Am Greifenbachstauweiher in Ehrenfriedersdorf hat die zweite Bauphase begonnen. Gegenwärtig wird der Grundablassturm abgerissen. In drei Wochen erwarten Polier Thomas Eimicke (Mitte) und Bauleiter Danilo Rößler (rechts) das neu gegossene Bauwerk.
Foto: Bernd März
Sommer ade: Die ersten Bäder schließen
In den Kommunen fällt das Urteil einhellig aus: Die zu Ende gehende Freibadesaison war miserabel
Annaberg-Buchholz. In einem Großteil der elf öffentlichen Freibäder im Altkreis Annaberg ist am Wochenende zum letzten Mal Badespaß angesagt. Wenngleich sich einige Kommunen die Option offen halten, bei einer Rückkehr der sommerlichen Temperaturen die Türen des jeweiligen Bades noch einmal zu öffnen.
Eine der Ausnahmen bildet die Badeanstalt Am Stangewald in Buchholz, die seit dieser Saison von der Sport und Freizeit Annaberg GmbH betrieben wird. "Wir wollen eigentlich bis zum 15. September offen lassen", sagt Bademeister Peter Sywall. Ihm hat das schlechte Wetter in diesem Sommer ausgerechnet die 100.Saison gründlich verregnet. Nicht nur, dass er mit der Besucherresonanz in den ersten zwei, drei Monaten überhaupt nicht zufrieden ist. Auch die eigentlich für den Juli geplante Geburtstagsfeier musste letztlich abgebrochen werden. Lediglich die Besucherzahlen der zurückliegenden 14 Tage seien zufrieden stellend gewesen. "Am vorigen Freitag hatten wir etwa 1200 Besucher", nennt Sywall ein Beispiel.
Von 50 Prozent Einbußen allein im Juli im Vergleich zum Vorjahr spricht Egbert Baltrusch, Geschäftsführer der Campingpark Greifensteine GmbH. Das Unternehmen betreut sowohl den Greifenbachstauweiher als auch das Freibad in Ehrenfriedersdorf. Während dort langsam "die Winterfestmachung" vorbereitet wird, gehen am Greifenbachstauweiher die Bauarbeiten in die zweite Phase. Deshalb wird gegenwärtig auch der Wasserspiegel wieder gesenkt. Dann wird nach Informationen von Bauleiter Danilo Rösler unter anderem der provisorische Damm, der für die Bohrgeräte aufgeschüttet worden war, wieder zurückgebaut - das Areal wieder in den Urzustand versetzt. Es werden auf dem Damm Fuß- und Radweg angelegt, zudem wird die Brücke für den Hochwasserschutz montiert. Schließlich soll noch der Grundablassturm erneuert werden. "Das wollen wir alles noch in diesem Jahr realisieren", erläutert der Bauleiter, der das mit annähernd 4,2 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt im Auftrag des Zweckverbandes Greifensteingebiet koordiniert.
Von einer "miserablen Saison" im Freibad Neundorf spricht auch Thomas Burkert von der Gemeindeverwaltung Thermalbad Wiesenbad. "Die Besucherzahlen werden durchschnittlich auf keinen Fall höher als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr liegen", wagt er eine erste Prognose. Konkrete Zahlen liegen - wie auch in allen anderen Kommunen - derzeit noch nicht vor. Eine Ursache für diese schlechte Bilanz sieht er aber auch in dem zeitigen Ferientermin in diesem Jahr in Sachsen. "Freibäder im Erzgebirge sind immer ein Zuschussgeschäft, aber in diesem Jahr ganz besonders", sagt er. Dennoch werde die Saison nicht abgebrochen, "so lange die Sonne noch am Himmel steht".
Im Freibad in Tannenberg war in diesem Sommer einiges los. Die Anlage war zum einen Gastgeber für den Teamtriathlon, zum anderen Start- und Zielort des diesjährigen Annaberger Landring-Radelns. Aber auch sonst zieht Bürgermeister Christoph Neubert eine letztlich noch ganz versöhnliche Bilanz: "Nach einen schleppenden Start hat es die vorangegangene Woche noch herausgerissen", sagt er. Wenn-gleich er einräumt, dass die Zahlen vom Vorjahr nicht erreicht würden. Das offizielle Saisonende im Tanneberger Bad war laut Neubert bereits am Mittwoch. Grund: An diesem Wochenende werden alle verfügbaren Kräfte für die stattfindende 600-Jahr-Feier der Gemeinde gebraucht. Gleiches gelte für die zur Verfügung stehenden Parkflächen.
Abschließende Zahlen für die Saison hat auch Sandra Schmiedel von der Gemeindeverwaltung Sehmatal noch nicht auf dem Tisch. Doch eines kann auch sie schon sagen: "Es fehlt ein Großteil an Besuchern." Ob das Bad in der nächsten Woche noch geöffnet ist, werde kurzfristig entschieden. Unterdessen sei das Vorhaben Beheizung des Bades noch nicht generell vom Tisch, auch wenn das Geld dafür dieses Jahr nicht gereicht hat. Zudem seien alle bisher vorgelegten Varianten nicht wirtschaftlich gewesen, erläutert die Fachbereichsleiterin. Allerdings sei das Ganze derzeit auch kein Diskussionsthema.
Auch in den Bädern in Crottendorf, Gelenau, Mildenau, Schmalzgrube und Steinbach geht nach Aussagen aus den Verwaltungen die Saison am Sonntag zu Ende.


