchen und Jungen nicht mehr zum Parken ihrer Autos genutzt werden, beschreibt Einrichtungsleiterin Manuela Theumer das Problem. Derzeit stehen dort bis zu fünf Fahrzeuge.

Eine Gewohnheit der Mütter und Väter, die aber eigentlich schon jetzt problematisch ist, wie Sehmatals Bürgermeister Udo Ott (parteilos) weiß. Für reguläre Parkflächen müsste die freie Fläche zwischen der Straße und der angrenzenden Bachmauer mindestens zwei Meter breit sein, erläutert er. Das sei aber nicht der Fall, sodass an dieser Stelle gar nicht geparkt werden dürfte.

Carsten Neuberg, zuständiger Referatsleiter im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, führt weitere gesetzliche Vorschriften ins Feld: "Ein Parken unter Mitbenutzung der Fahrbahn ... wird von der Verkehrsbehörde des Landratsamtes mit Hinweis auf die Straßenverkehrsordnung, die das Parken in Kurven auf der Fahrbahn untersagt, abgelehnt." Und auch die Borde müssen seinen Ausführungen nach sein: "Der Bordanschlag von 15 Zentimetern ist als Absturzsicherung vor den Stützwänden entsprechend dem technischen Regelwerk notwendig und kann deshalb nicht entfallen", erklärt er. Im Zuge des Straßenausbaus sollen aber zumindest zwei richtliniengerechte Stellplätze für Autos geschaffen werden.

Unterdessen bemüht sich die Verwaltung um weitere Parkflächen. Bei entsprechenden Gesprächen mit einem Grundstückseigentümer in der Nachbarschaft sei man auf positive Resonanz gestoßen, so der Bürgermeister. Dort könnten die geforderten zwei Meter eingerichtet und die Fahrzeuge längs zur Straße abgestellt werden. Allerdings sei eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen. Diese hänge beispielsweise von den Planungen ab, die sich noch in Arbeit befinden.

Kompromiss angestrebt

Ursprüngliche Pläne müssen auch an anderer Stelle der Karlsbader Straße noch einmal überdacht werden: beim Räucherkerzenhersteller Jürgen Huss. Der Unternehmer war mit dem Vorschlag an die Verwaltung herangetreten, den Fußweg entlang seines Drei-Seiten-Hofes einschließlich der dazwischen befindlichen Flächen nach historischem Vorbild zu pflastern. Damit würde das gesamte Ensemble ein einheitliches Bild ergeben. Anfallende Mehrkosten will der Unternehmen laut Bürgermeister Udo Ott übernehmen. Eine Idee, die bei den Mitgliedern des Gemeinderates mehrheitlich Zustimmung fand. Das Problem hierbei: Auch dafür gibt es wieder gesetzliche Vorschriften, nach denen sich ein Fußweg optisch deutlich sichtbar von anderen Flächen unterscheiden muss, erläutert Udo Ott. Ganz aufgeben will er die Idee deswegen aber nicht, hofft vielmehr auf eine Kompromisslösung. Die soll bei Gesprächen mit allen Beteiligten bis Ende Februar gefunden werden.

 
erschienen am 21.02.2012 ( Von Antje Flath )
 
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