Die 23-jährige Sopranistin Michéle Rödel aus dem Vogtland, Preisträgerin internationaler Gesangswettbewerbe, wird in diesem Jahr auch Gast der Reihe "Musik und Literatur im Rittersaal" sein. Sie singt dort bekannte Opernarien. Die 23-jährige Sopranistin Michéle Rödel aus dem Vogtland, Preisträgerin internationaler Gesangswettbewerbe, wird in diesem Jahr auch Gast der Reihe "Musik und Literatur im Rittersaal" sein. Sie singt dort bekannte Opernarien.

Foto: Lars Rosenkranz/Archiv

Stippvisite in Oper, Operette und Film

Reihe "Musik und Literatur im Rittersaal" im Schloss Schlettau geht ins 15. Jahr

Schlettau. Auf neun Veranstaltungen dürfen sich die Freunde von "Musik und Literatur im Rittersaal" von Schloss Schlettau in diesem Jahr freuen. Dabei liegt der Schwerpunkt wieder auf der Darbietung von Kammermusik und passender Literatur aus der Zeit des Barock, des Klassizismus und der Romantik. Dazu gibt es zeitgenössische populäre Klänge und Literarisches anderer Völker, Gutes aus Oper, Operette, Musical und Film sowie einen Schuss Erzgebirgskolorit.

Bereits am 22. März spielt ein Klaviertrio Ausgewähltes von Franz Schubert und Johannes Brahms. Dazu werden Passagen aus der Anekdotensammlung "Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes" von Friedrich Torberg gelesen. Der in Wien geborene Schriftsteller porträtiert darin humorvoll und mit viel Sprachwitz die Welt des Bürgertums zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Kenner der Ostermontagsmatinee sollten sich rechtzeitig um Karten für den 9. April bemühen. Unter dem romantischen Titel "Gab mich meinen Träumen hin" erwarten die Besucher zwei Streifzüge: ein musikalischer von Vivaldi bis Gershwin mit den Annaberger Kammersolisten und dem Sänger László Varga sowie ein literarischer von Dante bis Kafka mit dem Schauspieler Gerd Schlott.

Beim traditionellen Muttertagskonzert am 13. Mai dürfen sich Mütter an schönen Stücken von Mozart, Beethoven und Benjamin Britten erfreuen, die ein Quartett der Philharmonie Dresden darbietet. Gerd Schlott liest Lyrik, die ihre Seelen streicheln will.

Für den 28. Juni hat sich die Gruppe North Sea Gas aus Schottland im Schloss angesagt. Sie bringt mit Gitarre, Fiddle, Trommel, Flöte und Gesang typische Musik ihrer Heimat in die alten Mauern. Liebhaber von Musical- und Filmmelodien sollten sich den 13. September vormerken. Dann gibt es Derartiges mit Sängern aus Leipzig.

Über die Grenze geht es am 18.Oktober: Ein tschechisches Kammerduo spielt Stücke von Antonin Dvorzák und Freunden. Dazu liest Udo Prucha vergnügliche Texte von Schriftstellern des Nachbarlandes.

Opernfreunde kommen sicher am 15.November auf ihre Kosten, wenn die junge Sopranistin Michéle Rödel aus dem Vogland - begleitet von Klavierklängen - Arien aus Werken von Mozart, Lortzing, Humperdinck, Puccini und Rossini singt.

Auf das Fest einstimmen wollen die Annaberger Kammersolisten sowie Madelaine Vogt (Sopran) und László Varga (Bass) vom Annaberger Theater, wenn sie am 13. Dezember ihrem Publikum Weihnachtskonzerte und -kantaten von Corelli, Manfredini und Vivaldi servieren.

Den Schlusspunkt setzen die Sopranistin Annett Illig aus Mildenau und der Mauersberger Männerchor am 27. Dezember mit erzgebirgischen Weihnachtsliedern zum Zuhören und Mitsingen.

Der Schlossförderverein ist stolz darauf, dass die Zahl der Besucher dieser Reihe, die vom Kulturraum Erzgebirge/Mittelsachsen und der Stadt Schlettau finanziell unterstützt wird, in den 15 Jahren stetig gewachsen ist und auch zahlreiche Stammgäste zählt. 2011 wurden bei neun Konzerten 750 Gäste begrüßt, im Schnitt 80 pro Veranstaltung.

Von Beginn an läuft sie in Regie von Dieter Rausendorff - heute Ehrenvorsitzender - und Manfred Drechsel, der jetzt die Vereinsfäden zieht.

"Wir wollen einen Beitrag zur Bewahrung unseres wertvollen kulturellen Erbes leisten", sagt Dieter Rausendorff, der sich freut, dass das Konzept aufgegangen ist - im schönen, alten, inzwischen vollständig restaurierten Baudenkmal den Erwartungen von Freunden anspruchsvoller musikalischer und literarischer Unterhaltung gerecht zu werden. Der 81-Jährige, selbst lange Jahre Vorsitzender des Vereins, erinnert sich an das erste Konzert im Juli 1997 im Rittersaal, dem damals noch ein ordentlicher Fußboden und eine angemessene Deckenbeleuchtung fehlten: "Eine provisorische Heizung wärmte, und die Gäste saßen auf ungemütlichen Stühlen." Doch die ersten Aktivisten des Fördervereins erhielten schon bald engagierte Unterstützung durch Anne Wolff und Steffen Meyer vom Annaberger Landratsamt. So bekam beispielsweise der Saal Stühle in schlossgerechter Bauweise.

Bald gesellte sich auch ein Musiker zu denen, die der Reihe Profil gaben: Matthias Bantay, Solocellist der heutigen Erzgebirgischen Philharmonie Aue. Das Ensemble Annaberger Kammersolisten, unter anderem mit Peter Bechler und Toralt Vogel sowie Sänger des Theaters und Schauspieler wie Gerd Schlott halfen, die Vorstellungen künstlerisch in hoher Qualität umzusetzen. Sie sind inzwischen Freunde im Schloss. Zu ihnen gehört auch Annett Illig, die Besucher vor allem schon mit Auftritten zum Muttertag und zur Weihnacht begeisterte.

 
erschienen am 29.01.2012 ( Von Sonja Lippert )
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