Ranch Auf dem Gelände sieht es nicht wirklich aufgeräumt und ordentlich aus. Unter anderem deshalb hat Peter Schneider Probleme mit den Behörden.

Foto: Brigitte Streek

Schneider-Ranch soll bis Ende Mai beräumt sein

Cranzahler Landwirt gibt zur Gemeinderatssitzung Bürgermeister sein Wort - Wohin er umzieht, bleibt offen - Probleme schwelen seit 18 Jahren

Cranzahl. Cranzahl. Bis Ende Mai sollen die Querelen um die so genannte Schneider-Ranch in Cranzahl Geschichte sein. Das hat jedenfalls Peter Schneider zur jüngsten Sitzung des Sehmataler Gemeinderates Bürgermeister Udo Ott (parteilos) zugesagt. "Ich werde bis zu dem vorgegebenen Termin von der Fläche verschwunden sein, sofern es die Witterung zulässt. Ich will euch keinen Stein in den Weg legen", erklärte der Landwirt am Mittwochabend.

Die Fläche, von der er sprach, hatte er erst im vergangenen Jahr von der Kommune gepachtet. Darauf errichtete er sieben Stallungen, die vom Nachbargrundstück, dem Gelände des ehemaligen Wildparkes Cranzahl, stammten. Von diesem Areal musste sich Schneider 2009 nach einem Urteil des Chemnitzer Verwaltungsgerichtes verabschieden, das den Abriss von nicht genehmigungsfähigen Ställen und Tierunterkünften zum Inhalt hatte.

Die aktuelle Fläche, auf die der Cranzahler Landwirt vergangenes Jahr umgezogen war, hatte ihm die Gemeinde mit dem Zweck der landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet. Im Nu - das heißt, noch bevor der Gemeinderat einem dahingehenden Antrag von Schneider zugestimmt hatte - waren auf dem etwa 0,7 Hektar großen Gelände aber schon wieder diverse Bauten errichtet. Als Reaktion darauf hatte der Rat dem Landwirt den Pachtvertrag wieder gekündigt. Eine vollständige Beräumung dieser Fläche soll nun ebenso wie die Restdemontage von Tierbehausungen auf dem ehemaligen Areal bis Ende Mai stattfinden. Darauf drückt die Kommune, weil ihr wiederum das Landratsamt im Nacken sitzt. "Wir haben vom Kreis die so genannte Beseitigungsanordnung auf dem Tisch liegen", sagte Ott. Im ungünstigsten Fall kann das bedeuten, die Gemeinde muss selbst aufräumen, betonte der Bürgermeister. Unmissverständlich stellte er aber auch klar, dass er nicht gewillt ist, dies zu tun. "Wenn wir es untereinander nicht geregelt bekommen, dann sehen wir uns eben vor Gericht wieder", zeigte er Schneider die mögliche Konsequenz auf.

Glaubt man dem Landwirt, der nicht die Gemeinde, sondern das Landratsamt als seinen Feind ausgemacht hat, will er es darauf aber nicht ankommen lassen. "Es gibt vielleicht eine Möglichkeit, wo ich mit meinen Sachen hingehen kann", erklärte er. Wo er genau seine Zukunft sieht, ließ er allerdings offen.

Die Auseinandersetzungen zwischen Schneider und dem Landkreis - damals noch dem Landratsamt Annaberg - gibt es bereits, seit der Forstwirt mit dem großen Herz für Tiere 1992 den Verein "Wildpark Cranzahl" ins Leben rief. 2002 war so bereits schon einmal ein Bescheid zur endgültigen Schließung der "Schneider Ranch" ergangen. Begründet wurde sie mit mangelnder Hygiene. Auch war von fehlender Sachkunde, von geringer Zuverlässigkeit und nicht befolgten Auflagen wie der Führung einer Tierliste und eines Tierbuches die Rede.

Die Sache hatte aber auch noch einen anderen Haken. Schneiders Tierunterkünfte lagen teilweise im Außenbereich des örtlichen Bebauungsplanes und besaßen keine baurechtliche Genehmigung. Ferner gab es damals keine Zulassung für das Betreiben eines Tiergeheges.

 
erschienen am 11.03.2010 ( Von Thomas Witti g )
 
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